Peter Hintze

Störrischer Pfarrer stellt sich Enders entgegen

Der ausgebildete Theologe, Peter Hintze, wettert gegen die Mega-Fusion zwischen EADS und BAE Systems. Doch außer Argumenten hegt der Koordinator für Luft-und Raumfahrt persönliche Antipathien gegen EADS-Chef Tom Enders.
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Staatssekretär Peter Hintze. Quelle: dapd

Staatssekretär Peter Hintze.

(Foto: dapd)

BerlinMit der Bergpredigt ist das Betreiben operativer Politik nicht einfach. Man kann es machen, aber das erfordert intellektuelle Flexibilität. Wenn man dann eine der größten Industrie-Fusionen der Rüstungs- und Luftfahrtbranche wie die zwischen EADS und BAE Systems begleiten muss, bewegt man sich im Grenzbereich. Für Peter Hintze, ausgebildeter Theologe und ehemaliger Pfarrer in Königswinter sowie heute parlamentarischer Staatssekretär im Wirtschaftsministerium mit dem klingenden Nebenamt "Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt" sind Grenzerfahrungen dieser Art nichts Neues: Er hat in der Politik fast alles gesehen. Er war unter Helmut Kohl Minister, später CDU-Generalsekretär sowie Erfinder der "Rote-Socken-Kampagne". Und er hat den innerparteilichen Regimewechsel von Kohl zu Angela Merkel überlebt - das will gelernt sein.

Ein solcher Mann ist nicht zu unterschätzen. Er ist inzwischen zum mächtigen Gegenspieler des EADS-Vorstandschefs Thomas Enders geworden. Dessen Plan zur Schaffung eines paneuropäischen Luft- und Raumfahrt- sowie Rüstungsgiganten wird inzwischen von vielen in der Bundesregierung befürwortet - Hintze aber hält dagegen.

Er formuliert inhaltliche Kritik und fürchtet Nachteile für die deutschen Standorte und die Aufteilung der Produktionskette. Obwohl Enders diese Kritik inzwischen adressiert hat und auch Wirtschaftsminister Philipp Rösler seinen Staatssekretär zurückgepfiffen hat, lässt der Theologe und CDU-Politiker nicht locker.

Offenbar geht es hier auch um einen persönlichen Konflikt. Hintze mag Enders nicht. Hintzes Bild vom deutschen Manager an sich scheint so vorurteilsgeladen, dass er - um neutestamentlich zu sprechen - beim Blick auf den Splitter im Auge von Enders den Balken im eigenen Auge nicht sieht. Dabei entspricht Enders nicht dem Vorurteil eines Vorstandschefs ohne Bodenhaftung: Er lebt in einem alten Bauernhof, extravagante Auftritte auf roten Teppichen hasst er, offen spricht er über seine Herkunft aus einer Westerwälder Schäferfamilie, er ist Protestant, und als ehemaliger Assistent von Bundestagsabgeordneten sowie vom ehemaligen Verteidigungsminister Gerhard Stoltenberg kennt er die Sachzwänge der Politik. Außerdem ist er Patriot - als die Mauer fiel, reiste er extra nach Berlin.

Hintze dürfte ein anderes Problem mit Enders haben: Der Manager gibt Politikern Widerworte und spielt nicht die Rolle, die man in Berlin von Unternehmensvertretern erwartet, nämlich alle Vorgaben der Politik brav abzunicken.

Hintze wird sich wohl nicht von seiner Kritik an dem Deal abbringen lassen. Und das macht ihn für Enders so gefährlich: Denn der Staatssekretär ist am Hofe der Kanzlerin geschätzt. Entweder Hintze und Enders führen ein klärendes Männergespräch - oder Merkel übergeht ihren wichtigen Berater. Letzteres wäre neu.

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8 Kommentare zu "Peter Hintze: Störrischer Pfarrer stellt sich Enders entgegen"

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  • was ist das für ein DEAL?
    Die Briten bekommen 40% an EADS
    für einen inhumanen Rüstungsbetrieb
    mit sinkenden wirtschaftlichen Aussichten?

  • Herr Schrempers sollte aufpassen, dass die Briten nicht wie seit Jahrhunderten ihre Feldzüge auf dem Kontinent mit wirtschaftlichen Mitteln fortsetzen. Wozu muss EADS noch stärker in das defizitäre Rüstungsgeschäft einsteigen? Das macht keinen Sinn! Nur die Briten haben Vorteile ....

  • Herr Reuter und Herr Schremp haben sich eine Welt-AG eingebildet und mit Chrysler umgesetzt.
    Ergebnis:
    MBB zerstört
    Chrysler ist Fiat-Tochter nach Rettung durch US-Steuerzahler
    Daimler ist in Deutschland nun drittklassig
    Reuter und Schremp sind Rentner der Betriebe die sie heruntergewirtschaftet haben.
    Nun strebt Herr Enders einen zivil-militärischen Weltkonzern mit EADS (F und D) und BAe (GB)an:
    Zu GB:
    -Nicht in €-Zone
    -EU-Querulant
    -USA-orientiert
    Zu BAe:
    -Hat Airbusanteile vor Jahren verkauft
    -Hat keinen Anteil am Zivilmarkt
    -Lebt derzeit noch vom US-Militärmarkt
    -Der US-Militärmarkt halbiert sich nach der US-Wahl
    -BAe verliert den Marktanteil in USA
    Zu EADS:
    -Für Eurofighter fehlen interessierte Abnehmer
    -Frankreich hat EADS in Indien ausgestochen
    -Für A400M fehlen interessierte Abnehmer
    -Die Bedeutung von EADS basiert auf Airbus
    -Airbus ist über viele Jahre mit Aufträgen ausgelastet
    Fazit:
    -Herr Enders sollte die Finger von dieser Fusion lassen!
    -Herr Enders soll sich darum kümmern, daß Lastenhefte und Terminpläne eingehalten werden
    -Herr Enders sollte dafür sorgen, daß Technologieen vor dem Einsatz einsatzfähig entwickelt sind
    -Herr Enders sollte sich um ein nachhaltiges Nachfolge-Antriebssystem kümmern.

