Pflegereform kommt 2017
Die wichtigsten Fragen zur neuen Pflege

Die neue Pflegeversicherung kommt Anfang 2017. Leistungen sollen künftig unabhängig davon erbracht werden, ob jemand an Demenz leidet oder körperlich erkrankt ist. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur Pflegereform.
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BerlinDas Bundeskabinett hat am Mittwoch die von Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) vorgelegte Reform der Pflegeversicherung beschlossen. Bei den Pflegeleistungen wird künftig unabhängig davon entschieden, ob jemand an Demenz oder körperlichen Beeinträchtigungen leidet.

Welchen Zweck verfolgt die neue Pflegereform?
Hauptanliegen ist es, Demenzkranke besser in die Leistungen der Pflegeversicherung einzubeziehen. Im bisherigen System fallen sie häufig durchs Raster.

Was wird aus den bisherigen Pflegestufen?
Die drei bisherigen Pflegestufen werden durch fünf Pflegegrade ersetzt. Die Pflegegrade eins bis drei gelten für geringe, erhebliche beziehungsweise schwere Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit. Der Grad vier umfasst schwerste Beeinträchtigungen, bei Grad fünf kommen „besondere Anforderungen an die pflegerische Versorgung“ hinzu.
Bei der Einordnung in einen Pflegegrad wird darauf geachtet, inwiefern sich der Pflegebedürftige noch selbst versorgen kann und wie mobil er ist. Zu den Kriterien, die unterschiedlich gewichtet werden, gehören zudem die kognitiven Fähigkeiten sowie Verhaltensweisen und psychische Problemlagen.

Müssen bisherige Pflegebedürftige mit einer Schlechterstellung rechnen?
Nach Aussage von Gröhe nicht. Es soll einen Bestandsschutz geben, der gewährleisten soll, dass den bisherigen Pflegebedürftigen keine Nachteile erwachsen. Das gilt auch für Pflegebedürftige, die sich in der Hoffnung auf eine höhere Einstufung neu begutachten lassen.

Ergibt die Untersuchung, dass sie eigentlich herabgestuft werden müssten, wird dies nicht umgesetzt – und es bleibt bei der vorherigen Einstufung. Für Menschen, die nach Einführung des neuen Systems pflegebedürftig werden, kann sich aber – verglichen mit dem alten System – durchaus eine Verschlechterung ergeben.

Können für die Versicherten neue Kosten entstehen?
Auch zusätzliche Kosten sollen für die Betroffenen vermieden werden. Durch die Einstufung in einen höheren Grad soll sich der zu entrichtende Eigenanteil nicht erhöhen. Anders sieht es aus, wenn dem Anbieter der Pflegeleistung durch andere Faktoren Mehrkosten entstehen – etwa durch Gehaltserhöhungen beim Personal.

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Kosten, Finanzierung und weiterer Zeitplan

Kommentare zu " Pflegereform kommt 2017: Die wichtigsten Fragen zur neuen Pflege"

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  • So mal grundsätzlich: zahlt der Geschäftsführer der Firma Bundesministerium für Gesundheit dort auch ein? Wieviele Bundestagsabgeordnete zahlen in die gesetzliche Pflegeversicherung?

    3,7 Milliarden Euro kostet der Spaß? Warum müssen die Pflegeversicherungsbeiträge steigen? Haben wir die Kohle im Steuersäckel so nicht über? So quasi als Dankeschön vom Staat an seine alten Mitarbeiter die für ihn in der Regel hart schufteten und seine geschäftsführenden Vorsteher in sanftesten sozialen Hängematten chauffieren lässt?

    Ich meine: keine Elbphilharmonie und Hamburg hätte schon ein Viertel von den 3,7 Milliarden liegen gehabt; kommen noch die 280 Millionen für den schwachsinnigen "Busbeschleunigungskrimskram" dazu, liegt die Stadt noch drüber.

    Also bitte; Kohle ist doch reichlichst da.... oder sehe ich da etwas verkehrt?

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