„Pflege-Bahr“
Werbung für Pflegereform kostet 120 Millionen Euro

Mit einem Werbeetat von 120 Millionen Euro will die Bundesregierung auf die Pflegereform aufmerksam machen. Die Opposition kritisiert die hohen Kosten: Es werde eine Reform betrommelt, die kaum Veränderungen bringe.
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BerlinDie Bundesregierung bewirbt ihre Anfang 2013 startende Pflegereform nach einem Bericht der „Ärzte Zeitung“ (Montag) mit einem Etat von rund 120 Millionen Euro. Das gehe aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der SPD-Fraktion hervor.

Die SPD-Politikerin Carola Reimann kritisierte in dem Blatt die hohen Kosten: „Mit viel Geld wird hier eine Reform betrommelt, die weder den Pflegebedürftigen noch deren Angehörigen substanzielle Verbesserungen bringt.“ Mit dem Geld werde lediglich ein Markt für ein neues Versicherungsprodukt vorbereitet.

Ein Kernelement der Pflegereform ist der sogenannte „Pflege-Bahr“, mit dem der Staat private Pflege-Zusatzversicherungen mit fünf Euro monatlich fördert. Der monatliche Mindestbeitrag für die Versicherten beträgt zehn Euro.

In ihrer Antwort schreibt die Regierung außerdem, dass über den Etat sämtliche Kosten der Kampagne „Pflege - darum kümmern wir uns“ gedeckt werden.

 
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Der Pflege-Bahr ist genau so unredlich wie die Riester-Rente, von der nur die Versicherungen profitieren und nicht die zu pflegenden Menschen.
    Kein Mensch wird mit dieser Zusatzversicherung besser gepflegt werden, da Pflege ein personalintensives Arbeitsfeld ist.

    Diese 120 Millionen Euro für Werbung aus dem Fenster zu werfen, zugunsten der Versicherungen, ist eine Unverschämtheit.

    Dieses Geld könnte wesentlich besser in die Ausbildung von Hilfs- und Fachkräften investiert werden, denn noch immer müssen Altenpflegerinnen ihre Ausbildung selber bezahlen.

    Alten-und Pflegeheime, die an chronischem Fachpersonalmangel leiden und mit unausgebildeten Hilfskräften die alten Menschen versorgen, werden zwangsläufig zu Brutstätten von pflegerischer und medizinischer Gewalt werden, weil sie keine Ahnung von Pflege, Prophylaxe, Alterskrankheiten und psychischen Befindlichkeiten haben und auch so gut wie über keine menschliche Qualitäten verfügen wie Anstand und Respekt.

    Dieser neoliberale-neokonservative Drang, die Gesellschaft ins feudalistische Mittelalter zurück zu befördern, wird durch diesen Pflege-Bahr mehr als deutlich, weil die Pflege dadurch nicht besser wird. Wer anderes behauptet lügt.

  • Dann sollen die Rot-Grünen Ochsen was besseres vorschlagen, als nur immer dies Neiddebatte zu führen, jede heute begonnene Veränderung kann sich in 20-30 Jahren auszahlen, aber ist schon klar, jeder möchte was für sich und jetzt, was in der Zukunft passiert ist doch Egal, so lange es "mich" nicht trifft.

  • Dafür könnten 3 Jahre lang 1000 Pflegekräfte beschäftigt werden!

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