Parteitag
CDU folgt Merkel zurück zu den Wurzeln

Embrionentest-Verbot, deutsche Leitkultur, christliche Werte – die Kanzlerin führt die CDU zu ihren konservativen Wurzeln zurück. Nach Spekulationen über eine mögliche Kabinettsumbildung musste Angela Merkel in Karlsruhe die Partei hinter sich bringen. Und die Mannschaft folgt ihr, wenn auch nur knapp.
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HB KARLSRUHE. Mit einem deutlich konservativen Programm für die nächsten zwei Jahre versucht CDU-Chefin Angela Merkel ihre Partei in Karlsruhe hinter sich zu scharen. Mit strengeren Anforderungen an die Integration von Ausländern, einem klaren Bekenntnis zu christlichen Werten und einem Nein zu Embryonen-Gentests schärft die CDU damit vor den sechs Landtagswahlen im nächsten Jahr ihr konservatives Profil. Am Dienstag beschlossen die Delegierten den Leitantrag “Verantwortung Zukunft“ des Parteivorstands einstimmig.

Demnach soll Zuwanderung stärker an nationalen Interessen ausgerichtet werden, fordert die Partei. Ein „starker Staat“ solle Integrationsverweigerern entschieden entgegentreten, formuliert es der Leitantrag. „In Fällen von Integrationsverweigerung darf es keine Toleranz geben“, heißt es in dem Kapitel mit dem Titel „Deutsche Interessen statt Multikulti“. “Wer sich seinen Pflichten entzieht, für den sind Sanktionen mit Folgen für seinen Aufenthaltsstatus und seine Leistungsansprüche vorgesehen.“ Die Sanktionsmöglichkeiten müssten konsequent angewandt und geprüft werden, „ob weitere Verschärfungen notwendig sind“. Zuwanderung solle so gesteuert werden, "dass wir die Fachkräfte bekommen, die wir brauchen.“

Auch das Wort „Leitkultur“ taucht wieder auf. „Die christlich-jüdische Tradition, die Philosophie der Antike, die Aufklärung und unsere historische Erfahrungen sind die Grundlage für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft und bilden die Leitkultur in Deutschland.“ Familien sollen gestärkt werden, wobei die CDU auch in diesem Antrag Wert darauf legt, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie noch stärker gefördert wird. Trotz der Sparanstrengungen, heißt es etwa, „steht die Union zu dem von uns durchgesetzten Rechtsanspruch, eine bedarfsgerechte Betreuung für Kinder unter drei Jahren bis 2013 zu schaffen“.

Zuvor hatte sich die Partei bereits denkbar knapp für ein Verbot von Gentests an Embryonen ausgesprochen. Nach stundenlanger emotionaler Debatte votierten 51,06 Prozent der Delegierten für die Position von Parteichefin Angela Merkel, die die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) ablehnt. Mit einem Vorsprung von lediglich 17 Stimmen setzten sich die Kritiker der Methode damit gegen einige prominente Befürworter wie Vizechefin Ursula von der Leyen, Familienministerin Kristina Schröder und dem Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Peter Hintze, durch.

Bei der PID können im Reagenzglas erzeugte Embryonen vor der Einpflanzung in den Mutterleib auf Erbkrankheiten untersucht und aussortiert werden. Merkel hatte am Montag betont: „Ich bin für ein Verbot der PID, weil ich einfach Sorge habe, dass wir die Grenzen nicht richtig definieren.“ Ärzte schätzen die Zahl der betroffenen Paare auf 150 bis 200 im Jahr.

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Kommentare zu " Parteitag: CDU folgt Merkel zurück zu den Wurzeln"

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  • ja, normalerweise wähle ich nicht so harte Worte, aber was Merkel da grad nochmal glaubt gerettet zu haben, werden unsere Klienten und Freunde, viele Polizisten und Ermittler ihr nicht so schnell verzeihen. Wir hielten ihr lange die Stange, doch 81 Leichen in csu-Kliniken mit gefälschten Papieren und Hunderte Titelbanditen - das hält keine Politik aus, zumal Frau Merkel seit vielen, vielen Monaten davon weiß. Sie weiß alles. Wenn sie das nicht thematisiert, gehört sie ab sofort zu den Organisiert Kriminellen der csu-reste. Das Spiel ist aus. Jetzt wirds richtig teuer für Euch, cdu/csu. Das kann euch den politischen Kopf kosten - und zwar für immer! Dr. bernhard Pallmann, Anti-Korruption

  • Wer diesen Schwachsinn glaubt, den Merkel da labert, der glaubt auch an rosa getupfte Kaninchen.
    Welche Wurzeln denn?
    1.) Frau Merkel hat doch gar keine CDU-Wurzeln
    2.) hat sie doch die CDU völlig zerlegt
    3.) Sie hat doch nur noch Vasallen und dümmliche und teils völlig nichtssagende Weiber um sich geschart (Schavan) und von der Leyen, der fällt doch der Sozialismus aus dem Gesicht.
    Die würde doch am liebsten wie in der DDR die Arbeitspflicht für Frauen einführen und die Kinder schon von der Entbindungsstation holen in die Staatserziehung
    Und dann die ganzen Männlein, meine Güte, da wird einem ja Angst.
    Die könne man mir auf dem Silbertablett servieren, die würd ich mit der Kneifzange nicht anfassen, solche dümmlichen nichtssagenden Männchen die glauben, wenn sie im Anzug rumrennen sind sie wer
    Eine Kollegin von mir sagte kürzlich noch, bevor sie sich mit so einem abgeben würde, würde sie ja lieber noch lesbisch
    Also CDU und Wurzeln? Die CDU gibt es nicht mehr, das war gestern.
    Heute ist die vermerkelte CDU allenfalls eine sozialistische blockpartei
    ist Merkel eigentlich die späte Rache von Honecker?
    Und was heißt denn dieser Schwachsinn immer mit den jüdischen Wurzeln?
    Den hat Merkel eingeführt, als bekennende israle-Anhängerin. Sie stellte in ihrr erten Reg.-Erklärung 2005 ja auch israel über Deutschland.
    "ich bin mal konservativ, mal liberal und auch mal christlich"
    Wer so eine Aussage macht, der ist gar nichts, deer hat gar keine Überzeugung.

  • Was, "CDU folgt Merkel zurück zu den Wurzeln"?
    Nein! Merkel folgt scheinbar und gezwungendermaßen der CDU-Stimmung.
    Richtig ist lediglich das Ziel "zu den Wurzeln", denn sie vertragen kein Licht, sie verzweigen sich in der Finsternis bis hin zur Hölle. Das Geschäft ist das böse.
    Strahlung (Röntgen, Atommüll, E-Smog) auch Medikamente erzeugen Veränderungen am Erbgut. Wieviel Moral steckt denn im Verbot der PiD, wenn wie beim Contergan die Würde der betroffenen Menschen stark beschnitten ist? Da war ja das Mittelalter noch näher an der Kirche! Und die galt schon nicht als barmherzig.
    Schutz der Familie, Kindergarten, Chaosschule im Abrißgebäude, Vereinbarkeit von beruf und Familie?
    ich empfehle der CDU 30 Jahre Nachhilfeunterricht!

    bezeichnenderweise stand die strafrechtliche Verfolgung des bankstertums nicht auf der Agenda.

    [2] aruba, Sie haben Recht.

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