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Peer Steinbrück: Das „Peerlusconi“-Problem der SPD

Steinbrück spricht gerne Klartext. Doch mit seinen abfälligen Italien-Äußerungen hat er einen diplomatischen Eklat ausgelöst. Verspielt der Kanzlerkandidat damit auch alle Wahlchancen für die SPD?

BerlinEin Vorzeigediplomat war er nie. Und Peer Steinbrück wird es wohl auch nie werden. Dafür ist der SPD-Kanzlerkandidat zu sehr er selbst. Mit knallharten politischen Ansagen hat er schon in seiner Zeit als Bundesfinanzminister für Aufsehen gesorgt, als er der Schweiz im Steuerstreit mit der Kavallerie drohte. Doch gelernt hat er daraus wenig. Den diplomatischen Scherbenhaufen, den er hinterließ, mussten andere für ihn zusammenkehren.

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Steinbrück bleibt eben Steinbrück – unverstellt und ungefiltert. Dass ihm dabei gerne unterstellt wird, sehr oft erst zu sprechen und dann über das Gesagte nachzudenken, stört ihn nicht weiter. Im Gegenteil: Selbst bei seinem jüngsten Fehltritt, seinen umstrittenen Äußerungen über den Wahlausgang in Italien, sagte er hinterher, als sich die Empörungswelle längst ihren Weg durch die Republik bahnte: „Gesagt ist gesagt.“

SPD-Kanzlerkandidat Steinbrücks Fettnäpfchen

  • SPD-Kanzlerkandidat: Steinbrücks Fettnäpfchen
  • SPD-Kanzlerkandidat: Steinbrücks Fettnäpfchen
  • SPD-Kanzlerkandidat: Steinbrücks Fettnäpfchen
  • SPD-Kanzlerkandidat: Steinbrücks Fettnäpfchen

Seine Partei sieht darin ein Pfund, mit dem der Kanzlerkandidat bei den Wählern punkten soll. Die Genossen sehen aber auch das Risiko, das damit verbunden ist. Denn Steinbrück lässt sich nicht kontrollieren. Da passieren dann schon mal Patzer, die in Debatten münden, deren Ausgang nicht wirklich steuerbar ist. Wenn die Empörung dann auch noch vom Ausland ausgeht, wie im Fall der Italien-Schelte Steinbrücks, dann wird es gänzlich unübersichtlich für die Genossen und die Wahlkampfstrategen in der SPD-Zentrale.

Peer Steinbrück - seine Biographie

  • Gebürtiger Hamburger

    Geboren am 10. Januar 1947 in Hamburg, verheiratet mit einer Studienrätin, drei Kinder. Den Namen Peer verdankt er seiner dänischen Großmutter.

  • Zwei Jahre Bundeswehr

    1968 macht Steinbrück Abitur, danach ist er zwei Jahre bei der Bundeswehr.

  • Parteieintritt

    1969 erfolgt der Eintritt in die SPD.

  • Studium

    1970 - 1974 Volkswirtschafts-Studium in Kiel. Währenddessen lernt Steinbrück seine spätere Ehefrau kennen.

  • Erstes Treffen mit Helmut Schmidt

    1974 - 1981 Tätigkeiten in Bundesministerien und im Kanzleramt. In dieser Zeit trifft Steinbrück auch zum ersten Mal den Bundeskanzler Helmut Schmidt. Heute spielen die beiden gelegentlich Schach. Schmidt über Steinbrücks Kanzlerkandidatur: „Er kann es“.

  • Zeit als Referent

    1981 - 1985 Referent von Bundesforschungsminister Hans Matthöfer sowie in der SPD-Bundestagsfraktion

  • Büroleiter in Düsseldorf

    1986 - 1990 Büroleiter von NRW-Ministerpräsident Johannes Rau.

  • Staatssekretär in Kiel

    Zurück nach Kiel: Zwischen 1990 und 1992 ist Peer Steinbrück Umwelt-Staatssekretär im Kabinett Engholm. Daraufhin Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, später selbst Minister im gleichen Ressort.

  • Als Minister zurück in NRW

    1998 - 2000 Wirtschafts- und Verkehrsminister in NRW, anschließend für zwei Jahre Finanzminister im bevölkerungsreichsten Bundesland.

  • NRW-Ministerpräsident

    Wolfgang Clement wechselt überraschend als Superminister nach Berlin. Ein Nachfolger ist noch nicht aufgebaut, eher durch Zufall wird Steinbrück zwischen 2002 - 2005 Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen.

  • Finanzminister

    Nach der verlorenen Landtagswahl wechselt er als Finanzminister der großen Koalition nach Berlin. In dieser Zeit (2005 - 2009) ist er stellvertretender SPD-Bundesvorsitzender.

