Personelle Konsequenzen gefordert
Unicef-Krise: Simonis wehrt sich

"Schlamperei": Mit starken Worten hat Heide Simonis die Schuld an der Krise von Unicef Deutschland von sich gewiesen. Den Vorstand der Organisation forderte die zurückgetretene Vorsitzende auf, personelle Konsequenzen zu ziehen.

HB BERLIN. Die zurückgetretene Vorsitzende von Unicef Deutschland, Heide Simonis, hat den Vorstand zu personellen Konsequenzen aus den Verschwendungsvorwürfen aufgefordert. An der Glaubwürdigkeitskrise sei sie nicht schuld, sagte sie der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. „Das Problem von Unicef ist auf jeden Fall nicht Simonis.“ Sie fügte hinzu: „Jetzt sollte sich jedes Vorstandsmitglied fragen, ob es auch persönliche Konsequenzen zieht.“

Zugleich erhob Simonis Vorwürfe gegen die Spitze der deutschen Sektion des Kinderhilfswerkes. Der unter Beschuss geratene Geschäftsführer Dietrichs Garlichs sei zwar sehr engagiert, aber seine Arbeit sei „vielleicht doch von Sorglosigkeit, Unbekümmertheit, Großzügigkeit und Schlamperei gekennzeichnet“. Simonis bekräftigte ihren Vorwurf, es gebe „fragwürdige Vorgänge, wie zum Beispiel die hohen Summen für Beraterverträge“.

Unicef und vor allem Garlichs war vorgeworfen worden, hochdotierte Beraterverträge für pensionierte Mitarbeiter, fragwürdige Provisionen für Spendenvermittler sowie einen teuren Umbau der Kölner Zentrale aus Spendengeldern finanziert zu haben. Der Interims-Vorsitzende Reinhard Schlagintweit wiederum warf Simonis vor, es habe ihr am Willen oder der Fähigkeit gemangelt, sich in schwieriger Lage hinter die Institutionen zu stellen. Er kündigte Reformen an, um das verlorene Vertrauen zurückzugewinnen. Garlichs soll aber im Amt bleiben.

Dagegen übte Payback, einer der größten Unicef-Sponsoren, Druck aus. Der Geschäftsführer des Anbieters von Rabattkartensystemen, Alexander Rittweger, verlangte einem Bericht von Spiegel-Online zufolge personelle Konsequenzen. Anderenfalls werde Payback sein Geld künftig anderen Organisationen spenden, zitierte Spiegel Online aus einem Brief Rittwegers.

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