PDS und WASG beginnen Verhandlungsmarathon
Linksbündnis übt sich in Zweckoptimismus

Die PDS und die Linkspartei WASG wollen ihr angestrebtes Bündnis für die geplante Bundestagswahl bis Samstag unter Dach und Fach bringen.

HB BERLIN. "Ich bin nach wie vor optimistisch", sagte PDS-Bundeswahlkampfleiter Bodo Ramelow am Donnerstag der dpa. Die entscheidenden Verhandlungen mit der Wahlalternative Arbeit und Soziale Gerechtigkeit (WASG), die am Donnerstagabend beginnen sollten, würden voraussichtlich bis Samstagmittag dauern.

Bis zuletzt hatte der ehemalige SPD-Vorsitzende Oskar Lafontaine nicht gesagt, ob er sich an dem geplanten Bündnis beteiligen will. Für die PDS tritt Gregor Gysi als Spitzenkandidat an, der sich nach eigenen Worten über eine Zusammenarbeit mit Lafontaine freuen würde. Die stellvertretende PDS-Vorsitzende Dagmar Enkelmann zeigte sich kurz vor Beginn der Verhandlungen mit der WASG optimistisch. Alles deute darauf hin, dass sich beide Seiten bei einem Treffen führender Vertreter einigen werden, sagte sie der Chemnitzer "Freien Presse".

Die PDS schlägt einen Namenszusatz und offene Listen für die Kandidatur von WASG-Mitgliedern vor. Im Gespräch sind die Namen PDS - Wahlalternative, Wahlalternative-PDS und Demokratische Linke-PDS.

"Die PDS muss erkennbar bleiben", sagte Ramelow. Eine Parteifusion oder Neugründung vor der Bundestagswahl schloss er aus.

PDS-Chef Lothar Bisky betonte im WDR, er rechne mit der Zustimmung seiner Partei zu einem gemeinsamen Linksbündnis mit einem veränderten Namen. Die entscheidende Frage sei: "Ist eine Tradition, ist ein Name wichtiger als mehr Kraft für soziale Gerechtigkeit zu investieren? Da ist mir bei der PDS nicht bange." Am Samstag beziehungsweise Sonntag wollen die Vorstände von PDS und WASG intern über die Ergebnisse der Verhandlungen und das weitere Vorgehen beraten.

Nach einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa für den Fernsehsender n-tv könnte ein Linksbündnis bei einer vorgezogenen Wahl im Herbst auf acht Prozent der Stimmen hoffen. Das ist nur ein geringfügig höheres Potenzial als die PDS alleine mobilisieren würde (sieben Prozent).

Unterdessen wandte sich die Berliner Splitterpartei Demokratische Linke (DL) entschieden gegen die Verwendung ihres Namens durch ein Wahlbündnis von PDS und WASG. Die DL wurde vor sechs Jahren gegründet und hat nach eigenen Angaben etwa 60 Mitglieder.

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