Pegida in Dresden
Die gespaltene Stadt

Der Pegida-Kampf um Straße und Köpfe erreicht Dimensionen, die kaum noch zu fassen sind. Längst hat sich der Prozess verselbstständigt. Denn das Bündnis hat Geister geweckt, die es nicht mehr loswird.
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DresdenSchon seit Wochen gibt es in Dresden nur noch ein Thema: Pegida. Die asylkritischen Massen-Demonstrationen des Bündnisses „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ polarisieren. Sie spalten die Stadt, nicht nur Montag für Montag, wenn sich Kollegen nach der Arbeit verabschieden, der eine zu Pegida geht und der andere zur Gegendemo. Der Riss geht längst mitten durch Familien. Es wird gestritten wie selten zuvor – die ganze Woche über.

In den vergangenen Tagen jedoch hat der Kampf um Straße und Köpfe Dimensionen erreicht, die kaum noch zu fassen sind. Und das in kaum mehr als einer Woche. Erst die Terroranschläge in Paris, die wohl eine weitere Mobilisierung auslösten – mehr als 25.000 kamen am 12. Januar, 18.000 waren es noch in der Vorwoche. Dann der gewaltsame Tod von Khaled I., einem 20-jährigen Asylbewerber aus Afrika. Er wurde erstochen.

Doch obwohl das Tatmotiv noch völlig unklar ist, haben Flüchtlingsverbände ab Mittwoch lautstark ein fremdenfeindliches Klima in der Stadt kritisiert, das ihrer Meinung nach im direkten Zusammenhang mit den Pegida-Demos steht. Am Donnerstagabend haben rund 600 linksextreme Chaoten in Leipzig randaliert – aus Rache am Tod von Khaled I.

Schließlich, Freitag, abstrakte Warnungen vor islamistischen Terroranschlägen für Bahnhöfe in Dresden und Berlin. Und nun am Wochenende die von der Polizei als ernst zu nehmend eingeschätzte Morddrohung gegenüber Lutz Bachmann, 41-jähriger Mitinitiator und Pegida-Frontmann.

Die Polizei untersagte per Allgemeinverfügung alle öffentlichen Kundgebungen in der Stadt. In Dresden blieb es in der Nacht vergleichsweise ruhig. Nur wenige Hundert kamen zum Theaterplatz, viele Autofahrer hupten aus Protest oder Solidarität, wie es Pegida sich gewünscht hatte.

Kommentare zu " Pegida in Dresden: Die gespaltene Stadt"

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  • "Durch Dresden geht ein Riss – die Pegida-Bewegung spaltet die Gesellschaft."

    Und IHR, die Medien seid "überrascht", das Vertrauen und die Glaubwürdigkeit leidet ?

    Wer denkt sich so einen durchschaubaren Artikel aus ?

    Ich bin kein Pegida-Anhänger, aber auch kein Gegner, aber was man bisher aus den Medien "erfährt", nicht alle aber zu viele, ist fragwürdig und durchsichtig.

    Kurzum, IHR seid parteiisch und das ist fatal !

    Wer gibt dem Chefredakteur im Hintergrund Anweisungen, wie berichtet wird ?

  • @Herr Philipp Greulich

    - Wer hat euch denn das recht verliehen in Deutschland zu Leben. ... -

    Weil ich hier geboren bin und auch meine Vorfahren in jedem Fall bis 1600. Deshalb lege ich auch Wert auf unsere Kultur und lasse sie mir nicht von "Linken Autonomen" beschmutzen.

    Wenn Sie jetzt fragen, wer meinen Vorvorfahren das Recht verliehen hat, dann weiß ich, welcher Fakultät Sie angehören.

    Sie sollten aber davon ausgehen, dass Sie in gar nicht so ferner Zeit, sehr hart, vielleicht auch geschockt, aus Ihrem Schlummer-Schlaf erwachen werden.

  • Das gefährliche an Pegida ist doch, dass die Leute, die dort mitlaufen nur zu einem geingen Teil was gegen Ausländer haben. Die meisten haben Wut auf die Politik! Sehen sie sich mal die Studie an, die letze Woche veröffentlicht wurde. Sie entspricht auch dem Bild, welches man beim Lesen der Plakate gewinnen kann.
    Und da wird es für unsere Machthaber schon gefährlich.

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