Pegida-Gegner
Zehntausende demonstrieren für offene Gesellschaft

Rund 10.000 Münchener sind am Montagabend für eine tolerante Gesellschaft auf die Straße gegangen. Auch in Düsseldorf formierte sich Widerstand gegen die Dügida-Bewegung. Dort waren über tausend Polizeibeamte im Einsatz.
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BerlinKanzlerin Angela Merkel will eine Beschädigung des Grundrechts auf Versammlungsfreiheit wegen Terrordrohungen nicht hinnehmen und notfalls auch Hilfe des Bundes mobilisieren. Die CDU-Vorsitzende reagierte damit auf das Verbot aller Demonstrationen in Dresden am Montagabend - sowohl der islamkritischen Pegida als auch ihrer Gegner.
Grund waren den Angaben zufolge islamische Terrordrohungen. „Falls der Bund hilfreich sein kann, um solche Demonstrationen abzusichern, werden wir - wenn wir gebeten würden (...) - natürlich dafür Sorge tragen“, sagte Merkel am Montag in Berlin.
Auch als Ersatz für Dresden hatten Pegida-Ableger in vielen anderen Städten ihre Anhänger für Montagabend zu Demonstrationen aufgerufen. Allerdings war die Resonanz gering, nur wenige Tausend Menschen beteiligten sich bundesweit an solchen Kundgebungen.

Eine Woche zuvor hatten sich allein in Dresden noch 25.000 Menschen an einem islamkritischen Marsch beteiligt. Schon kommenden Montag will Pegida jedoch wieder in der sächsischen Landeshauptstadt demonstrieren.
Gegendemonstrationen für eine offene und tolerante Gesellschaft zogen hingegen in zahlreichen Städten insgesamt etwa 45.000 Menschen an. Die größten Kundgebungen gab es in München mit 11.000 und in Wiesbaden mit 10.000 Teilnehmern. In Braunschweig wurde eine Veranstaltung der Bewegung Bragida („Braunschweig gegen die Islamisierung des Abendlandes“) abgebrochen, bevor sie richtig begonnen hatte: 250 Bragida-Anhänger sahen sich dort etwa 5000 Gegendemonstranten gegenüber.
Merkel hob die Bedeutung des Demonstrationsrechts hervor. „Ich habe als Bundeskanzlerin, unbeschadet ob mir die Inhalte gefallen, ein Interesse daran, dass an jedem Ort in Deutschland demonstriert werden kann, weil es sich um ein Grundrecht handelt“, sagte Merkel. Demonstrationsfreiheit sei ein hohes Gut. „Ein solches hohes Gut muss, so weit als möglich, geschützt sein.“
Infrage kommt laut Gewerkschaft GdP die Bundespolizei - besonders bei großen Einsätzen mit hoher Polizeipräsenz, die generalstabsmäßig koordiniert werden müssen. Eine Sprecherin des Innenministeriums wies am Montag den Eindruck zurück, die Bundespolizei habe Probleme, solchen Anforderungen gerecht zu werden.
Wegen einer Terrordrohung von Islamisten gegen die „Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) hatte die Polizei am Sonntag alle Versammlungen unter freiem Himmel in Dresden an diesem Montag verboten. Der Grund: eine Morddrohung gegen Pegida-Gründer Lutz Bachmann.

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  • Da demonstrieren Zehntausende nicht etwa für eine offene Gesellschaft, sondern für ihre eigene Abschaffung und Unterwerfung.

  • Billi Zaker
    die Grünen sind keine Sekte, sondern stramme Kommunisten

  • Volker Dogger
    das sehen Sie viel zu eng. Das sind doch die Leute, die wir brauchen und die uns nützen (Ironie)

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