Pisa-Studie Deutsche Schüler sind Teamplayer

Sozialkompetenzen gewinnen am Arbeitsmarkt an Bedeutung. Nun hat erstmals eine PISA-Studie verglichen, wie gut Schüler in der Gruppe Probleme lösen können. Deutschland schnitt überdurchschnittlich ab.
Update: 21.11.2017 - 10:04 Uhr 1 Kommentar
Probleme lösen – das geht besser im Team als alleine. Im Vergleich mit anderen Ländern können deutsche Schüler das besonders gut. Quelle: dpa
Teamarbeit

Probleme lösen – das geht besser im Team als alleine. Im Vergleich mit anderen Ländern können deutsche Schüler das besonders gut.

(Foto: dpa)

Paris/BerlinDeutsche Schüler sind im internationalen Vergleich recht gut darin, komplexe Probleme im Team zu lösen. In einer am Dienstag veröffentlichten PISA-Studie liegt Deutschland bei dieser Sozialkompetenz zwischen dem 10. und 14. Platz von gut 50 Bildungssystemen. Der PISA-Chefkoordinator der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), Andreas Schleicher, sprach von einem „sehr guten Ergebnis“. Dennoch fällt jedem fünften Neuntklässler in Deutschland das Problemlösen in der Gruppe schwer.

Es ist das erste Mal, dass ein PISA-Leistungsvergleich diese Fähigkeit unter die Lupe nimmt. Etwa 125.000 15-Jährige machten den Test, darunter rund 1900 Jugendliche in Deutschland. Sie bekamen am Computer Aufgaben gestellt, für deren Lösung sie mit mehreren anderen zusammenarbeiten mussten – diese wurden dabei von dem Programm simuliert.

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20. Platz: Universität Mannheim
1 von 11

Die Universität Mannheim ist die einzige deutsche Hochschule in den Top 20 des „World University Rankings“ von „Times Higher Education“. Rund 12.000 Studierende gibt es dort. 74,5 Studierende kommen auf einen Mitarbeiter. 13 Prozent der Studierenden kommen aus dem Ausland und das Verhältnis von weiblichen zu männlichen Studierenden liegt bei 54:46. In der Gesamtbewertung erhält die Hochschule 77,1 Punkte.

Das Fachmagazin hat fünf verschiedene Bereiche – darunter Lehre und Forschung – unterschiedlich stark gewichtet. Weiter geht es mit den Top 10 ...

10. Platz: University of California, Berkeley (US-Bundesstaat Kalifornien)
2 von 11

Gesamtpunktzahl im Ranking: 86,4

Zahl der Wirtschaftsstudierenden: 36.182

Zahl der Studierenden pro Mitarbeiter: 13,1

Ausländische Studierende: 17 Prozent

Verhältnis weiblicher zu männlichen Studierenden: 52:48

9. Platz: University of Pennsylvania (USA)
3 von 11

Gesamtpunktzahl im Ranking: 86,7

Zahl der Wirtschaftsstudierenden: 20.361

Zahl der Studierenden pro Mitarbeiter: 6,5

Ausländische Studierende: 20 Prozent

Verhältnis weiblicher zu männlichen Studierenden: 50:50

8. Platz: Northwestern University (US-Bundesstaat Illinois)
4 von 11

Gesamtpunktzahl im Ranking: 87,0

Zahl der Wirtschaftsstudierenden: 17.466

Zahl der Studierenden pro Mitarbeiter: 12,8

Ausländische Studierende: 18 Prozent

Verhältnis weiblicher zu männlichen Studierenden: 48:52

7. Platz: University of Chicago (USA)
5 von 11

Gesamtpunktzahl im Ranking: 87,1

Zahl der Wirtschaftsstudierenden: 13.525

Zahl der Studierenden pro Mitarbeiter: 6,2

Ausländische Studierende: 25 Prozent

Verhältnis weiblicher zu männlichen Studierenden: 44:56

6. Platz: Harvard University (US-Bundesstaat Massachusetts)
6 von 11

Gesamtpunktzahl im Ranking: 87,6

Zahl der Wirtschaftsstudierenden: 20.326

Zahl der Studierenden pro Mitarbeiter: 8,9

Ausländische Studierende: 26 Prozent

Verhältnis weiblicher zu männlichen Studierenden: keine Daten

5. Platz: University of Cambridge (England)
7 von 11

Gesamtpunktzahl im Ranking: 88,4

Zahl der Wirtschaftsstudierenden: 18.389

Zahl der Studierenden pro Mitarbeiter: 10,9

Ausländische Studierende: 35 Prozent

Verhältnis weiblicher zu männlichen Studierenden: 45:55

Die OECD hält die Auswertung für wichtig, weil die Bedeutung sozialer Kompetenzen am Arbeitsmarkt zunehme. „Abfragewissen verliert dramatisch an Relevanz, weil Google das besser kann“, so Schleicher.

Spitzenreiter sind Singapur und Japan, Deutschland liegt etwa auf einer Höhe mit den USA, Großbritannien und Dänemark. Deutsche Schüler kamen im Mittel auf 525 Punkte, deutlich mehr als der Durchschnitt der 32 teilnehmenden OECD-Staaten (500 Punkte). Japan liegt allerdings mit 552 Punkten noch deutlich weiter vorn.

Mehr als ein Achtel (13 Prozent) der Schüler in Deutschland erreicht die höchste Kompetenzstufe beim Problemlösen im Team – im OECD-Durchschnitt sind es nur acht Prozent. Auch der Anteil derjenigen, die schlecht abschneiden, ist vergleichsweises gering. Trotzdem können 21 Prozent der Schüler in Deutschland nur leichte Probleme lösen, bei denen die Zusammenarbeit wenig komplex ist. Absolut gesehen gebe es sicher noch sehr viel Nachholbedarf, sagte Schleicher. Zudem ist der Abstand zwischen starken und schwachen Schülern in Deutschland größer als im OECD-Schnitt.

Mädchen sind in allen Ländern besser darin, Probleme im Team zu lösen. In Deutschland haben sie fast ein Schuljahr Vorsprung vor den Jungen. Auffällig: Als die PISA-Studie 2012 testete, wie gut Schüler alleine Probleme lösen können, schnitten die Jungen besser ab. „Dies deutet darauf hin, dass die Mädchen vor allem in der Teamarbeit sehr große Fähigkeiten haben“, teilte die Technische Universität München mit, die den deutschen Teil der Studie verantwortete.

Die Frage, wie die Team-Kompetenz verbessert werden kann, lässt sich laut Schleicher nicht so leicht beantworten. Die Studie zeige unter anderem, dass die Leistungen besser seien, wo Unterricht mehr Raum für Interaktion biete – zum Beispiel mit Gruppenexperimenten im Naturwissenschaftsunterricht.

PISA ist der weltweit wichtigste Schulvergleichstest. Er wird alle drei Jahre von der OECD organisiert, zuletzt 2015 – aus diesem Jahr stammen auch die Daten zur Teamarbeit. Kern von PISA sind die Kompetenztests für Naturwissenschaften, Mathematik und Leseverständnis, hier wurde die jüngste Auswertung bereits vor knapp einem Jahr veröffentlicht. Die Deutschen lagen dabei im oberen Drittel der internationalen Ranglisten.

  • dpa
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1 Kommentar zu "Pisa-Studie: Deutsche Schüler sind Teamplayer"

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  • ...und auch hier bei den "Kleinen und Heranwachsenden" schlägt sich das idiotische Helfersyndrom durch, Nichtskönner und Analphabeten mit durchzuziehen.

    Dümmer geht´s nimmer !

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