PDS-Kandidatur
„Tatort“-Kommissar vom Bildschirm verbannt

Die Spitzenkandidatur von Peter Sodann für die PDS in Sachsen hat gravierende Folgen: Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) verbannt den "Tatort"-Schauspieler zeitweise vom Bildschirm.

HB BERLIN. Kulturstaatsministerin Christina Weiss (parteilos) hat gar eine generelle „Sendepause“ für den Schauspieler Peter Sodann gefordert, der in Sachsen als PDS-Spitzenkandidat in den Bundestagswahlkampf ziehen will. „Schleichwerbung, jetzt auch im Tatort“, sagte Weiss bei Spiegel-Online. „Ich bin schockiert. Peter Sodann sollte seinem Vorbild Arnold Schwarzenegger folgen und während des Wahlkampfes auf fiktionale Fernsehpräsenz verzichten.“ Sodann spielt unter anderem im „Tatort“ den sächsischen Kommissar Bruno Ehrlicher.

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) wird in den sechs Wochen vor der vorgezogenen Bundestagswahl keinen „Tatort“ mit Sodann zeigen. Der Sender reagiere damit auf Grundlage einer allgemeinen ARD-Regelung auf die Kandidatur Sodanns als PDS-Spitzenkandidat, sagte Sprecherin Birthe Gogarten am Montag. Prominente, die sich politisch engagierten, würden danach generell in den Wochen vor der Wahl nicht gezeigt. Eine „Tatort“-Erstausstrahlung sei in der Zeit ohnehin nicht geplant. Um die Wiederholung eines alten Krimis auszuschließen, werde das Material nicht frei gegeben.

Offen ist noch, was bei einem Wahlerfolg Sodanns mit der für den 30. Oktober geplanten „Tatort“-Folge passiert. „Das ist alles noch ganz frisch und wir hatten so einen Fall noch nicht“, sagte Gogarten und bestätigte einen Bericht des „Tagesspiegel“. Es sei noch nicht entschieden, was mit der bereits abgedrehten Sendung oder mit geplanten Dreharbeiten für neue Folgen geschehe. Laut Gogarten ist eine Entscheidung des Sender vor der Wahl unwahrscheinlich.

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