Pisa-Studie
„Deutsche Schüler von Champions League weit entfernt“

Deutschland holt bei Pisa auf - aber nur langsam. Nach dem Schock über das schlechte Abschneiden vor zehn Jahren wirken Schulreformen in Mathematik und Naturwissenschaften. Doch die Leistungen beim Lesen und Textverständnis stagnieren. Weltspitze sind deutsche Schüler daher noch lange nicht.
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HB BERLIN. „Deutschland ist aufgestiegen - aufgestiegen aus der zweiten in die erste Liga. Aber von der Champions League ist Deutschland noch weit entfernt“, sagte der Chef der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin, Heino von Meyer, am Dienstag. Nötig seien mehr Training und mehr Integration statt Ausgrenzung.

Gleichwohl sind die deutschen Schulen seit dem ersten Pisa-Test vor zehn Jahren etwas besser geworden. In Mathematik und Naturwissenschaften erzielen 15-jährige Schüler hierzulande jetzt Leistungen, die oberhalb des Durchschnitts der 34 wichtigsten Industrienationen der Welt liegen. Im Lesen und beim Verstehen von Texten sind deutsche Schüler allerdings weiter nur Mittelmaß. Dies zeigt der am Dienstag in Berlin vorgestellte neue Pisa-Schultest der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD).

Absolute Spitzenwerte in allen Disziplinen erreichen die Schüler aus der Region Shanghai (China), die erstmals an dem weltweiten Schultest teilnahmen. Erneut ganz vorn liegen Korea, Finnland, die Region Hongkong, Singapur und Kanada. Die 15-Jährigen aus diesen Ländern sind Gleichaltrigen aus Deutschland in ihrem Wissen und Können zum Teil ein bis zwei Schuljahre voraus.

Auffällig ist erneut die hohe Abhängigkeit von sozialer Herkunft und Bildungserfolg in Deutschland. Die Zahl der 15-jährigen Risikoschüler, die beim Eintritt ins Berufsleben nur auf Grundschulniveau Texte verstehen können, ist in der Bundesrepublik allerdings in den vergangenen zehn Jahren von 22,6 Prozent auf 18,5 Prozent eines Jahrganges zurückgegangen. Nach Aussage der Pisa- Forscher ist diese Zahl nach wie vor zu hoch.

Die Veröffentlichung des ersten Tests hatte in der deutschen Öffentlichkeit einen Schock ausgelöst. In allen Disziplinen erreichten die Schüler aus der Bundesrepublik nur Werte unterhalb des Durchschnitts der Industrienationen. Diesmal wurden beim Leseverständnis 497 Leistungspunkte gemessen - 13 mehr als noch vor zehn Jahren. 40 Punkte der Pisa-Skala entsprechen in etwa dem Lernfortschritt von einem Schuljahr. Der aktuelle OECD-Schnitt beträgt beim Lesen 493 Punkte.

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