Peter Altmaier
„Niedersachsen ist Schlüsselland der Energiewende“

Der Bundesumweltminister mahnt zu mehr Abstimmung bei der Energiewnde, wo künftig welche Netze und Windparks gebaut werden. Bei einem Besuch in Niedersachsen muss er sich auch dem Endlagerproblem stellen.
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HannoverBundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) sieht den Ausbau von Stromnetzen und Windkraft in Niedersachsen als ein entscheidendes Element für einen Erfolg der Energiewende. „Ich halte Niedersachsen für ein Schlüsselland der Energiewende. Sie kann nur gelingen, wenn es hier gelingt“, sagte Altmaier am Dienstag bei dem Besuch einer Eon-Netzleitzentrale in Lehrte bei Hannover. Wichtig sei, dass es nun ein klare Haftungsregelung bei den Windparks in Nord- und Ostsee gebe, damit es zügiger voran gehe bei den bislang fehlenden Anschlüssen. Zudem sollten die Offshore-Parks dort errichtet werden, wo Anschlüsse am einfachsten zu legen sind.

Altmaier betonte bei seinem Antrittsbesuch in Niedersachsen, es sei wichtig, dass nicht willkürlich Solar- und Windparks gebaut würden, sondern sich der Zubau stärker an den Netzkapazitäten orientiert. Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister (CDU) sagte mit Blick auf den Spitzenplatz bei der Windkraft: „Wir sind das führende Land bei den erneuerbaren Energien.“ Niedersachsen sei aber auch stark vom Netzausbau betroffen - mehrere Stromautobahnen könnten vom Norden in den Süden durch das Bundesland führen. Umweltminister Stefan Birkner (FDP) betonte: „Die Energiewende wird sich besonders bei der Akzeptanz im ländlichen Raum entscheiden“.

Altmaier forderte eine bessere Abstimmung beim Ausbau der langen Stromautobahnen und der regionalen Verteilnetze. So könnten der Bedarf verringert und Kosten vermieden werden. Neben 3.800 Kilometern an neuen Höchstspannungsleitungen sind zur Verteilung von Solar- und Windstrom auch zehntausende Kilometer an neuen Leitungen der unteren Spannungsebenen notwendig. Altmaier betonte, in den nächsten Monaten würden die Ausbaupläne für die Stromautobahnen in einem Bundesnetzplan verankert. Bis Dienstag konnten die Bürger in einer ersten Runde Stellung nehmen zu dem vorliegenden Vorschlag der Übertragungsnetzbetreiber, mehr als 700 Stellungnahmen gingen ein.

Altmaier nahm am Vormittag auch an einer Kabinettssitzung der niedersächsischen Landesregierung teil. Erwartet wurde, dass dort auch der Stand bei dem geplanten Neustart für eine bundesweite Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle zur Sprache kommt. Seit über 30 Jahren steht nur der Salzstock Gorleben als Option zur Verfügung, doch der Protest ist wegen Zweifeln an der Eignung massiv. McAllister sagte mit Blick auf andere Lager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle im Land, Niedersachsen sei besonders von Endlagern für radioaktive Abfälle betroffen.

Von Hannover aus wollte Altmaier weiter nach Hessen fahren, um mit Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) über die Energiewende zu sprechen.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Peter Altmaier: „Niedersachsen ist Schlüsselland der Energiewende“"

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  • Zum Glück wird hier nur Niedersachsen zur Vorbildfunktion der sogenannten Energiewende gezwungen. Es hätte auch ein Bundesland treffen können, das durch diese "Verspargelung" an Attraktivität verliert. Ich gönne jedem Niedersachsen sein Windrad vor der eigenen Tür. Wird wohl nicht mehr lange dauern, dann werden die Bewohner der vorbildlichen Energiewende-Region gezwungen in Berlin an einer Tribüne vorbeizulaufen und Frau Merkel laut zuzurufen: "Die Energiewende sie lebe hoch, hoch, hoch! Altmeier, Schäuble und Merkel sie leben hoch, hoch, hoch!!" Hoffentlich haben wir bald mal einen schwerwiegenden Blackout, damit der Letzte begreift dass wir die Bande zum Teufel jagen müssen,

  • Die Politik der Bundesregierung hinsichtlich eines Endlagers für hochradioaktive Abfälle verfolgt das Ziel einer, kostenträchtigen, ergebnisfreien Suche. Neben ernsthaften geologischen Forschungsinstitute werden Oekoinstitute alimentiert, beschäftigt und ruhiggestellt.

    Die bürgerlichen Parteien können mit einem Endlager keinen politisch nutzbaren Gewinn erzielen. Die Linksparteien und die Links-ökologisch orientierten Medien würden den grösstmöglichen Widerstand leisten wenn man ein Endlager einrichten würde und damit der erfolgreichsten Oekolegende Deutschlands der "Ungelösten Endlagerfrage" den Boden entziehen würde.

    Technisch gesehen hat das Versuchsendlager Asse, das Endlager Morsleben, die WIPP Anlage in den USA (dort wird seit 1999 der hochradioaktive Abfall aus militärischen Quellen eingelagert) die ideale Eignung von Salzstöcken zur Endlagerung hochradioaktiver Abfälle gezeigt.

    Auch nach 1,6 Mrd. € Untersuchungskosten hat man noch keine Argumente gefunden die gegen Gorleben als Endlager für hochradioaktive Abfälle sprechen.

    Vandale

  • Niedersachsen ist sicherlich das Land das man am intensivsten mit den umweltschädlichen Windmühlen verunziert hat.

    Dabei möge man bedenken, dass Windmühlen einen nahezu nutzlosen Zufallsstrom zu sehr hohen Kosten herstellen. Der Materialbedarf zur Herstellung umweltschädlichen Windstroms ein 30-faches dessen von Kernkraftwerken beträgt.

    Eigentlich sollte man das Ministerium in Anti - Umweltministerium für Oekoreligion umtaufen.

    Vandale

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