  • Vortragsredner

    Seit 2009 ist er einfaches Mitglied des Bundestags. Als Vortragsredner reist er durchs Land. Über die Höhe der Honorare brach nach seiner Nominierung eine Debatte vom Zaun.

Dabei müssten Steinbrücks Berater eigentlich längst wissen, dass der Erfolg seiner Haudrauf-Strategie bescheiden ist: Unbedachte Äußerungen wie etwa über das vergleichsweise geringe Kanzlergehalt ließen Steinbrück in den Umfragen einbrechen. Mühsam begann der Herausforderer erst vor kurzem, sich zu berappeln und auf einer Europa-Reise Tritt zu fassen auf dem diplomatischen Parkett. Doch dann geriet der Obergenosse wieder ins Rutschen.

Steinbrücks Hintermannschaft

  • Kleines Team von Vertrauten

    SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück hat ein kleines Team von Vertrauten um sich geschart, die ihn beraten sollen – und die Krisenmanagement betreiben müssen, wenn der Kandidat mit seinen lockeren Sprüchen für Wirbel sorgt. Zum Teil gehörten Steinbrücks Berater bereits zum engen Kreis um Altkanzler Gerhard Schröder und Ex-Parteichef Franz Müntefering.

  • Andrea Nahles

    Nach Kompetenzgerangel übernimmt Generalsekretärin Andrea Nahles die Hauptverantwortung für die gesamte Wahlkampagne. Enge Vertraute Steinbrücks verlieren bisherige Zuständigkeiten. Steinbrücks Kampagnenleiter Heiko Geue wird von einigen im Willy-Brandt-Haus kritisch beäugt.

  • Rolf Kleine

    Rolf Kleine ist ein alter Hase des Berliner Politikbetriebs. Der gelernte Redakteur arbeitete lange in verschiedenen Positionen für die „Bild“-Zeitung. Ende 2011 verließ er den Springer-Konzern, um als Head of Public Affairs die politische Kommunikation des Immobilienkonzerns Deutsche Annington zu verantworten. Rolf Kleine ist 52 und gilt als meinungsstark, erfahren und gut vernetzt.

    Kleine arbeitete unter anderem bei den „Westfälischen Nachrichten“, der Nachrichtenagentur ddp und der „Berliner Zeitung“. Insgesamt 17 Jahre schrieb er für Springer, zuletzt mehrere Jahre vor seinem Ausscheiden als Co-Leiter des Hauptstadtbüros. „Bild“ hatte damals mitgeteilt, Kleine gehe auf eigenen Wunsch.

    Kleine war regelmäßig Gast in Talkshows und Fernsehmagazinen, so auch bei N24 im „Politischen Quartett“. Titel einer Jubiläumssendung vor fast genau 10 Jahren, im April 2003: „Lust am Untergang - Stürzt die SPD ihren Kanzler?“ Die Deutsche Annington, die Kleine nun wieder verlässt, gehört nach eigenen Angaben mit rund 180 000 eigenen Wohnungen und etwa 2400 Mitarbeitern zu den führenden deutschen Wohnungsunternehmen.

  • Hans-Roland Fäßler

    Der Medienprofi gilt als sehr gut vernetzt. Anders als Donnermeyer ist er nicht in der Parteizentrale angesiedelt, sondern soll von außen Steinbrück den Weg zu führenden Medienvertretern ebnen. Fäßler war erst für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, dann für die Medienkonzerne Gruner & Jahr und Bertelsmann tätig. Zu seinen Freunden zählt der frühere Wirtschaftsminister Wolfgang Clement, der inzwischen nicht mehr der SPD angehört. Fäßler soll hinter dem verunglückten Internetportal „PeerBlog" gestanden haben.

  • Matthias Machnig

    Thüringens Wirtschaftsminister gilt als einer der wichtigsten politischen Berater Steinbrücks. Machnig leitete 1998 und 2002 erfolgreich die Wahlkämpfe Gerhard Schröders. Auch mit Müntefering arbeitete er eng zusammen, als dieser erst Generalsekretär und später dann Parteichef war. Nach 2002 war Machnig zeitweise für die Consulting-Firma BBDO tätig, die zahlreiche deutsche Konzerne berät, später für das Beratungsunternehmen Booz Allen Hamilton. Auch Machnig arbeitet als externer Ratgeber für Steinbrück, weswegen er sein Regierungsamt in Erfurt weiter ausübt.

  • Heiko Geue

    Heiko Geue ist Steinbrücks Kampagnenleiter. Wegen dieser Funktion ließ er sich von seinem bisherigen Posten als Finanzstaatssekretär in Sachsen-Anhalt beurlauben. Ein Rückkehrrecht ist jedoch rechtlich umstritten. Auf Veranlassung von Sachsen-Anhalts Finanzminister Jens Bullerjahn (SPD) verlor Geue daher seinen Job. In der Ära Schröder war Geue einer der Architekten der Agenda 2010 gewesen. Damals war er unter anderem als persönlicher Referent von Kanzleramtschef Frank-Walter Steinmeier tätig. In der Zeit der großen Koalition koordinierte Geue den Leitungsstab des Bundesfinanzministeriums für den damaligen Ressortchef Steinbrück. Geue ist mit Steinbrücks Büroleiterin Sonja Stötzel liiert.

