Peters weist Kritik zurück
Arbeitgeber fürchten schwache Gewerkschaften

Die Arbeitgeber fürchten nach den Worten ihres Präsidenten Dieter Hundt schwache Gewerkschaften. Gewerkschaften - wie etwa die nach ihrer Streikniederlage in Ostdeutschland zerstrittene und geschwächte IG Metall - könnten gerade deshalb umso aggressiver agieren, um verlorene Glaubwürdigkeit bei ihren Mitgliedern zurückzugewinnen, sagte Hundt nach Angaben des „Manager Magazins“ vom Donnerstag.

Reuters HANNOVER. „Gerade jetzt sollten die Arbeitgeber den Gewerkschaften die Hand reichen, um die Sozialpartnerschaft und die Tarifautonomie zu modernisieren“, sagte Hundt. Ansonsten könnten gerade Großunternehmen stärker ins Visier der Gewerkschaften geraten mit der Tendenz zu höheren Lohnabschlüssen. „Mit ist bei dieser Vorstellung bange“, sagte Hundt.

Der stellvertretende IG-Metall-Vorsitzende und umstrittene Kandidat für den Chefposten, Jürgen Peters, wies in einem Interview die Kritik mangelnder Flexibilität seiner Organisation zurück. „Wir haben mehr als 30 Öffnungsklauseln in den bestehenden Tarifverträgen. Darüber redet kein Mensch“, sagte Peters der „Frankfurter Rundschau“ (Donnerstag-Ausgabe). In der Automobil-Industrie existiere eine Vielzahl von Arbeitszeit-Modellen. Hinsichtlicher der künftigen Lohnpolitik befürwortete Peters, dass ein Teil der Entgelte an den Ertrag eines Unternehmens gekoppelt sein könne. Allerdings schloss der IG-Metall-Vize eine Öffnungsklausel zur Absenkung von Löhnen bei wirtschaftlichen Problemen aus. „Der Tarifvertrag muss die Mindestbedingungen regeln“, sagte er.

Peters will trotz erheblicher Widerstände und Kritik nach der Streikniederlage in Ostdeutschland Ende August auf einem vorgezogenen Gewerkschaftstag für die Nachfolge des scheidenden IG-Metall-Vorsitzenden Klaus Zwickel kandidieren. Allerdings arbeiten Peters' Gegner um Zwickel und den baden-württembergischen Bezirksleiter Berthold Huber einem alternativen Personalvorschlag für den gesamten Vorstand.

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