Pendlerpauschale
SPD will Dienstwagenprivilegien kappen

In der SPD gibt es neue Pläne zur Umgestaltung der Pendlerpauschale. Arbeitsgruppen prüfen offenbar ein Konzept, wonach zu Gunsten von Berufspendlern die umstrittenen Steuerprivilegien für Dienstwagen gestutzt werden sollen. Der Staat könnte dadurch pro Jahr bis zu 4,5 Milliarden Euro mehr Steuern einnehmen.

HB BERLIN. Ziel sei es, „die Pendlerpauschale gerechter zu gestalten und vor allem Menschen mit geringem Einkommen zu unterstützen, die am meisten unter den hohen Energiepreisen zu leiden haben“, zitierte der Kölner „Express“ den stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Ulrich Kelber.

Das Drängen der CSU auf Wiedereinführung der alten Pendlerpauschale vom ersten Kilometer an hat vor der Koalitionsrunde am Mittwochabend für Streit gesorgt.

Kelber räumte ein, die Wiedergewährung der Pauschale ab dem 1. Kilometer würde den Staat rund 2,5 Milliarden Euro pro Jahr kosten. „Dieses Geld holen wir wieder rein, indem wir die übertriebenen Steuerprivilegien für Dienstwagen einschränken“, erläuterte er die Überlegungen.

Bislang können Firmen und Selbstständige die Spritkosten für Dienstwagen in beliebiger Höhe als Betriebsausgaben absetzen. „Auch um Anreize für den Bau sparsamerer Autos zu geben, wollen wir, dass Spritkosten für Dienstwagen nur noch bis zu einem bestimmten Verbrauch von der Steuer abgesetzt werden dürfen, zum Beispiel sieben Liter auf 100 Kilometer. Pro 10 000 Kilometer Fahrleistung könnten dann nur Kosten für maximal 700 Liter Kraftstoff geltend gemacht werden“, sagte Kelber. Der Staat könne dadurch pro Jahr 2,5 bis 4,5 Milliarden Euro mehr Steuern einnehmen, je nach Höhe der Obergrenze.

„Wenn man die deutschen Autobauer bestrafen will, dann schränkt man die Steuerprivilegien für Dienstwagen ein“, sagt Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, Chef des Car Instituts der FH Gelsenkirchen. „Das tut Audi, BMW und Daimler richtig weh, weil ein großer Teil ihres Ertrages und des Volumens aus den typischen Dienstwagenmodellen stammt.“ Betroffen wären vor allem Audi A6 und A4, 5er und 3er BMW, E- und C-Klasse von Mercedes.

Von den hierzulande zugelassenen Dienstwagen stammen mehr als 80 Prozent von den deutschen Herstellern. Genaue Zahlen hat nur das Finanzministerium. Die Bedeutung des Dienstwagenverkaufes wächst allerdings.

Seite 1:

SPD will Dienstwagenprivilegien kappen

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%