Parteitag
Grüne freuen sich über Kampfansage der Kanzlerin

Die Grünen nehmen den Fehdehandschuh auf: Die Ökopartei will auf die Attacken der Kanzlerin antworten und auf dem Parteitag ihr Neinsager-Image abschütteln. Zentrale Themen sollen die Rente mit 67 und der Weg zu den erneuerbaren Energien sein.
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HB BERLIN. Die Aufwertung durch die Kanzlerin höchstpersönlich beflügelt die Grünen kurz vor ihrem Parteitag am Wochenende ungemein. Parteichefin Claudia Roth freut sich über die neue „Gegnerschaft auf Augenhöhe“ mit der Union. Der wollen sich die Grünen nun „selbstbewusst, aber nicht selbstüberheblich“ stellen. „Wir nehmen den Fehdehandschuh, den die CDU auf ihrem Bundesparteitag in Richtung der Grünen geworfen hat, gerne auf“, sagt Bundesgeschäftsführerin Steffi Lemke.

Auf dem Basistreffen der 820 Delegierten im badischen Freiburg wollen die Grünen zeigen, dass sie eben nicht die Protestpartei sind, als die Merkel sie beschimpft hat. Mit neuen Vorstößen etwa in der Energie- oder Gesundheitspolitik wollen sie das programmatische Fundament für die Bundestagswahl 2013 legen und so zugleich die vielen neuen Anhänger bei der Stange halten. „Auftrag grün“ lautet das Motto des Parteitags.

Es soll ein „harter Arbeitsparteitag“ werden, versichert Roth, die Grünen seien alles andere als „besoffen von guten Umfragen“. Diese liegen seit dem Sommer bei Rekordwerten um die 20 Prozent. Bereits jetzt regiert die Partei in Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen und im Saarland mit, die Zahl der Mitglieder ist seit Jahresbeginn um fast 4 000 auf knapp 52 000 gewachsen.

Zudem rechnen sich die Grünen Chancen aus, nach den Landtagswahlen 2011 auch in Baden-Württemberg, Berlin und Rheinland-Pfalz mitzuregieren. Als sicher gilt zudem der Einzug in die Landtage von Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern. Auch das jüngst erwachte Interesse der Wirtschaft an ihrer Politik beflügelt die Ökopartei.

Der ungeahnte Erfolg 30 Jahre nach der Gründung wird aber allenfalls in den vielen Bewerbungsreden für die Parteispitze eine Rolle spielen, eine Debatte ist nicht vorgesehen. Die Wiederwahl von Roth und Cem Özdemir als Parteichefs gilt mangels Gegenkandidaten als sicher.

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  • Die Grünen sind doch Wendehälse mit Schmuddel-Halstüchern und gefärbten Haaren. integration nach Ströbele-Art endet immer in Parallel-Gesellschaften, das ist doch von den Grünen so gewollt gewesen.
    Meine Vermutung ist, dass SPD und Grüne gezielt Armuts-Migranten ins Land geholt haben, damit sie erstmal schnell Staatsbürger werden und dann schnell natürlich kräftig SPD und Grüne wählen. Also die Demokratie ist Schuld daran, dass wir Parallel-Gesellschaften haben. Alle Parteien wollen nur an die Macht, egal wie. Aber die deutschen Duckmäuser sind jetzt hoffentlich mal aufgewacht, dank Sarrazin.

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