Petersburger Gipfel
Grüne fordern Boykott von Putins Wirtschaftsgipfel

Die deutsche Wirtschaft sucht mitten in der Ukraine-Krise die Nähe zu Putin. Wichtige Manager wollen zu einem Wirtschaftsforum nach St. Petersburg pilgern. Die Grünen halten das für falsch und fordern Zurückhaltung.
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BerlinDie Grünen haben angesichts der Ukraine-Krise die Chefs großer deutscher Firmen zum Boykott des Internationalen Wirtschaftsforums in St. Petersburg aufgefordert. „Wirtschaftliche Interessen dürfen niemals vor Menschenrechte gestellt werden, deshalb wäre jetzt Zurückhaltung angesagt“, sagte die Vize-Vorsitzende der Grünen-Bundestagsfraktion, Kerstin Andreae, Handelsblatt Online.

Eine Teilnahme deutscher Manager an dem Wirtschaftsforum sei derzeit völlig unangemessen und die falsche Botschaft. „Sie geben damit (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin eine Bühne und eine Legitimation für sein völkerrechtswidriges Verhalten gegenüber der Ukraine“, fügte die Grünen-Politikerin hinzu. „Zudem fallen sie der OEZE und den demokratischen Kräften in der Ukraine in den Rücken, die weiterhin auf einen diplomatischen Dialog bauen und dafür den Druck auf eine mögliche Isolation Russlands brauchen.“

Vom 22. bis 24. Mai findet in St. Petersburg eine Wirtschaftskonferenz statt, auf der auch Russlands Präsident Wladimir Putin sprechen wird. Anders als in früheren Jahren werden diesmal wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine keine westlichen Spitzenpolitiker teilnehmen. Die US-Regierung hatte zudem amerikanische Firmen aufgefordert, sie sollten ihre Teilnahme überdenken - anders als offenbar die Bundesregierung. „Von der Bundesregierung gibt es keinerlei Druck auf die deutsche Wirtschaft, nicht nach St. Petersburg zu fahren“, betonte ein Sprecher des Ostausschusses der deutschen Wirtschaft am Dienstag.

Der Grünen-Europaabgeordnete Sven Giegold würde ermahnende Worte der Bundesregierung in Richtung Wirtschaft auch für wenig überzeugend halten. Der Regierung und Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) fehle gegenüber deutschen Unternehmen jede Glaubwürdigkeit, wenn selbst der CDU-Außenpolitiker Philipp Mißfelder, der amtierende SPD-Ministerpräsident Erwin Sellering und Altkanzler Gerhard Schröder mit Putin mitten in der Krise Geburtstag feiern. „Wer die Wirtschaft in die Pflicht nehmen will, muss zunächst vor der eigenen Haustür kehren“, sagte Giegold Handelsblatt Online.

Giegold warnt dennoch vor einer Teilnahme an dem Petersburger Gipfel. „Es kann von Putin nur als europäische Schwäche ausgelegt werden, wenn deutsche Topmanager ihm den Hof machen“, sagte Giegold.

Kommentare zu " Petersburger Gipfel: Grüne fordern Boykott von Putins Wirtschaftsgipfel"

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  • Boykott? Nein es geht nur darum: Deutschland und Deutsche müssen massiv geschädigt werden, so unsere Politiker!!!

  • Die Grünen sind so eine hassenswerte, verkommene, morallose und extremistische Partei -- eine Schande für dieses ganzes Land.

    Die Grünen sind so extrem links in kulturellen Fragen, aber wenn es um die USA und die Nato geht, ist die einstige us-kritische Friedenspartei die devoteste und unterwürfigste Interessensvertreterin der USA und entschiedenste Pro-Kriegspartei.

  • der grüne Gutmenschengesinnungsterrorismus ist unerträglich und verlogen. Wasser predigen und Wein saufen.

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