Parteigründung
Die Linke geht an den Start

Die Genossen sind Umbenennungen ihrer Partei schon gewohnt: SED, PDS, Linkspartei und nun folgt Die Linke. Der Zusammenschluss von Linkspartei und WASG ist juristisch perfekt. Damit steht auch dem Comeback von Oskar Lafontaine als Parteichefs eigentlich nichts mehr im Wege.

HB BERLIN. Das Amtsgericht Berlin-Charlottenburg habe am Freitagmorgen mitgeteilt, dass die neue Partei Die Linke als Verein eingetragen worden sei, teilte der stellvertretende Vorsitzender der Linksfraktion im Bundestag, Bodo Ramelow, am Freitag auf dem Parteitag der Linkspartei in Berlin mit. „Die Verschmelzung ist vollzogen.“ Die Delegierten der Linkspartei und die Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) werden die Gründung der Partei an diesem Samstag in Berlin organisatorisch vollziehen und den Vorstand wählen. Für die Doppelspitze kandidieren der Vorsitzende der Linkspartei, Lothar Bisky, und der ehemalige SPD-Chef Oskar Lafontaine von der WASG.

Langjährige Genossen dürften schon mehrere Parteibücher in der Hand gehalten haben, schließlich wechselte ihre Partei in den vergangenen Jahren recht häufig ihren Namen: Im Dezember 1989 ging aus der DDR-Staatspartei, der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands (SED), die PDS hervor. 2005 wandelte sich die PDS in die Linkspartei um. Derzeit hat sie rund 60 300 Mitglieder, davon etwa 53 000 in Ostdeutschland.

Die Linkspartei ist im Europaparlament, im Bundestag, in allen ostdeutschen Landtagen, in Berlin und seit Mai gemeinsam mit der WASG in Bremen erstmals auch in einem westlichen Landesparlament vertreten. In Berlin stellt sie mit der SPD die Regierung. Von 1998 bis 2006 regierte Rot-Rot auch Mecklenburg-Vorpommern.

Parteichef Lothar Bisky hofft, dass der dritte Titel seit der Wende der vorerst letzte ist und die neue Partei Die Linke nach der Vereinigung mit der Wahlalternative Arbeit und soziale Gerechtigkeit (WASG) ihrem Namen auch gerecht wird.

Die SED war 1946 auch aus zwei Parteien entstanden - allerdings nicht freiwillig. Unter kommunistischem Zwang wurde in der sowjetischen Besatzungszone die SPD unter Otto Grotewohl mit der KPD von Wilhelm Pieck vereinigt. Die SED hatte in den 80er Jahren 2,3 Mill. Mitglieder. 95 Prozent schlossen sich nach dem Ende der DDR der in PDS umbenannten Partei nicht mehr an.

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