PDS und WASG wollen heute ihren Namensstreit beenden und das Linksbündnis besiegeln
Streit um des Kaisers Punkt

Manchmal ist Politik nicht mehr als ein kleines Fleckchen Tinte. Ein solches befindet sich zwischen den beiden Namensbestandteilen des neuen Linksbündnisses "Demokratische Linke.PDS". Wenn man genau hinschaut, findet man dort einen Punkt. Kein Schrägstrich, kein Bindestrich. Ein Punkt.

BERLIN. Wieso das? "Die Frage, ob Punkt oder Strich, könnte entscheidend sein", sagt PDS-Wahlkampfleiter Bodo Ramelow. Seit Wochen ringen PDS und WASG, die beiden bündniswilligen Linksparteien, um eine Lösung im Streit, unter welchem Namen sie zur Bundestagswahl im Herbst antreten werden. Das Wahlrecht spielt dabei eine Rolle, allerhand Animositäten zwischen Ost und West und die wechselseitige Furcht, vom anderen übervorteilt zu werden. Mehrfach hatte man der Welt verkündet, man sei sich einig geworden, um am nächsten Tag weiterzustreiten.

Heute nun, da schwören beide Seiten Stein und Bein, sollen die Würfel fallen: Die Spitzen von PDS und WASG kommen zur entscheidenden Verhandlungsrunde zusammen, um die leidige Namensfrage aus der Welt zu schaffen. Einer der zentralen Punkte auf der Tagesordnung ist, auf den Punkt gebracht, der Punkt.

Zwei Gründe nennt der PDS-Wahlkampfleiter: Zum einen soll der Tintenklecks helfen, die wahlrechtlichen Bedenken des nordrhein-westfälischen Landeswahlleiters auszuräumen, der womöglich die linke Liste gar nicht zur Wahl zulassen könnte. Der NRW-Landesverband der PDS soll nach der Vereinbarung beider Seiten seine Wahlliste möglichst unter dem Namen "Demokratische Linke" einreichen - also ohne den Zusatz PDS. Darauf hatte die WASG bestanden. Das Wahlrecht verbietet aber, sich anders zu nennen, als man eigentlich heißt. Daher hängt alles davon ab, ob das Kürzel PDS als bloßes Anhängsel oder als integraler Namensbestandteil ausgelegt wird. Hier kommt der Punkt ins Spiel: Er soll, anders als ein Bindestrich, deutlich machen, dass es sich um einen bloßen Zusatz handelt. "Das haben die bei der WASG auch lange nicht verstanden", beruhigt Ramelow den verwirrten Reporter.

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