Personaldebatte
FDP-Basis rebelliert gegen Rösler

Der Appell der FDP-Spitze, sich nicht wieder in Personaldebatten zu verstricken, verhallt ungehört. Die Parteibasis schießt sich jetzt auf Rösler ein. Manche Liberale sehen mit ihm keine Chance auf einen Neuanfang.
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DüsseldorfFür Philipp Rösler beginnt jetzt eine kritische Phase. Nach dem überraschenden Rücktritt von FDP-Generalsekretär Christian Lindner geht es für den Parteivorsitzenden um alles oder nichts. Zwar hat er mit Patrick Döring rasch einen Nachfolger für Lindner präsentiert. Doch allein mit dem Wechsel an einer der wichtigsten Schaltstellen der Partei ist es für den schwer angeschlagenen Rösler nicht getan. Er muss nun liefern und die Partei aus dem Tal der Tränen führen. Er muss den Niedergang stoppen, sonst ist er am Ende selbst geliefert.

Nur mit Durchhalteparolen und Aufrufen zur Geschlossenheit wird die FDP nicht aus der Krise kommen. Gefragt sind Erfolgsrezepte und keine Sprechblasen, was für die Rösler-FDP fast schon so etwas ist, wie die Quadratur des Kreises. Entsprechend düster ist die Stimmung – nicht nur bei prominenten Liberalen, sondern auch und vor allem an der Parteibasis. Auf Facebook nehmen sie Stellung und kommentieren das Desaster, in das die junge Garde um Rösler die Partei geführt hat. Und sie tun das, ohne groß um die Malaise herumzureden. Die Schreiber, alles mehr oder minder wichtige FDP-Provinzpolitiker, lassen dabei teilweise deutlich durchblicken, dass die FDP in der aktuellen Konstellation – mit Rösler an der Spitze und als Partner in der Bundesregierung – wenig Chancen hat, wieder auf die Beine zu kommen.

„Ich traue es keinem mehr zu, das Blatt zu wenden, der Zeitpunkt, personell sich zu erneuern, wie auch gegenüber der CDU die Reißleine zu ziehen, ist vorbei, da nützen die Erinnerungen, zig Punkte im Koalitionsvertrag durchgesetzt zu haben, wenig“, schreibt beispielsweise völlig unverblümt Alexander Genschow, Vorsitzender des FDP-Ortsverbands Templin (Brandenburg). Besonders ärgerlich findet Genschow den Umgang der Parteiführung mit dem Euro-Mitgliederentscheid. „Der Mitgliederentscheid zeigte, wie man mit einer Wahl umgeht: wie in Russland. Das Ergebnis scheint vorab bekannt zu sein, welcher Notar auch immer seinen Segen gibt, ich würde meinen Eid nicht dafür hergeben.“

Rösler hatte den Rücktritt Lindners mit seinen  Aussagen zu der FDP-internen Abstimmung ausgelöst, indem er am Wochenende mehrere Tage vor Fristende das Ansinnen der Euro-Skeptiker für gescheitert erklärt hatte. Rösler begründete dies damit, dass die notwendige Mindestbeteiligung von einem Drittel der Mitglieder wohl nicht erreicht werde. Lindner hatte die Äußerungen des Parteichefs am Montag verteidigen und zurechtzurücken versucht. Zwei Tage später trat er zurück.

Kommentare zu " Personaldebatte: FDP-Basis rebelliert gegen Rösler"

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  • Dass die Parteibasis gegen ihre Spitze rebelliert ist ja schön und gut, aber dieses Gremium wurde doch auf dem letzten Parteitag so gewählt...und hat sich scheinbar in ihrem Aktionismus verselbstständigt anstatt die Basis zu repräsentieren....Genau das spiegelt das Demokratieproblem der gesamten westlichen Welt...man läßt sich wählen und macht was man will...und auroritäre Regieme schauen zu und staunen...können von uns leider gar nichts lernen, denn die machen nichts anderes.

  • margrit117888, bitte entschuldigen sie, aber ich dachte er wäre Augenarzt.
    Frage an sie, welchen Arzt hat er denn??
    Danke

  • Es führt weniger Rösler die FDP wie einst Honecker die SED, wie im Artikel steht.
    Aber die FDP, Rösler, schauen zu, wie Merkel die CDU zu einer 2. SED macht. Die FDP nickt alles ab, anstatt endlich mal wieder liberale freiheitliche Politik einzufordern.
    Auch setzt sie der Opposition die ja stramm links ist und Deutschland lieber heute als morgen in den Abgrund treiben würde, nichts entgegen.
    Was hat dieses Jüngelchen denn bis jetzt in dieser ganzen Krise gesagt? Nichts, rein nichts

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