Pegida
Gewalt gegen Migranten seit Pegida-Start gestiegen

Für den Rechtsextremismusforscher Funke steht Pegida für ein Klima „das Gewalt gegen Migranten, vor allem aber Muslime will.“ Die Zahl der gewaltsamen Übergriffe hat sich seit Pegida mehr als verdoppelt.
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Mainz/KielSeit Beginn der Pegida-Demonstrationen im Herbst 2014 hat sich die Gewalt gegen Flüchtlinge, Migranten und ihre Unterkünfte nach Recherchen von „Report Mainz“ mehr als verdoppelt. In den drei Monaten vor dem ersten Pegida-Marsch am 20. Oktober habe es bundesweit 33 Übergriffe auf Migranten und Flüchtlinge gegeben, in den drei Monaten danach 76, berichtete das ARD-Politikmagazin am Dienstag. Das sei eine Zunahme von 130 Prozent. Die Übergriffe reichen dem Bericht zufolge von Hakenkreuzschmierereien an Flüchtlingsunterkünften bis hin zu brutalen Angriffen auf Ausländer.

Der Rechtsextremismusforscher Prof. Hajo Funke sagte dem Magazin: „Pegida hat ein Klima entfesselt, das Gewalt gegen Migranten, vor allem aber Muslime will. Die Erhöhung um über 100 Prozent an Gewalt gegen Schwächere ist beschämend für die Republik, für uns alle.“ Funke sieht Parallelen zu den verheerenden Anschlägen auf Asylunterkünfte Anfang der 90er Jahre.

Die sieht auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig. Albig, Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer, SPD-Vize Ralf Stegner, Landtagsabgeordnete sowie Vertreter der jüdischen und der türkischen Gemeinde nahmen am Dienstagabend an einer Demonstration in Kiel für Demokratie und Toleranz teil, an der sich mehr als 10.000 Menschen beteiligten.

Nach Polizeiangaben verlief alles ruhig. Zu dem Marsch durch die Innenstadt hatte das von mehr als 100 Organisationen unterstützte Bündnis „Das ist unsere Stadt - die Kiel Region ist weltoffen!“

Albig sagte: „Wir setzen heute gemeinsam ein starkes Zeichen - ein Zeichen gegen Rassismus, gegen Dummheit und gegen Hass.“ Mit Blick auf die islamkritische Pegida-Bewegung fügte er hinzu: „Wir wissen, wohin diese Demos führen. Wir haben das schon einmal gesehen. Sie führen nach Solingen, nach Rostock und nach Mölln.“

Rassismus komme immer durch die Hintertür. In den drei Städten hatte es Anfang der neunziger Jahre rassistisch motivierte Brandanschläge gegen Zuwanderer gegeben. Dabei wurden mehrere Menschen getötet.

„Report Mainz“ hat nach eigenen Angaben Agenturmeldungen, Zeitungs-, Hörfunk- und Fernsehberichte, Pressemitteilungen der Polizei sowie Chroniken der Regionalen Arbeitsstellen für Bildung, Integration und Demokratie (RAA) für seine Zählung ausgewertet. Andere Statistiken ergäben ein ähnliches Bild.

So habe etwa die vom Bundeskriminalamt geführte Statistik „Politisch Motivierte Kriminalität - rechts“ im November vergangenen Jahres mit 63 Gewalttaten mit fremdenfeindlichem Hintergrund einen Höchststand erreicht.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Ich glaube, nicht Pegida ist Schuld, sondern der Islam und unsere Politiker. Wer hat den Befehl: Tötet Andersgläubige? Warum halten sich die Islamgläubige daran und verbreiten die Medien nur Lügen, wenn sie über die Morde und Gräueltaten der Islamgläubige berichten?

  • Gérard Biard Chefredakteur Charlie Hebdo in JF 46/2011
    Zitat:
    „Ich sage den Franzosen, ich sage Europa und dem Westen insgesamt, aber ich sage auch den Journalisten: Wacht auf! Hört auf, den politischen Islam zu unterstützen. Seid nicht naiv, diese Leute kennen keine Toleranz und bedrohen sogar Muslime, die ihrer Meinung nach zu moderat sind.“

    Wann wird diese Botschaft in den Redaktionsstuben, den Parlamenten der Länder und den Parteizentralen der europäischen Parteien ankommen? Wieviel Menschen müssen noch ermordet werden, weil sie „die Religion, den Propheten beleidigt“ haben, bis wir „im Westen“ reagieren und diese Leute aus unseren Ländern schmeißen und ihnen den Zutritt verwehren?

  • Hunderte rassistische Gewaltverbrechen gegen Deutsche im selben Zeitraum


    Nach der Definition, die "Report Mainz" angewendet hat, haben sich im gleichen Zeitraum hunderte rassistische Gewaltverbrechen gegen Deutsche und andere christliche Europäer ereignet.

    Wer sich die "Chronik" der rassistischen Gewalttaten ansieht, entdeckt folgenden Fall:

    >>(10) Halle / Sachsen-Anhalt
    Ein zehnjähriges dunkelhäutiges Mädchen wurde am 26. Oktober in Halle von Kindern ausländerfeindlich beleidigt, geschlagen und im Gesicht verletzt. Das Opfer ist in Halle geboren.
    (www.taz.de v. 31. Oktober 2014)
    <<

    – Mit anderen Worten: Eine rassistische Gewalttat ist für Report-Mainz-Redaktion genau das, was deutsche Kinder wie auch Kinder europäischer Migranten an mehrheitlich muslimischen Schulen erleiden müssen - und das nicht "nur" einmal, nicht "nur" ein paar Mal, sondern T a g für T a g.

    Die FAZ schrieb über einen 2010 veröffentlichen Dokumentarfilm über eine Essener-Schule:

    >>Brutale Prügeleien und Beschimpfungen gehören zum Alltag
    Wer Prügel bezieht, bestimmt die Mehrheit, und die Mehrheit bestimmt, was üblich ist. Im Ramadan wird den Deutschen schon mal in die Suppe gespuckt, und wer aufmuckt, den erwarten die Brüder und Cousins vor dem Schultor. ....
    <
    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/fernsehen/kulturkampf-im-klassenzimmer-was-gehst-du-zu-den-deutschen-11008254.html

    Wenn man nun davon ausgeht, dass es mehrere solcher Schulen gibt, und es in diesen Schulen noch mehrere herkunftsdeutsche Kinder oder andere europäische Kinder gibt, so kommt man in dem 90-Tage-Zeitraum leicht auf HUNDERTE rassistische Gewalttaten gegen Deutsche und andere christlich-geprägte Europäer.

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