Parteispitze
Linkspartei schlüpft bei der IG Metall unter

20 Jahre lang tagte der Parteivorstand der Linkspartei selbstredend im 100-jährigen, nach Karl Liebknecht benannten Haus in Berlin-Mitte. Doch der Saal dort ist klein und die Parteispitze groß. Ab sofort trifft sich der Vorstand nun im Hauptquartier der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen.
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BERLIN. Die Linkspartei hakt sich fest bei den Gewerkschaften unter. Nicht nur im Kampf für Mindestlohn und gegen die Rente mit 67. Der innerste Zirkel der Partei schlüpft nun gar unters Dach der mächtigen IG Metall.

20 Jahre lang tagte der Parteivorstand selbstredend im 100-jährigen, 1926 von der KPD erworbenen und nach Karl Liebknecht benannten Haus in der kleinen Alexanderstraße in Berlin-Mitte. 1933 von der SA besetzt und in Horst-Wessel-Haus umbenannt, nutzte es nach 1945 zunächst die SED, später das Institut für Marxismus-Leninismus. Ab 1990 residierte hier - schräg gegenüber der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz - die PDS. Daran änderte sich auch nach der Fusion mit der westdeutschen WASG 2007 zunächst nichts, obwohl der Vorstand auf 44 Genossen anschwoll und der große Saal eher klein ist.

Ab sofort jedoch trifft sich die Parteispitze in der Alten Jakobstraße 149 in Kreuzberg - dem Hauptquartier der IG Metall Berlin-Brandenburg-Sachsen. "Geht es denen so schlecht, dass wir sie unterstützen müssen?" fragte Fraktionschef Gregor Gysi grinsend, als er davon erfuhr. Nein, und auch mit dem früheren Job des neuen Parteivorsitzenden Klaus Ernst als IG-Metall-Chef in Schweinfurt habe das gar nichts zu tun, heißt es im Liebknecht-Haus genervt. Der Saal der IG Metall sei eben billiger als der im Haus des "Neuen Deutschland".

Barbara Gillmann ist Korrespondentin in Berlin.
Barbara Gillmann
Handelsblatt / Korrespondentin

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