Deutschland

_

Piraten suchen Themen: Letzte Rettung Urheberrecht

Seit Monaten sinken die Umfragewerte der Piraten. Bundesvorstand und Abgeordnete der Partei diskutieren daher wieder die Reform des Urheberrechts. Aus gutem Grund: Inhalte sind für die Piraten derzeit nötiger denn je.

Suche nach Inhalten: Die Piraten wollen ihr Kernthema beleben. Quelle: dpa
Suche nach Inhalten: Die Piraten wollen ihr Kernthema beleben. Quelle: dpa

BerlinErst die Auseinandersetzung vom Piraten-Vorstandsmitglied Johannes Ponader mit der Agentur für Arbeit, dann die öffentlich ausgetragene Debatte über das Buch der Piratenpolitikerin Julia Schramm: Bei der Piratenpartei dominieren derzeit vor allem innerparteiliche Streitigkeiten die öffentliche Wahrnehmung. Mit Reformvorschlägen zum Urheberrecht versuchen die Freibeuter jetzt wieder inhaltlich zu punkten. Der Bundesvorstand der Partei hatte dafür in der vergangenen Woche angekündigt, die Debatte um das Urheberrecht in den Mittelpunkt des anstehenden Wahlkampfs für die Bundestagswahlen 2013 zu stellen.

Anzeige

Die Partei erneuerte dabei ihre umstrittenen in der vergangenen Woche Forderungen zum Urheberrecht - und ging damit auf Konfrontationskurs mit Verlagen und Rechteverwertern. Die Piratenpartei sei mit dem Ziel gegründet worden, das Recht auf Privatkopie politisch durchzusetzen, sagte der Parteivorsitzende Bernd Schlömer bei der Vorstellung einer Parteibroschüre zum Urheberrecht in der vergangenen Woche in Berlin. Bereits zuvor hatten die Piraten-Fraktion in Nordrhein-Westfalen sowie Christopher Lauer, Abgeordneter der Piraten im Berliner Landtag, jeweils eigene Entwürfe für ein neues Urheberrechtsgesetz vorgelegt.

Doppel-Interview Union will Piraten das Thema „Urheberrecht“ abjagen

Der CDU-Politiker Michael Kretschmer und der Pirat Christopher Lauer wollen das Urheberrecht reformieren. Im Interview sprechen sie über die Wissensgesellschaft, den Piraten-Entwurf und Zweifel an der Realpolitik.

Doppel-Interview: Union will Piraten das Thema „Urheberrecht“ abjagen

Der umstrittenste Punkt ist dabei die Forderung der Piraten nach einer Änderung des Paragrafen 53 des Urheberrechtsgesetzes, der Kopien von urheberrechtlich geschützten Werken unter bestimmten Bedingungen erlaubt. Ginge es nach dem Entwurf der NRW-Fraktion, würde in Zukunft die Anfertigung einer Privatkopie in jedem Fall möglich sein. Damit könnten künftig auch illegal erworbene Werke für private Zwecke kopiert werden dürfen. „Werke wollen Öffentlichkeit und vervielfältigt sein, um wahrgenommen zu werden“, sagte der Urheberrechtsexperte der Partei, Bruno Kramm, zur Begründung.

Trotz der großen Widerstände gegen ihre Vorschläge sind die Piraten der Ansicht, dass sich die etablierten Parteien inzwischen einige Überzeugungen der Newcomer zu Eigen gemacht haben. Zuletzt habe die CSU die Position der Piraten zur Nutzung freier Inhalte im Bildungssystem übernommen, sagte Kramm, der in Bayern vor kurzem zum politischen Geschäftsführer der Partei gewählt worden war.

  • 07.10.2012, 12:12 UhrWolfsfreund

    @ Jan

    Es war die wütende, trotzige Reaktion eines kleinen Kindes, dem man den Zugang zu kostenlosen Süßigkeiten unmöglich macht. M.E. genau das, was ich von einem Befürworter der Piraten und ihrer "alles für lau"-Kultur erwartet habe...

  • 06.10.2012, 09:30 UhrWolfsfreund

    "Niemand will Ihre Bilder haben! Sie sollen Ihren Müll für sich behalten nicht ins Internet stellen! Sie müssen die Wahrheit ins Gesicht schauen! Wir wollen Sie nicht! Wenn Sie nicht komplett unfähig wären, würden Sie einen gescheiten Job haben und wenigstens Burger bei McDonalds machen."
    -----------------
    Interessante Antwort... :-)
    Weil meine Bilder keiner will, hatte ich auch gerade eine 6-seitige Veröffentlichung mit etlichen Photos und einer "Double" als Aufmacherbild...
    Sie kennen den Spruch "Wenn man keine Ahnung hat...", ja...?

  • 06.10.2012, 08:58 UhrJan

    Ja, mein Freund! Das sind sachliche Argumente, die zur Weiterentwicklung unserer Gesellschaft beitragen!

  • Die aktuellen Top-Themen
Rüstungsflops der Bundeswehr: Totalschaden mit Ansage

Totalschaden mit Ansage

Die Euro-Hawk-Pleite bringt den Verteidigungsminister ins Trudeln. Dabei lenkt der jüngste Rüstungsflop den Blick auf ein grundsätzliches Dilemma: Bundeswehrprojekte sind eine teure Schwachstelle für die Steuerzahler.

Krieg in Syrien: US-Ausschuss fordert Waffen für Rebellen

US-Ausschuss fordert Waffen für Rebellen

US-Präsident Barack Obama gerät wegen der Konflikte in Syrien unter Druck. Noch schreckt er vor Waffenlieferungen an die Rebellen zurück, doch im Senat werden Stimmen lauter, die solche Unterstützung fordern.

Außenhandel: EU hält Freihandelsabkommen mit China für möglich

EU hält Freihandelsabkommen mit China für möglich

China will die Wirtschaftsbeziehungen zur EU stärken. EU-Diplomaten stellen ein Freihandelsabkommen in Aussicht, jedoch nur unter strengen Bedingungen. Einige EU-Staaten sind grundsätzlich dagegen.

Handelsblog Pekings gefälschtes Ikea-Möbelhaus

Am meisten haben es mir die blau-gelben Polohemden der Möbelberaterinnen angetan. Der Schriftzug links auf der Brust lautet zwar „Joyme“, nicht „Ikea“, doch ansonsten wirken sie so schweden-mäßig, wie das überhaupt nur sein kann. Doch... Von Finn Mayer-Kuckuk. Mehr…