Parteitag
Schäfer-Gümbel neuer Chef der Hessen-SPD

Die hessische SPD hat nun auch an der Parteispitze in Thorsten Schäfer-Gümbel einen Nachfolger für die umstrittene Andrea Ypsilanti gefunden. Auf dem Landesparteitag wurde der bei der Landtagswahl gescheiterte Schäfer-Gümbel zum neuen Landesvorsitzenden gewählt.

HB DARMSTADT. Nach ihrer verheerenden Wahlniederlage bei der Landtagswahl hat die hessische SPD eine neue Führung gewählt. Auf dem Landesparteitag in Darmstadt erhielt der neue Parteivorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel am Samstag 298 von 330 gültigen Stimmen. 22 Delegierte stimmten gegen ihn. Zehn enthielten sich der Stimme. Das entspricht einer Zustimmung von 90,3 Prozent.

Zur neuen stellvertretenden Parteivorsitzenden wählten die Delegierten die Bürgermeisterin von Hofheim am Taunus, Gisela Stang. Als weitere Stellvertreter wurden die Vorsitzenden der Parteibezirke Hessen-Süd und Hessen-Nord, Gernot Grumbach und Manfred Schaub, in ihren Ämtern bestätigt. Zum neuen Generalsekretär der Partei wählte der Parteitag den Bundestagsabgeordneten Michael Roth.

"Dieser Parteitag steht unter der Überschrift Selbstkritik und Aufbruch", sagte Schäfer-Gümbel. Nach der gescheiterten Regierungsübernahme und dem Absturz bei der Landtagswahl auf 23,7 Prozent seien zahlreiche Wunden noch frisch. Die hessische SPD habe 2008 das Augenmaß verloren. Das Ergebnis sei "ein herber Denkzettel" gewesen.

Der 39-Jährige rief die Landespartei auf, sich künftig weniger mit sich selbst und mehr auf die gemeinsamen Ziele der SPD zu konzentrieren: "Wenn man Menschen überzeugen will, muss man wissen wovon." Die SPD müsse den Bürgern wieder Orientierung in schwieriger Zeit geben.

Ypsilanti sagte in ihrer Abschiedsrede als Landesvorsitzende, der Versuch, in Hessen eine rot-grüne Landesregierung mit Unterstützung der Linken zu bilden, habe die SPD in ein noch nie dagewesenes emotionales Wechselbad gestürzt. Der angestrebte Regierungswechsel sei aber keine einsame Entscheidung, sondern eine gemeinsame Anstrengung der hessischen SPD gewesen: "Ich habe nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt."

Die scheidende Parteivorsitzende räumte Fehler ein, bestritt aber, für die gescheiterte Regierungsbildung im Herbst 2008 verantwortlich zu sein: "Die Verantwortung dafür, dass die drei SPD-Abgeordneten die Partei in ein Debakel gestoßen haben, müssen diese schon selber tragen." Die Delegierten verabschiedeten Ypsilanti mit stehendem Applaus.

Der Parteitag sollte am Nachmittag auch die hessische SPD-Landesliste für die Bundestagswahl aufstellen. Dabei kündigten sich einzelne Kampfkandidaturen an. Der Landesvorstand hat die Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul, als hessische Spitzenkandidatin vorgeschlagen.

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