Petition gegen Panzer
Die plötzliche Angst vor dem russischen Altmetall

Zwei Boulevardblätter haben eine Petition gegen Panzer am sowjetischen Ehrenmal im Berliner Tiergarten eingereicht. Die Aktion ruft kontroverse Reaktionen hervor – und eine klare Absage der Bundesregierung.
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DüsseldorfEr galt einst als Prototyp des modernen Panzerbaus, später als eines der Symbole der Befreiung vom Nationalsozialismus. Beim Volksaufstand in der DDR 1953 kam er zum unrühmlich Einsatz, ebenso auf Seite des Nordens im Koreakrieg. Die Rede ist vom Panzer T34 – knapp sieben Meter lang, 31 Tonnen schwer und mit einer Kanone vom Kaliber 76 Millimeter ausgerüstet.

Zwei Exemplare dieses Panzertyps sind seit 1945 Bestandteil des sowjetischen Ehrenmals am Berliner Tiergarten unweit des Brandenburger Tors. Sie sind Teil der Erinnerung an die Toten der Roten Armee im Zweiten Weltkrieg und besonders während der Schlacht um Berlin. Seit 1945 stehen sie dort, haben die deutsche Teilung überstanden, die Wende und waren selten Gegenstand kontroverser Diskussion. Doch nun hat die Krise in der Ukraine die beiden alten Weltkriegspanzer plötzlich mit neuer Bedeutung aufgeladen.

„Weg mit den Russen-Panzern“, fordert nun eine Kampagne der Springer-Boulevardblätter B.Z. und Bild. Ralf Schuler, Leiter des Parlamentsbüros der Bild, hat am Dienstag eine Petition beim zuständigen Ausschuss des Bundestags eingereicht, über alle Kanäle fordern Bild und B.Z. zum Mitzeichnen auf. Eine kontroverse Aktion angesichts der gespannten Lage in der Ukraine und der beginnenden politischen Eiszeit zwischen Russland auf der einen und den EU- und Nato-Staaten auf der anderen Seite. Für Bild ist der Fall klar: „In einer Zeit, in der russische Panzer das freie, demokratische Europa bedrohen, wollen wir keine Russen-Panzer am Brandenburger Tor!“, heißt es zur Begründung.

Doch die beiden russischen Weltkriegs-Panzer bleiben Teil des Sowjetischen Ehrenmals. „Die Bundesregierung respektiert diese besondere Form des Gedenkens an die auf Seiten der Roten Armee Gefallenen des Zweiten Weltkrieges“, sagte der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Georg Streiter, am Mittwoch in Berlin. Die Bundesrepublik habe sich im deutsch-sowjetischen Nachbarschaftsvertrag von 1990 „ausdrücklich verpflichtet, das sowjetische Ehrenmal im Tiergarten zur Erinnerung an die gefallenen Soldaten der Roten Armee zu achten, zu erhalten und zu pflegen“, zitierte Streiter den Vertrag. „Die Bundesregierung kommt dieser Verpflichtung nach.“

Beim zuständigen Petitionsausschuss des Bundestages versucht man dennoch, trotz des kontrovers diskutierten Themas sachlich zu bleiben. „Wir sind verpflichtet, die Petition anzunehmen“, heißt es beim Ausschussdienst. Jede Petition werde gleich behandelt, also geprüft, diskutiert und gegebenenfalls zur Beratung und Diskussion im Netz offengelegt. Auch die Abgeordneten würden informiert. Die seien allerdings gerade in der Osterpause.

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„Sind sie eigentlich von allen guten Geistern verlassen?“

Kommentare zu " Petition gegen Panzer: Die plötzliche Angst vor dem russischen Altmetall"

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  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Denkmähler sind auch zum Mahnen da! Sie müssen dort also bleiben und gepflegt werden! Sie zeigen auch die Folgen, wie Politiker durch Fehlentscheidungen einen Staat vernichten können! Vielleicht denken unsere Politiker einmal daran!!!!

  • Angst vor dem russischen Altmetall?

    Diese Erinnerung an die sowjetischen Opfer des Zweiten Weltkriegs soll auf einmal martialisches Symbol und Bedrohung für das freie demokratische Europa sein.( Artikelbild-Quelle: dpa) Beim Volksaufstand in der DDR 1953 kam er zum unrühmlich Einsatz, .... Die Rede ist vom Panzer T-34 ...– Akute Gefahr droht durch die beiden Panzer im Tiergarten übrigens nicht. Nach all den Jahren auf dem Sockel dürften sie nicht mehr einsatzfähig sein. (Zitate)

    Es gibt ein sogenanntes "Gewohnheitsrecht" d.h. dieses Denkmal ist bereits durch sein Dasein zur "Geschichte geworden". Persönlich bin ich grundsätzlich gegen Panzer und besonders auch gegen den T-34 , letzteren hatte ich in Funktion noch im zweiten Weltkrieg kurz vor dem Ende "rollen" gesehen. Damals war es eben "kein erhabenes" Gefühl mit einem T34 eventuell näher in Verbindung zu kommen . Solche Denkmäler sieht man aus der nachfolgenden Generation heute vielleicht ganz anders. Warum nicht?

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