Pegida-Pressekonferenz
Wir müssen reden...

Die führenden Pegida-Mitglieder Lutz Bachmann und Kathrin Oertel haben sich zum ersten Mal den Fragen der Presse gestellt. Beide gaben sich trotz Demo-Verbot kämpferisch, doch viele drängende Fragen bleiben offen.
  • 37

DresdenDutzende Fotografen und Kamerateams belagern das Podium. Die Mikrofone sind in Stellung gebracht, etwa 80 Journalisten warten gespannt. Private Sicherheitsleute mit Knopf im Ohr und Personenschützer des Landeskriminalamtes Sachsen beobachten aufmerksam den Saal.

Nein, in den Räumen der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung in Dresden haben sich weder Ministerpräsident Stanislaw Tillich oder Bundeskanzlerin Angela Merkel noch der in Dresden besonders verehrte Sänger Roland Kaiser angesagt. Die Resonanz wäre wohl auch deutlich geringer.

Erstmals will sich ein neuer Dresdner Verein der Presse aus dem In- und Ausland stellen, der zwar erst seit kaum zwei Monaten öffentlich wahrgenommen wird, seit vergangenem Wochenende aber die Schlagzeilen bestimmt: Pegida.

Es ist die erste Pressekonferenz des Bündnisses „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlands“. Bisher haben führende Mitglieder von Pegida den Kontakt zu Medien gescheut, vor allem zu inländischen. Doch jetzt haben die von vielen als rassistisch und fremdenfeindlich wahrgenommenen Pegida-Demos ein nicht mehr beherrschbares Ausmaß angenommen. Jede Woche werden es mehr, die in Dresden auf die Straße gehen.

Am vergangenen Montag nahmen zwischen 25.000 und mehr als 30.000 Menschen daran teil, die genaue Zahl kennt niemand. Das setzt nicht nur „die Politik“ unter Druck, sondern auch die Organisatoren der Demos. Auch das führt zu Gesprächsbedarf. Am Sonntagabend saß Pegida-Sprecherin Kathrin Oertel in der Talkshow von Günther Jauch, am Tag darauf in der Pressekonferenz.

Frank Richter, Direktor der Landeszentrale, war auch bei Jauch dabei und fand dort viel Verständnis für die selbst ernannten „Abendspazierer“. Die Pegida-Gegner kritisieren schon: zu viel Verständnis. Nachdem vergangene Woche ein 20-jähriger Asylbewerber aus Eritrea in Dresden unter noch rätselhaften Gründen erstochen wurde, wächst die Kritik an den Demos massiv an. Die islamkritischen Kundgebungen hätten das Klima in der Stadt vergiftet, Afrikaner würden zunehmend Opfer von Anfeindungen aller Art, berichten Flüchtlingsverbände.

Kommentare zu " Pegida-Pressekonferenz: Wir müssen reden..."

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Sehr geehrter Herr Dannenberg,

    1. Rußland hat nicht den Donbas besetzt. Dort hat die russische Bevölkerung einen autochthonen Volksaufstand gegen die Putschistenregierung in Kiew durchgeführt. Es handelt sich im Kern um einen innerukrainischen Bürgerkrieg.

    2. Rußland ist nicht in die Krim einmarschiert. Es hat lediglich die Truppen der Putschisten in Kiew daran gehindert, das demokratische Referendum der Krimbevölkerung gemäß dem Selbstbestimmungsrecht der Völker zu behindern. Die Wiedervereinigung der Krim mit Rußland war ein zutiefst demokratischer und völkerrechtskonformer Vorgang.

    3. Eine BUK-Rakete explodiert vor dem Ziel. Sie entsendet viele tausend Schrapnells mit zwanzig- bis dreißigfacher Schallgeschwindigkeit. Diese haben eine so hohe kinetische Energie, die sich beim Aufprall in Wärme umsetzt, daß praktisch alle getroffenen brennbaren Materialien beim Aufprall Feuer fangen. Es ist kaum denkbar, daß die gut gefüllten Treibstofftanks von MH17 nicht sofort in Brand geraten wären, wenn sie von Schrapnells getroffen worden wären. Da das nicht geschehen ist, muß man es als sehr unwahrscheinlich ansehen, daß das Flugzeug von einer russischen BUK-Rakete zerstört worden ist.

  • Mein Gott, ich dachte, solche Spinner wie Sie, verbreiten Ihren kontroversen nichtssagenden Buchstabensalat zum Zwecke der Provokation hauptsächlich in der Lokalpresse... Aber dass sich ein Exemplar Ihrer Spezies bis hier her "verirrt", verwundert schon... Ich würde an Ihrer Stelle nicht allzu oft antworten, sonst wiedersprechen Sie sich bei der 3. oder 4. Wortmeldung noch selbst!

  • "Ihrer "Position" renne ich in der Tat nicht hinterher,"

    Wie lautet meine Position denn? *g*

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%