Personallücken
Polizei bemängelt massive Versäumnisse im Anti-Terrorkampf

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wirft der Politik mangelndes Handeln im Kampf gegen den Terrorismus vor. Es sei nicht einmal genug Personal vorhanden, um die rund 300 Terror-Verdächtigen in Deutschland zu überwachen.

HB BERLIN. Dies sei ein Armutszeugnis für die Politiker und eine unnötige Bedrohung der Bevölkerung, sagte der Gewerkschaftsvorsitzende Konrad Freiberg der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Außerdem gebe es noch immer keine zentrale Anti-Terror-Datei und keine neue Kronzeugenregelung. Die Politiker redeten, handelten aber nicht.

Indes forderte der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Nadeem Elyas, seine Glaubensbrüder auf, radikale Tendenzen in Moscheen bei den deutschen Sicherheitsbehörden zu melden. "Wir betrachten die Zusammenarbeit mit den Sicherheitsbehörden unseres Landes als eine Bürgerpflicht und als eine islamische Pflicht", sagte der Islamwissenschaftler der Zeitung "Rheinische Post".

Jede "Grenzüberschreitung zur Radikalisierung" müsse gemeldet werden. In den vergangenen zwei bis drei Jahren sei die Bereitschaft gewachsen, mit den Behörden zu kooperieren, zitierte ihn das Blatt. "Nach jedem Anschlag wird man kooperativer, was die Zusammenarbeit mit den Behörden angeht."

Angesichts der jüngsten Anschläge in London und Scharm el Scheich hatte Innenminister Otto Schily (SPD) an die in Deutschland lebenden Moslems appelliert, stärker mit den Sicherheitsbehörden zusammenzuarbeiten.

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