Parteienforscher Langguth
"Merkel wird langsam nervös"

Der Atomausstieg steht, doch für Kanzlerin Merkel wird die Luft immer dünner. Die Umfragewerte sind mies, in der Partei wächst der Unmut. Parteienforscher Langguth sieht die CDU vor großen Problemen.
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Düsseldorf

In nur wenigen Wochen hat Bundeskanzlerin Angela Merkel das scheinbar Unmögliche möglich gemacht und in der schwarzgelben Koalition den Atomausstieg durchgeboxt. Doch für Merkel könnte dies ein Pyrrhus-Sieg mit zu hohen Opfern gewesen gewesen sein. Die Industrie macht mobil gegen ihre Politik, der Energiekonzern Eon zieht gegen die Brennelementesteuer vor Gericht - und auch die CDU-Klientel macht den radikalen Kursschwenk nicht mit. Der Bonner Parteienforscher Gerd Langguth sagt: "Merkel hat ein Problem bei den Stammwählern. Viele stellen parteiintern die Frage nach ihrem inneren Kompass. Auch wirtschaftsliberale Wähler missbilligen die Hektik der Ausstiegsentscheidung vor dem Hintergrund der baden-württembergischen Landtagswahlen."

In der jüngsten Forsa-Umfrage kommt die Union nur noch auf 30 Prozent. Merkel selbst findet bei den Bürgern durchaus Zuspruch, immerhin 47 Prozent der befragten Bürger honorierten ihre Arbeit - allein ihre Partei wird vom Wähler abgestraft. So wie unlängst bei den Landtagswahlen in Bremen, als die CDU hinter SPD und Grünen nur noch drittstärkste Kraft wurde. Merkel setzt deshalb auf ihre neue "Politik der Mitte" - mit zweifelhaften Erfolgsaussichten.

Politik-Professor Langguth hält den strikten Anti-Atom-Kurs von Merkel nach strategischen Gesichtspunkten zwar für gut begründet ("Damit wird den Grünen der politische Hauptgegensatz zur Union genommen"), zweifelt aber an der Wirkung: "Die grünen Wähler sind in einem spezifischen grünen Milieu gefangen, von der Basis sind gegenwärtig eher Widerstände hinsichtlich eines CDU-freundlichen Kurses zu erwarten." Zuletzt zeigte sich Merkel angesichts einer schwächelnden FDP den Grünen gegenüber wieder versöhnlicher, nachdem sie schwarz-grüne Koalitionsüberlegungen vor wenigen Monaten noch als Hirngespinste abgetan hatte.

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  • Ein Giegold ist sicher nicht schlimmer als die Betrügerin Koch-Mehrin.

    Der weß wenigstens, das die Steuergerechtigkeit arg zu wünschen übrig lässt.

  • Volle Zustimmung.
    Gerade auch das kriminelle Dreckloch Brüssel. Da sitzen Leute, die nie jemand gewählt hat und bestimmen über uns. Was hat das denn noch mit Demokratie zu tun?
    Ein Giegold von den Grünen, zuvor Attac, ein strammer Sozialist und Grüner, wer hat den Kerl gewählt? Was tut der in Brüssel und wird von uns fürstlich bezahlt?
    "Merkel selbst findet bei den Bürgern durchaus Zuspruch, immerhin 47 Prozent der befragten Bürger honorierten ihre Arbeit"
    So steht im Artikel.
    So lange die Deutschen so verblödet sind, geschieht es ihnen nicht anders. Wer wude denn befragt?
    Die 80jährie Omi im Altenheim oder wer sonst?
    In meinem Umfeld kenne ich keinen der an der FDJ-Trulla Merkel auch nur ein gutes Haar läßt und auch wir sind ehemalige CDU-Wähler, jetzt Nicht wähler
    Gegen das was Merkel in unsrem Land anrichtet, ist Kohls Spendenaffäre Pipifax
    Und Prof. Langguth sollte langsam aufwachen und aufhören, Merkel schön zu reden

  • Sehr gut !!!

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