Pisa-Studie
In Bayern lernt es sich schneller

Die unionsgeführten Bundesländer sehen sich von der jüngsten Pisa-Studie bestätigt. Denn die Unterschiede zwischen dem Wissen, das an den Schulen von Kiel bis München vermittelt wird, sind groß. So hat laut aktueller Pisa-Studie ein Gymnasiast aus dem Norden gegenüber einem Bayern teils einen Lernrückstand von einem Jahr.

HB BERLIN. Die deutschen Schulen müssen als Konsequenz aus dem zweiten Pisa-Test wesentlich besser und sozial gerechter werden. Dies forderten übereinstimmend die Kultusminister bei der offiziellen Vorlage des neuen Pisa-Bundesländervergleichs. Im Mittelpunkt soll dabei frühe Förderung von leistungsschwachen Schülern und von Einwandererkindern stehen, sagte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Johanna Wanka (CDU/Brandenburg).

„Besorgt“ sind die Kultusminister über die unvermindert hohe Abhängigkeit des Schulerfolgs von der sozialer Herkunft. Laut Pisa hat ein Kind aus der Oberschicht weiterhin eine vier Mal so große Chance, das Gymnasium zu besuchen und damit das Abitur zu erlangen, als ein Arbeiterkind mit gleichem Kenntnisstand und Lernvermögen. In Bayern ist diese Chance sogar 6,65 Mal so hoch. Deutschland schöpfe insgesamt sein Begabungspotenzial nicht aus, sagte der deutsche Pisa- Forscher Manfred Prenzel.

Auch der zweite Bericht belegt das schon in früheren Studien festgestellte krasse Schul-Leistungsfälle zwischen den Bundesländern. So sind 15-jährige Gymnasiasten in Bayern im Untersuchungsschwerpunkt Mathematik Gleichaltrigen aus Bremen im Wissensstand um mehr als ein Schuljahr voraus. Nordrhein-Westfalens Gymnasiasten hinken hinter den Bayern ein knappes Jahr hinterher. „Die Chancen der Schüler sind abhängig vom Land, in dem sie wohnen“, sagte Prenzel. „Es gibt ein Gerechtigkeitsproblem.“

Ungleich groß ist von Land zu Land auch die Zahl der 15-Jährigen, die in der wichtigen Basiskompetenz Lesen- und Textverständnis nur die unterste Pisa-Kompetenzstufe erreichen und damit große Probleme bei der Lehrstellensuche haben. Diese Zahl ist mit 22,3 Prozent in Deutschland deutlich höher als im Schnitt der Industriestaaten (19,1). In einigen Ländern wie Mecklenburg-Vorpommern, Hamburg oder Bremen gehören sogar ein Viertel oder mehr Schüler zu den Leseschwachen. Aber auch hier ist Bayern „Primus“ mit nur 14,1 Prozent schlechten Lesern.

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