Paul van Dyk kontra Höcke: Top-DJ fordert mit Song-Verbot AfD-Hardliner heraus

Paul van Dyk kontra Höcke
Top-DJ fordert mit Song-Verbot AfD-Hardliner heraus

Björn Höcke muss sich eine neue Hymne für seine Erfurter Anti-Asyl-Kundgebungen suchen. Den Song „Wir sind wir“ des international bekannten DJ Paul van Dyk darf der umstrittene AfD-Politiker nicht mehr einsetzen.

BerlinDer Berliner DJ Paul van Dyk verbietet der Alternative für Deutschland (AfD) die Nutzung eines seiner Lieder. Ende Januar hat van Dyk der Partei über seinen Anwalt eine Unterlassungsaufforderung zukommen lassen, berichtet die Wochenzeitung „Die Zeit“. Darin verbietet er der AfD „jedwede unberechtigte Nutzung“ des Songs „Wir sind wir“.

Der Thüringer Fraktionsvorsitzende der AfD, Björn Höcke, hatte das Lied von Peter Heppner und van Dyk seit vergangenem Jahr immer wieder als seine Auftrittsmusik bei den monatlichen Kundgebungen auf dem Erfurter Domplatz einspielen lassen. Zuletzt wurde es Mitte Januar 2016 gespielt.

Van Dyk und Peter Heppner hatten den 2001 erstmals veröffentlichten Titel gemeinsam geschrieben. Der DJ ist für seine elektronische Tanzmusik international bekannt und möchte nicht, dass sein Werk als Hymne von der Partei genutzt wird. „Ich distanziere mich aufs Schärfste von der AfD“, sagte er der „Zeit“. Sollte die AfD das Lied weiter verwenden, will van Dyk urheber- und strafrechtlich dagegen vorgehen. Ein entsprechender Brief van Dyks sei Anfang Februar in der Bundesgeschäftsstelle der AfD eingegangen, bestätigte Parteisprecher Christian Lüth am Mittwoch.

Die Thüringer AfD erklärte, sie wolle auch weiterhin Lieder bekannter Künstler auf seinen Kundgebungen spielen. Neben „Wir ist Wir“ kämen auch andere in Frage. „Selbstverständlich erfolgt die Verwendung dieser Titel unter Beachtung des geltenden Rechts“, betonte der parlamentarische Geschäftsführer der AfD-Fraktion im Landtag, Stefan Möller. Anderslautende Behauptungen seien ohne jede Grundlage.

„Wir sind wir“ ist ein Lied über die Deutschen, mit Anspielungen auf den Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg und die Wiedervereinigung. In dem Song heißt es unter anderem „Wir sind wir, wir steh'n hier, wieder eins in einem Land, superreich und abgebrannt“ und „so schnell kriegt man uns nicht klein“.

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