Parteitag in Hamburg
Schill strebt politisches Comeback an

Der Hamburger Ex-Innensenator Schill will sich künftig bundespolitisch engagieren. Das kündigte er auf dem Bundesparteitag seiner Gruppierung an.

HB BERLIN. Zwei Monate nach seiner Ablösung als Hamburger Innensenator strebt Ronald Barnabas Schill zurück auf die politische Bühne. Auf einem Bundesparteitag seiner Partei Rechtsstaatlicher Offensive kündigte er am Wochenende an, sich in Zukunft stärker in der Bundespolitik zu engagieren. "Als Leitfigur möchte ich mich in Landtags- und Kommunalwahlkämpfen einschalten. Programme muss man mit Personen verbinden", sagte der von den Delegierten stürmisch gefeierte Parteigründer am Rande des Kongresses. Im Anschluss an seine Entlassung sei er das "Opfer einer beispiellosen Medienkampagne geworden", beklagte Schill.

Bravo-Rufe und Klatschmarsch

Er wolle erneut für das Amt des Hamburger Landesvorsitzenden kandidieren. Der Ex-Senator schloss aber aus, als Spitzenkandidat in die Europawahl zu ziehen.

Der Ehrenvorsitzende der Partei wurde von den 200 Delegierten mit Bravo-Rufen und rhythmischem Klatschen begrüßt. Die Rede des Bundesvorsitzenden Mario Mettbach wurde dagegen von Zwischenrufen und tumultartigen Szenen unterbrochen.

Keine Schill-Partei ohne Schill

Mettbach sprach sich dagegen aus, den Namen Schill aus der Kurzbezeichnung der Partei zu streichen. «Dann würde der Eindruck entstehen, als wollte sich die Partei von ihrem Gründer abwenden», warnte er.

Am Samstagabend verabschiedeten die Delegierten nach kontroverser Debatte ein Parteiprogramm. Es enthält unter anderem die Forderungen, den Bundespräsidenten direkt zu wählen und Parlamente zu verkleinern.

Mettbach greift von Beust an

Zu Beginn des Parteitags hatte Mettbach den Hamburger Bürgermeister von Hamburg Ole von Beust wegen seiner Rolle bei der Entlassung Schills als Senator scharf angegriffen. «Das Krisenmanagement des Ersten Bürgermeisters in dieser Frage war unter aller Sau», sagte Mettbach. Er ist als Bausenator und Zweiter Bürgermeister Stellvertreter Beusts im Hamburger Senat. Mettbach kritisierte zugleich Schill wegen der durch die Affäre um seine Person produzierten Negativschlagzeilen: «Noch so eine Sache wie auf der Pressekonferenz am 19. August kann die Partei nicht vertragen.»

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%