Piratenpartei
„Wir machen das ein bisschen anders“

Auch die Piratenpartei feilt beim politischen Aschermittwoch an ihrem Profil. In Ingolstadt gibt es neben Lästereien über verstaubte Berufspolitiker, die nicht einmal twittern können, auch Fachthemen wie Acta.
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Ingolstadt„Wir sind bei den Piraten, wir machen das ein bisschen anders“. So eröffnete der Generalsekretär der Piratenpartei, Wilm Schumacher, seine Rede zum piratigen Aschermittwoch  2012 im Stadttheater Ingolstadt. Im Vergleich zu den Veranstaltungen der großen Parteien geht es hier in der Tat anders zu. Für seine Eröffnungsrede wird Benedikt Schmidt von den gastgebenden Ortsverein der Piraten mit seinem Twitternamen @Boomel auf die Bühne gerufen. Anzugträger finden sich kaum, dafür T-Shirts mit Wikileaks-Logo. Auch lange Reden sucht man bei den Piraten vergebens.

Alle Redner wurden anhand eines Internet-Castings ausgewählt, jeder hat 15 Minuten Zeit, seine Botschaft unters Volk zu bringen. Insgesamt 13 Piraten werden dabei sein, zusätzlich sind zwei Auftritte des Berliner Kabarettisten Rolf Kuhl geplant. Die Anforderungen an die ausgewählten Piraten-Redner sind allerdings wie bei CSU oder SPD: „Polemik ist absolut erwünscht“, hieß es bei der Ausschreibung der Redezeiten.

So kriegt der CSU-Bundestagsabgeordnete Hans-Peter Uhl als Erster sein Fett weg. „So ein Mensch will uns erklären, wie moralisch verkommen ein unzensiertes Internet ist“, sagt Benedikt Schmidt. „Das ist Bullshit Herr Uhl“, ruft der Pirat ins Mikrofon und nimmt schnell einen Schluck Weißbier. Die Spielregel der Piraten: Jeder Redner muss während seiner Redezeit sein Bierglas leeren.

Auch die anderen Parteien werden von Schmidt mit Häme bedacht. Lediglich die FDP bleibt zumindest indirekt verschont. „Ich hoffe nicht, dass jemand über die Liberalen redet, das wäre Nachtreten“, so Schmidt. Ähnlich sieht das auch sein Nachfolger am Mikrofon, der Vorsitzende der bayerischen Piraten, Stefan Körner. Der zitiert ein FDP-Mitglied mit der Aussage, „am härtesten ist es zu erkennen, dass sogar der politische Gegner Mitleid mit einem hat“. Für die bayerische CSU hat Körner derartige Nettigkeiten allerdings nicht über, das verstaubte Image und die neue Onlinestrategie bieten viel Angriffsfläche. „Ich wette, auf die Frage wie viele Freunde er bei Facebook hat, musste Horst Seehofer überlegen, was dieses Facebook eigentlich war“, feuert Körner auf den politischen Gegner.

Auf die Frage, wann er denn das letzte Mal etwas auf seiner Facebook-Seite gepostet hätte, hatte Seehofer laut einem Artikel der "tageszeitung" geantwortet: „Ach fragen Sie doch meinen Assistenten, der macht das für mich“. Öl ins Feuer der Piraten. Noch mehr Applaus erntet Körner allerdings mit der Aussage des CSU-Fraktionsvorsitzenden Georg Schmid. Dieser antwortete auf die Frage, wie die Onlinestrategie genau aussehen solle, er müsse erstmal zusehen, dass alle CSU-Abgeordneten überhaupt per E-Mail erreichbar seien.

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  • Für mich stellt sich die Frage: Ist die Piratenpartei Kompetent genug ein Land zu Regieren?, ich habe mich Informiert über diese Partei, ganz Ehrlich, mit dem was dort im Programm steht, kann kein Land wie Deutschland Regiert werden. Es hat schon seinen Grund warum die mehrheit der Berufspolitiker Juristen sind und im Anzug erscheinen. Ich stimme zu das der Mensch nicht nur auf sein äußeres Erscheinungsbild reduziert werden sollte.
    Bei der menge an Diskussions Potenzial, könnte es sehr schnell zu Konfrontationen innerhalb der Wähler kommen.
    Die aufschrift Revolution, zu sehen auf den Parteifähnchen
    macht die Gefahr die damit verbunden ist, deutlich.

  • Veehrte Frau Steer,

    Nun, Ihr Interess in den Stand der Vampire einzutreten ist offenbar doch begrenzt, was ich eher mit Bedauern zur Kenntnis zu nehmen habe. Sie wären nach allem was Sie bisherhaben verlauten lassen, eine durchaus geeignete Kanditatin gewesen.
    Ich werde totzdem versuchen Ihnen eine Mail zukommen zu lassen, was aus dem Ort in Transylvanien, wo ich mich derzeit aufhalte, allerdings nicht ganz einfach ist.
    Haben Sie ein wenig Geduld

    Immer verbunden Ihr
    Nosferatu Fürst D

    PS. Ihre etwas harsche Antwort hat mich übrigens überhaup nicht erzürnt, vielmehr mein Interesse an Ihrer geschäzten Person bedeutend gesteigert.

  • Eine Begegnung mit mir könnte bei Ihnen eine leichte psycho-mentale Veränderung hervorrufen,möglicherweise verbunden mit allerdings unbedeutenden physischen Veränderungen was Ihren Gebissstand betrifft.
    ------------------------
    Wird es noch lächerlicher?
    Mir per Mail zu antworten, um einiges aufzuklären, z. B. Margrit 123 oder Frau Steer, trauen Sie sich wohl nicht?
    Da könnten Sie doch z. B. sagen, wr Sie sind.
    Naja, ist typisch. Rumpoltern, aber nicht den Mut zur Klarheit zu haben

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