Parteitag
Grüne gehen mit sich selbst ins Gericht

Führende Grünen-Politiker haben sich nach dem Wahl-Debakel selbstkritisch zum Wahlkampf geäußert. Die Anwärterinnen auf den Fraktionsvorsitz, Katrin Göring-Eckardt und Kerstin Andreae, führten einen Schlagabtausch.
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Auf dem Länderrat am Samstag in Berlin wurden aber auch unterschiedliche Akzente zum künftigen Kurs deutlich. Während der bisherige Spitzenkandidat Jürgen Trittin sozialpolitische Forderungen der Grünen im Grundsatz verteidigte, forderten etwa die mögliche künftige Fraktionschefin Kerstin Andreae sowie der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann grundlegendere Korrekturen.

"Unser Platz ist in der Mitte der Gesellschaft", sagte Kretschmann am Rande der Beratungen. Er warnte davor, das Thema Verteilungsgerechtigkeit zu stark zu betonen, denn dieses Thema sei von SPD und Linken schon besetzt. "Die Grünen sollten sich mit anderen Themen beschäftigen", mahnte er eine Rückbesinnung auf traditionelle Kernkompetenzen an.
Der frühere Parteichef Reinhard Bütikofer mahnte, in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft "das Kernthema der ökologischen Transformation wieder ins Zentrum zu rücken". "Wir haben unsere libertären Wurzeln vernachlässigt." Bütikofer kritisierte auch Verbotsdebatten wie um den sogenannten Veggie-Day.

Trittin sagte, die Grünen hätten die Veränderungsbereitschaft der Menschen unterschätzt und "die Zahl der Gegner unterschätzt". Dabei räumte er auch eine persönliche Mitverantwortung ein. Maßgebliche inhaltliche Korrekturen lehnte Trittin aber ab: "Ich kann mit diesem Grundsatzprogramm prima leben."
"Wir werden auch in Zukunft unsere Stimme erheben gegen Lohndumping und soziale Ausgrenzung", verteidigte die saarländische Landtagsabgeordnete Simone Peter, die sich um den Bundesvorsitz der Grünen bewirbt, den sozialpolitischen Teil des Wahlprogramms der Partei. Gerade nach dem Ausscheiden der FDP aus dem Bundestag sollten die Grünen aber stärker deutlich machen: "Die eigentliche Bürgerrechts- und Freiheitspartei sind wir."

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Kommentare zu " Parteitag: Grüne gehen mit sich selbst ins Gericht"

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  • @oliarch

    Zugegeben, Rechner verbreitet hier jede Menge Blödsinn. Aber in Bezug auf die Grünen hat er durchaus recht.

  • Sie irren sich. Die FDP wird sich nach einem Personalwechsel wieder erholen, auch wenn das dauern wird. Die Grünen werden weiter fallen. Sie haben keinerlei Alleinstellungsmerkmal mehr und sie sind zutiefst antidemokratisch. Grundlegend schief liegen Sie bei der AfD. Die steht gerade erst am Anfang ihres Aufstiegs und die Lügen der Etablierten und die Enteignung der Deutschen werden für deutlichen Zuwachs sorgen. Manche brauchen halt etwas länger um das zu erkennen.

  • die "Gruenen"??? wer war das.??? ein gruen angestrichener desperado furz der Geschichte ohne jeden Inhalt und funktion

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