Pessimistische Märkte
Brüderle nimmt Portugal und Spanien in Schutz

Kaum schlüpft Irland unter den Euro-Schutzschirm, schießen sich die Spekulanten auf die nächsten hochverschuldeten Euro-Länder ein. Portugal hat jetzt neue Anleihen platziert - und musste dafür einen hohen Preis zahlen. Nun versucht Bundeswirtschaftsminister Brüderle mit deutlichen Worten die Märkte zu beruhigen.
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HB BERLIN. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle rechnet nicht damit, dass Spanien und Portugal unter den Euro-Rettungsschirm kommen werden. "Das sehe ich nicht", sagte er auf eine entsprechende Frage am Mittwoch in Berlin. Die Lage in diesen beiden Ländern sei nicht vergleichbar mit der Irlands, das diesen Schritt gerade geht.

Brüderle wies zudem darauf hin, dass es beide Länder selbst in der Hand hätten, gegen den Märktepessimismus anzugehen. Spanien und Portugal müssten schlicht die richtigen Schlussfolgerungen aus ihrer Schuldensituation ziehen. Der FDP-Politiker mahnte, die Länder sollten ihre Strukturen auf den Prüfstand stellen. "Wer anpasst, wird erfolgreich sein, wer nicht anpasst, wird nicht erfolgreich sein, so simpel ist das", sagte Brüderle mit Blick auf die Irland-Hilfe und die damit verbundenen politischen Maßnahmen des Inselstaats.

Dessen ungeachtet warnte Brüderle vor einer Ausweitung von Transfermechanismen in Europa mit den aktuellen Krisenhilfen. Es gebe ja schon mit einigen Fonds solche Transfermittel, sagte Brüderle. "Dabei soll es auch bleiben", ergänzte er.

Zu den neuen Hilfsprogrammen für verschuldete Euro-Länder sagte der FDP-Politiker: "Sie sollen kein dauerhafter Transfermechanismus sein." Vielmehr sollten sie nur ein Stück Zeit geben, um Fehlentwicklungen in einigen Ländern zu korrigieren. Das gelte auch für den Fall Irland. "Und darauf setze ich", sagte Brüderle.

Brüderle stellte mit dem früheren BDI-Präsidenten Hans-Olaf Henkel dessen Buch "Rettet unser Geld" in Berlin vor. Darin spricht Henkel von einem "Euro-Betrug", der den Wohlstand gefährde. Für den "alten Euro" sehe er keine Chance mehr, schreibt Henkel. "Zur Rettung der Europäischen Gemeinschaft schlage ich ... vor, den Euro in zwei Zonen aufzuteilen, die auch die Mentalitätsunterschiede der betroffenen Länder widerspiegeln." Henkel plädierte für eine Nordzone um Deutschland und die Beneluxländer sowie eine Südzone um Frankreich, Spanien und Italien.

Trotz wachsender Zweifel an seiner Finanzkraft sammelte Portugal derweil frisches Geld von Investoren ein - allerdings zu einem hohen Preis. Die mit dem Schuldenmanagement des Staates betraute Finanzagentur platzierte am Mittwoch Staatsanleihen mit einjähriger Laufzeit im Volumen von 500 Millionen Euro erfolgreich am Markt. Die Nachfrage war stark: Sie übertraf das Angebot um das 2,5-Fache. Der Euro legte deshalb deutlich zu.

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  • Wenn ich diesen brüderle sehe wird mir auch schlecht.....
    Ein Propagandaschwätzer und Lügner :-(

  • Wir Deutschen in Deutschland sind nicht doof, uns geht es doch sehr gut, sogar denen die nicht arbeiten. Eigentlich wissen wir bescheid, u. es stellt sich nur die Frage wie die Korrektur der Staats/bank Schulden/bürgschaften überall aussehen wird. Zurückzahlen glauben die wenigsten, eher Abwertung/Teil Abschreibung/hohe inflation vielleicht neue Währung, haben wir ja schon öfters gehabt, fragt die älteren. Das gute an der Sache ist, das wir diesmal wahrscheinlich keinen größeren Krieg davor haben werden. Man muss bedenken das wir die letzten Jahrzehnten sehr gut über die Verhältnisse gelebt haben, u. irgendwann jemand die Rechnung bezahlen muss. Die Japaner sind wahre Meister in solchen Sachen, zögern das ganze schon seit 1992 hinaus, machen neue Rekordschulden obwohl eigentlich Pleite. Japan u. USA stehen sehr viel schlechter da, drucken sich halt einfach ihr Geld wenn sie wieder welches brauchen, wird die EU wenn sie schlau sind auf ähnliche Weise machen. Die Rechnung wird aber trotzdem kommen.

  • http://www.handelsblatt.com/technologie/forschung/gefaehrliches-quecksilber-umweltgift-macht-voegel-schwul;2703203

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