Partymanager Schmidt
Wowereits Finca-Urlaub beschäftigt Parlament

Der Eventmanager Schmidt war schon in der Wulff-Affäre eine zentrale Figur. Jetzt gerät auch Berlins Regierender Bürgermeister in Bedrängnis, weil er auf Schmidts Finca einen Urlaub verbracht hat.
  • 11

BerlinEin Urlaub des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) bei einem aus der Wulff-Affäre bekannten Eventmanager wird Thema im Landesparlament. Die Grünen-Fraktion im Abgeordnetenhaus will den Kurzurlaub in einer spanischen Finca des umstrittenen Party-Veranstalters Manfred Schmidt am Mittwoch im Rechtsausschuss erörtern.

Wowereit solle damit Gelegenheit bekommen, seine Kontakte zu Schmidt im Zusammenhang darzustellen. Der SPD-Politiker hatte in der Antwort auf eine Parlamentarische Anfrage mitgeteilt: „Der Regierende Bürgermeister war vor acht Jahren im Rahmen eines privaten Spanien-Urlaubs einmal für 2-3 Tage Gast bei Herrn Schmidt auf dessen Finca bei Barcelona.“

Wowereit versicherte am Sonntagabend in der RBB-„Abendschau“: „Das war ein privater Besuch.“ „Es gibt keinerlei geschäftliche Beziehungen von der Senatskanzlei zu Herrn Schmidt.“ Auf Nachfrage fügte er hinzu: „Ich habe nicht für den Aufenthalt bezahlt. Aber das ist bei privaten Besuchen auch nicht üblich.“

Schmidt gilt als eine zentrale Figur in der Affäre um den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff. Er hatte die private Lobby-Veranstaltung „Nord-Süd-Dialog“ organisiert, bei der der damalige niedersächsische Ministerpräsident Wulff als Schirmherr fungierte und für die das Land Leistungen beigesteuert hatte. Schmidt steht im Verdacht, Wulffs damaligen Sprecher Olaf Glaeseker mit kostenlosen Urlauben bestochen zu haben.

Der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Sven Kohlmeier, findet einen kurzen Urlaub Wowereits auf Schmidts Finca nicht anrüchig: „Es fehlen die Gegengeschäfte zugunsten von Schmidt wie in Niedersachsen“, sagte er der Nachrichtenagentur dpa.

Auch Wowereits Koalitionspartner CDU gab Rückendeckung: Mit dieser Art der Auseinandersetzung müsse Schluss sein, verlangte der Generalsekretär der Landes-CDU, Kai Wegner, im „Tagesspiegel“ (Samstag). Wie die Grünen sehen aber auch die Piratenpartei und die Linken weiteren Aufklärungsbedarf. Der Linken-Landesvorsitzende Klaus Lederer verlangte, Wowereit müsse „die Karten auf den Tisch legen“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Partymanager Schmidt: Wowereits Finca-Urlaub beschäftigt Parlament"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Politiker allgemein können nach meiner Ansicht alles annehmen. Strafbar und hier massiv, wird es erst, wenn Taten dafür erfolgen. Dann aber für beide Seiten, wenn sie nicht in der Lage sind, Freundesdienst zu trennen. Ich habe auch mit Freunden zusammen gearbeitet, wenn die Preise marktkonform waren. Freundschaft war nie ein Grund für die Zusammenarbeit.

  • @margritt1788

    "In Düsseldorf feierte der OB dicke Party"

    Und niemand hat margritt1788 den Partycrusher himself dazu eingeladen. Das ist natürlich schon herzlos.

  • @Stinkfish

    Karr, Karr, Karr ...

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%