  • Timo Noetzel

    Der Politikwissenschaftler gehört seit Anfang Februar zu Steinbrücks Mannschaft. Noetzel soll für den Kandidaten kampagnenfähige Themen identifizieren. Er war bisher Leiter des Politik- und Analysestabs der Münchner Sicherheitskonferenz sowie Vorstandsmitglied der Berliner Denkfabrik „Stiftung neue Verantwortung".

  • Torsten Schäfer-Gümbel

    Steinbrück selbst nennt den hessischen SPD-Chef als Berater in Finanzmarktfragen. Der eher dem linken Parteiflügel zugerechnete „TSG" gehört aber wohl nicht zum engeren Umfeld des Kandidaten.

  • Jarmila Schneider

    Mit ihr gehört neuerdings auch eine Frau zu Steinbrücks Beraterstab. Jarmila Schneider unterstützt seit Mitte Februar als zweite Pressesprecherin den Hauptsprecher Donnermeyer. Sie war bisher Sprecherin der bayerischen SPD.

Ausgerechnet bei einer Veranstaltung, die den Anfangspunkt setzen sollte für eine Gesprächsreise durch 16 Bundesländer, machte der 66-Jährige eine Bemerkung, mit der er den Präsidenten der drittgrößten Volkswirtschaft in der EU verärgerte. "Bis zu einem gewissen Grade bin ich entsetzt, dass zwei Clowns gewonnen haben", sagte Steinbrück bei einer Wahlkampfveranstaltung der SPD in Potsdam über den Wahlausgang in Italien. "Ein beruflich tätiger Clown, der auch nicht beleidigt ist, wenn man ihn so nennt - Grillo. Und ein anderer, der definitiv ein Clown mit einem besonderen Testosteron-Schub ist." Damit war niemand anderes als der frühere Ministerpräsident Silvio Berlusconi gemeint.

Internationale Pressestimmen zur Wahl in Italien

  • 01.03.2013, 09:06 Uhrlensoes

    Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • 01.03.2013, 00:56 UhrEurowahn

    In diesem Zusammenhang zu Clowns in Deutschland :
    So ein dummes Gefasel von Peer Steinbrück. Nehmen wir einmal an Peer Steinbrück würde Bundeskanzler werden (was ich nicht glaube) und Herr Berlusoni würde bei einer Neuwahl Ministerpräsident von Italien.
    Nun würde Herr Berlusconi seinen Antrittsbesuch in Berlin machen, wo ihn Steinbrück empfangen würde.
    Was würde Herr Steinbrück wohl zur Begrüßung sagen ??? Etwa:" Guten Tag Herr Clown Berlusconi" ??? Ich denke wohl nicht. Herr Steinbrück würde Herrn Berlusconi mit militärischen Ehren empfangen, mit ihm Abend essen und ihm die Stiefel lecken, in der Hoffnung, Herrn Berlusconi auf Euro-Kurs zu bringen. Das ist wohl die Wahrheit.
    Man wird diese Frage wohl stellen, entweder die Presse, die Gegenparteien etc. ! Wenn es Gegener von Steinbrück geschickt anstellen haben sie ihn hierdurch beseitigt .
    Herr Steinbrück ist ein dummer Schwätzer. Früher gab es Karl Valentin, der die Volksmassen belustigte. Ich denke die ganzen Banker und Beratungsfirmen haben sich Herrn Steinbrück zum Vortrag geholt, weil sie mal so richtig herzhaft lachen wollten über so einen Einfaltspinsel.
    Das sieht man schon die ganze Intelligenz und Weitsicht dieses Blenders. Der tut immer so übereblich und schlau - und viele halten ihn für intelligent. Ich habe noch nie einen solchen Proleten erlebt, der Bundeskanzler werden möchte. Ein Blender - mehr nicht !!
    Herr Steinbrück unternimmt nun alles, um sich nicht öffentlich entschuldigen zu müssen und betrachtet das Gespräch mit dem Staatspräsidenten von Italien nicht als Entschuldigung. Herr Steinbrück wird sich aber entschuldigen müssen - abwarten !!! Das wird so kommen und dann is er als Bundeskanzler nicht mehr tragfähig !!! Herr Steinbrück hat sich den SCHWARZEN PEER (oder heißt es schwarzen Peter :-), lol) selbst zugeschoben.

  • 01.03.2013, 00:03 Uhrhinkel

    syphatiesanten? Was ist denn das für eine Gattung?
    Nie gehört. Holzköpfe?

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