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Philipp Rösler: „Ich will keine neue Planwirtschaft“

exklusiv Bei der Reform der ärztlichen Versorgung setzt Philipp Rösler auf Wettbewerb. Im Interview spricht der Bundesgesundheitsminister über das milliardenschwere Geschäft mit der Heilkunst und medizinische Kostenfallen.

Philipp Rösler: "Ich will die alte Planwirtschaft nicht durch eine neue ersetzen." Quelle: dpa
Philipp Rösler: "Ich will die alte Planwirtschaft nicht durch eine neue ersetzen." Quelle: dpa

Handelsblatt: Die Ärzte haben in den vergangenen Jahren Honorarerhöhungen von zehn Milliarden Euro bekommen. Trotzdem drohen Versorgungsengpässe auf dem Land. Sie wollen das mit ihrer Versorgungsreform ändern - mit noch mehr Geld für die Mediziner, das die Versicherten über Zusatzbeiträge aufbringen müssen?

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Philipp Rösler: Mit der Finanzreform haben wir allen - Beitragszahlern und Leistungserbringern - viel abverlangt. Auch die Ärzte haben ihren Beitrag geleistet. Zugleich müssen wir sehen, dass dem schleichend daherkommenden Ärztemangel nachhaltig entgegengewirkt wird. Gerade wegen der Alterung der Gesellschaft braucht es mehr Ärzte im Heilberuf. Und es braucht mehr Ärzte, die dorthin gehen, wo sie gebraucht werden.

Wie soll das gehen?

Ein zentraler Punkt ist die Ausbildung. Hier haben die Länder eine große Verantwortung. Ein wichtiger Schritt wäre, mehr Medizin-Studienplätze zu schaffen und Engpässe bei der Weiterbildung zum Facharzt zu beseitigen.

Welche Engpässe?

Derzeit dürfen angehende Mediziner ihre Arztausbildung nur an bestimmten Kliniken machen. Ich werde mit den Ländern darüber reden, auch andere Krankenhäuser für die Arztausbildung zuzulassen.

Und wie helfen Sie dem Ärztemangel auf dem Land ab?

Zentral ist, die Bedarfsplanung neu auszurichten. Sie wurde in den 90er-Jahren eingeführt, um eine drohende Ärzteschwemme zu vermeiden. Damals sollten Praxisneugründungen begrenzt werden. Heute finden Landärzte in einigen Regionen keine Nachfolger. Also müssen wir die Bedarfsplanung flexibilisieren und an demografische Veränderungen anpassen. Wir wollen den Vertragspartnern vor Ort die Möglichkeit geben, von den starren Vorgaben wie etwa Verhältniszahlen abzuweichen.

  • 23.02.2011, 13:04 UhrAnonymer Benutzer: Petra

    Wir sind auf dem besten Weg zu einer neuen Planwirtschaft. Das gilt nicht nur für die Medizin! Dabei sollte unsere politische Führung aus Erfahrung wissen, daß dieses System nicht funktioniert. Lediglich die Politiker profitieren dabei kurzfristig unter "Ausblutung" des Volks!

  • 23.02.2011, 09:35 UhrAnonymer Benutzer: guttenplag

    Wann gibt es endlich einmal kompetente Politiker im Gesundheitsressort? Der Kindergarten mit Spahn, Bahr, Rösler und Widmann-Mau(n)z ist noch schlechter und schädlicher als der zuvor. Korrupt und ehrgeizig bis zum geht nicht mehr, richten sie das deutsche Gesundheitssystem zugrunde.

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