Passauer Polizeichef
LKA übernimmt Sonderkommission zu Mannichl-Attentat

Nach tagelanger Ungewissheit über die weiteren Ermittlungen im Fall des niedergestochenen Passauer Polizeichefs Alois Mannichl hat das Bayerische Landeskriminalamt (LKA) die Untersuchungen übernommen. Die bisher in Passau angesiedelte Sonderkommission werde unter Federführung des LKA fortgeführt.

HB MÜNCHEN/PASSAU. Das teilten Landesinnenministerium und Staatsanwaltschaft am Dienstag mit. Mitarbeiter der bisherigen Sonderkommission und die Passauer Polizei blieben aber eng eingebunden.

Unterdessen verbot die Stadt Passau eine für Samstag geplante Kundgebung aus dem Umfeld der rechtsextremen NPD. Mannichl wurde bei dem vermutlich von einem Neonazi begangenen Attentat vor zwei Wochen schwer verletzt.

Die Stadt Passau begründete das Verbot der NPD-Demonstration mit dem direkten Zusammenhang zu dem Attentat. Die Kundgebung sei als Teil einer Kampagne zur Bagatellisierung der Tat und zur Verhöhnung des Opfers anzusehen. Es gehöre zu den ungeschriebenen Gesetzen der Rechtsordnung, dass Verbrechensopfer nicht herabgewürdigt werden dürften. Nach Angaben der Stadt kündigte der Veranstalter an, gegen das Verbot zu klagen. Das zuständige Regensburger Verwaltungsgericht will in diesem Fall am Freitag eine Eilentscheidung treffen.

Das Ministerium und die Staatsanwaltschaft Passau begründeten die Verlagerung der Ermittlungen unter anderem damit, dass Mannichl bald wieder in den Dienst zurückkehren könnte. Er wäre dann Vorgesetzter der Sonderkommission, die den Anschlag auf ihn untersucht. Es sei insbesondere aus strafprozessualen Gründen geboten, die Sonderkommission unter andere Federführung zu stellen.

Der bayerische Landespolizeipräsident Waldemar Kindler sagte der "Süddeutschen Zeitung", sobald Mannichl wieder seinen Dienst beginne, wäre er Opfer, Hauptbelastungszeuge und Ermittlungsleiter in einer Person. Im Innenministerium geht man laut "SZ" davon aus, dass Mannichl im Januar in den Dienst zurückkehrt.

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