Peter Müller hat hohes Ansehen
Analyse: Bundespolitik war nicht entscheidend

Die Hauptgründe für den Erfolg der CDU liegen nach der Analyse der Forschungsgruppe Wahlen im Saarland selbst.

HB SAARBRÜCKEN. Die Bundespolitik - und somit auch das zweistellige Absacken der SPD - nannten in einer Umfrage nur 31 Prozent als wahlentscheidend. In allen Politikfeldern galt die CDU gegenüber der SPD als kompetenter. Ein Großteil des CDU-Erfolges ging aber auch auf das Konto von Ministerpräsident Peter Müller. Die SPD hat dagegen bei den unter 30- Jährigen und in der Gruppe der Arbeiter besonders herbe Verluste.

Der Politologe Karl-Rudolf Korte sagte, er sehe die CDU auch als „Hartz-Gewinnler“, also als Profiteur der Proteste gegen die Arbeitsmarktreformen der Bundesregierung. Dagegen sagte Parteienforscher Jürgen Falter in der ARD, die CDU habe das Protestpotenzial gegen die Bundesregierung nicht voll nutzen können. Viele Proteststimmen hätten sich auf kleine Parteien verteilt. Dies zeige das erstaunlich starke Abschneiden der Familien-Partei mit etwa drei Prozent ebenso wie das vergleichsweise starke Abschneiden der NPD mit etwa vier Prozent.

Viele Forscher wiesen am Abend der Wahl auf die besonders niedrige Wahlbeteiligung hin. Parteienforscher Falter sagte, sie schmälere auch den Erfolg der CDU, habe die Partei doch absolut deutlich an Stimmen verloren. Jeder zehnte, der vor fünf Jahren CDU gewählt hat, blieb dieses Mal zu Hause. Gründe für die niedrige Wahlbeteiligung - rund zwölf Prozentpunkte weniger als 1999 - seien das schöne Wetter, ein Abwenden von der Politik und ein von vorneherein als mehr oder minder wahrscheinlich angesehener Wahlausgang.

Bei der Leistungsbeurteilung auf der +5/-5-Skala erhält die CDU für ihre Regierungsarbeit die sehr gute Note von 1,3. Dagegen erreicht die SPD in der Opposition nur minus 0,1. In sämtlichen abgefragten Politikfeldern gilt die CDU gegenüber der SPD als die weitaus kompetentere Partei. Während die CDU ihr Ansehen als Landespartei in den vergangenen fünf Jahren von 0,9 auf 1,7 Punkte ausbauen konnte, hat die SPD erheblich an Reputation eingebüßt und fällt von 1,1 auf nur noch minus 0,1.

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