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Parteienforscher: SPD droht Dauer-Flaute bei Sarrazin-Ausschluss

exklusiv Mit der Debatte um den Parteiausschluss von Thilo Sarrazin hat sich die SPD ein echtes Ei ins Nest gelegt, meint der Parteifroscher Oskar Niedermayer. Im Interview erläutert der Professor an der Frein Universität zu Berlin, warum die Aufregung über die umstrittenen Thesen des Bundesbankers überzogen ist und den Sozialdemokraten massiv schaden könnte.

Oskar Niedermayer. Quelle: Pressebild
Oskar Niedermayer. Quelle: Pressebild

Handelsblatt Online: War es ein Fehler der Parteispitze zur schärfsten möglichen Sanktion gegen einen Genossen zu greifen?

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Oskar Niedermayer. Ich halte es für einen Fehler. Die SPD hatte ja gerade erkannt, dass eine Ursache für ihre Probleme darin liegt, dass sie sich zu weit von der konkreten Lebenswelt und den alltäglichen Ängsten und Sorgen ihrer Wähler entfernt hat, und wollte dies in Zukunft ändern. Mit der Entscheidung, Sarrazin möglichst schnell auszuschließen, statt seine Thesen zum Anlass für eine offene und kritische innerparteiliche Debatte - auch mit ihm selbst - über die Fehlentwicklungen bei der Integration zu nehmen, torpediert die Parteiführung ihre eigene Zielsetzung, und das wird ihr bei vielen Anhängern und Wählern schaden.

Wie erklärt sich der Unmut der Parteibasis?

Ich kann mir den Unmut nur so erklären, dass bei vielen an der Parteibasis der Eindruck entstanden ist, hier solle jemand, der sich traut, unbequeme Wahrheiten zu verkünden, mundtot gemacht werden.

Denken nicht viele Sozialdemokraten an der Basis wie Sarrazin über Muslime und Einwanderer?

Zumindest sehen viele Sozialdemokraten an der Basis wohl ähnliche Probleme und Defizite.

Sehen Sie triftige Gründe für einen Ausschluss von Herrn Sarrazin?

Man kann über die die Inhalte und die Form von Sarrazins Äußerungen sehr unterschiedlicher Meinung sein, für den Ausschluss allein maßgebend ist satzungsgemäß die Frage, ob er durch seine Äußerungen der Partei vorsätzlich schweren Schaden zugefügt hat, und das kann - wenn man den Tenor der Meinungsäußerungen der Parteibasis und Anhängerschaft ernst nimmt, stark in Zweifel gezogen werden.

In der CDU war es schon eine Ausnahme, dass 2004 der Abgeordnete Martin Hohmann wegen seiner Tiraden über die Juden als "Tätervolk" die Fraktion verlassen musst. Die SPD erscheint dagegen immer wieder als Partei, die stark abweichende Meinungen schlecht ertragen kann. Wie kommt das?

Da die SPD traditionsgemäß deutlich stärker eine auf eine gemeinsame inhaltliche Linie ausgerichtete Programmpartei ist als die CDU, fällt es ihr auch schwerer, abweichende Meinungen zu ertragen.

  • 10.09.2010, 06:13 UhrAnonymer Benutzer: @yahel

    Warum nur sind unsere Politiker so dumm und blind?
    Haben Sie dafür eine Erklärung?
    Denken Sie, daran wird sich noch einmal etwas ändern? in der nächsten Generation womöglich?

    Die Probleme sind doch so dermaßen offensichtlich, dass die Politik dies erkennen muss. Sie scheint es nur absichtlich zu verdrängen. Aus welchem Grund? Das macht doch auch für die Politiker keinen Sinn. Was haben die denn davon?

  • 08.09.2010, 16:55 UhrAnonymer Benutzer: Diana TEll

    Herr Neuerer, haben sie eigentlich jemals die Rede von Martin Hohmann gelesen? Wenn ja, würde mich das überraschen. Denn von "Tiraden" gegen "Juden als Tätervolk" konnte ich auch beim wiederholten Studium des Textes nichts finden. Falls Sie, sehr geehrter Handelsblatt-Autor, den Text entegen meinem Eindruck doch gelesen haben, glauben Sie wirklich ihn verstanden zu haben?
    Nach meinem Eindruck sind es die zahllosen Journalisten, Moderatoren und Autoren, die wesentlich einen politisch korrekten Zeitgeist fern der Realität befeuern, den in Zeiten des internets nicht einmal mehr der Dümmste ernst nimmt.
    Zum Thema Sarazzin-Thesen stimme ich Familie Reuthe von der Waterkant (s.o.) voll und ganz zu.

  • 08.09.2010, 14:30 UhrAnonymer Benutzer: SM

    Und wieder ein schlampig recherchierter Artikel. Herr Neuerer hat offensichtlich die Rede von Martin Hohmann weder gelesen noch den inhalt verstanden.

    in der Rede von Martin Hohmann heißt es im Fazit der Rede wörtlich: ..."Daher sind weder "die Deutschen", noch "die Juden" ein Tätervolk."...

    Es ist immer wieder abenteuerlich, wie es eine Clique politisch korrekter Journalisten schafft solange dieselben Lügen und Verdrehungen zu schreiben, bis sie selbst an den blödsinn glauben.

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