Pilotcharakter
Erster Tarifabschluss im deutschen Einzelhandel

Gewerkschaft und Arbeitgeber haben sich im deutschen Einzelhandel auf einen ersten Tarifvertrag geeinigt. In Hamburg werden danach ab August die Gehälter zwischen 1,7 und 1,9 % steigen, teilten die Tarifparteien am Donnerstag mit.

Reuters BERLIN. Um den gleichen Satz würden die Einkommen ab August 2004 noch einmal angehoben. Untere Einkommensgruppen erhalten eine Gehaltsanhebung am oberen Rand der Spanne. Darauf habe man sich nach sieben Verhandlungsrunden in der Nacht verständigen können. Für die Monate Mai, Juni und Juli gibt es eine Nullrunde. An den verkaufsoffenen Samstagen bleibt danach der bisherige Zuschlag von 20 % nach 14.30 Uhr bestehen. Die Gewerkschaft Verdi hatte ursprünglich deutlich mehr gefordert. Unternehmen, die nur einen langen Samstag im Monat haben, brauchen überhaupt keine Zuschläge zu zahlen.

Sowohl Verdi als auch der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) sprachen von einem Erfolg. Zusätzliche Verbesserungen für Auszubildende wie die Verlängerung des Urlaubs von viereinahalb auf fünf Wochen sind Verdi zufolge ein Anreiz für Jugendliche, einen Beruf im Einzelhandel zu suchen. Der HDE sprach von einer Kostenbelastung der Unternehmen in den Tarifjahren 2003 und 2004 von rund 1,35 %. Dies werde die Branche fordern, „hoffentlich jedoch nicht überfordern.“

Der Handelsverband BAG, neben dem HDE der zweite große Zusammenschluss von Händlern, sprach von einem vertretbaren Kompromiss. Die erweiterten Öffnungszeiten seien sozial verträglich flankiert worden.

Seit Juni dürfen Geschäfte in Deutschland samstags bis 20 Uhr geöffnet haben. Nach früherer Gesetzeslage konnten Ladenbesitzern ihre Geschäfte an Samstagen nur bis 16 Uhr offen halten. Große Handelskonzerne hatten kürzlich berichtet, dass die Umsätze auf Grund der Neuregelung gestiegen seien.

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