  • Es ist nicht Aufgabe eines Geschäftsführers, das Eigentum anderer, an briten und franzosen, auch nicht an heuschrecken aus Übersee zu verscherbeln.

    Hinterher ist der letzte Rest der mal führenden Deutschen Luft- und Raumfahrttechnik weg (jaja, es gab mal die Me 262, die V2, auch der erste Hubschrauber, der erste Senkrechtstarter und das Düsentriebwerk waren Deutsche Erfindungen). Von den nach usa und nach Rußland entführten Deutschen Technikern und Wissenschaftlern ganz zu schweigen.

    Der Enders ist das Produkt der Nachkriegsumerziehung: Der denkt, daß alle Menschen gleich sind, Franzosen und Engländer, alles unsere Freunde, und die Franzosen insbesondere hätten das Fliegen erfunden, so wird es den Leuten in Toulouse ja weisgemacht. Glaubt der alles.

  • Lieber Herr Hintze.
    Sie ssollten irgendwo,am besten in Hintertupfenhausen ein Pastorat übernehme.
    Was befähigt Sie eigentlich zum Wirtschaftsboss???
    Also halten Sie sich aus Angelegenheitend die Sie nicht verstehen heraus.Sprechen aber nicht über Wirtschaft und Wirtschaften.Bleiben Sie bei Ihrer Theologie,wo Sie hingehören.Nur weil Sie im Bundestag sind haben Sie keine Ahnung von Wirtschaft.Also,melden Sie sich nur zu Wort,wenn Sie gefragt werden.

  • Koordinator für Luft-und Raumfahrt
    ------------
    ein gelernter Pfarrer und Stromlinienförmiger hat ganz sicher viel Ahnung von Luft- udn Raumfahrt udn von Wirtschaft.
    Er ist das beste Beispiel, wie es in der Politik zugeht. Da ist kein Fachwissen gefragt. Hauptsache man hat seine Freunde gut mit Pöstchen versorgt
    Und wir wundern uns über so viel Mist, der in usnrem Land abläuft? Da müssen wir uns doch nicht wundern

  • Lieber Pastor Hintze sie haben bereits vor 5 Jahren versagt und können diese alten Fehler nicht mehr korrigieren, jetzt ist das die logische Konsequenz. Einzisgt die Verlegung des juristischen Hautpsitzes der Gruppe von Amsterdam nach München sowie des Aufsichtsrates nach München, wäre noch eine Bedingung die machen fordern sollte.
    Wenn schon keine operativen Hauptsitze, dann wenigstens ein Kontrollsitz! Mal schauen ob das unser Pfarrer hinkriegt...

  • Vielleicht hat Hintze den Braten gerochen. Man versucht sich die Filetstücke deutscher Luft- und Raumfahrttechnik einzuverleiben. Das ist es was die Franzosen und Angelsachsen können.
    Welche Fusion war denn erfolgreich übernational? Na?
    Keine Einzige. In jedem Fall würden die deutschen Konzerne ausgebootet, Abermilliardenverluste, der Steuerzahler hat diese mittels Arbeitsplatzverluste und Subventionen bezahlt. Die Geschäfte machen die anderen. Die Franzosen und Briten verkaufen über die deutschen Köpfe hinweg und kassieren.
    Plötzlich ist ein amerikanisch-jüdischer Investor der (Haupt-)
    anteilseigner wie bei PRO//SAT1/Kabel etc..
    Daimler mit Chrysler, BMW mit Rover, die Chemiesparte Aventis etc. etc. Jeder möchte mal gerne International Manager vor g a u c k e l n.
    Zahlen dürfen andere. Patente weg, Arbeitsplätze weg, Geld weg.
    Diesmal ist es bestimmt anders, ja die goldene Aktie, aber bei unseren rückratlosen Politikern egal welcher Couleur ist das for the a.hole.

    Dieser Artikel wurde wiedermal lanciert. Was steckt wohl dahinter. Eine Pseudoauseinandersetzung?

    da kommt mir doch der Fall Vodafone/Mannesmann in den Sinn. Der Geschäftsführer bzw. der Gewerkschaftsverteter im Aufsichtsart hat sich anfangs gewehrt und danach kassiert...
    Früher nannte man das Korrruption oder Vaterlandsverrat

    Als ob die Deutschen keine Flieger alleine bauen und verkaufen könnten. Der Koordinierungsaufwand ist größer als der Synergieeffekt.

    Aber das Handelsblatt, meine Güte....ein Niveau...

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