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PKV gegen GKV: Experte sieht Kassen aus Karlsruhe gestützt

exklusivDer Ruf von Verbandschef Laue nach niedrigeren Hürden für den Wechsel in die private Krankenversicherung kommt nicht überall gut an. Nicht nur GKV-Vertreter lehnen dies ab, auch Politiker und Experten sind skeptisch.

Die Barette der Verfassungsrichter: Schon 2004 unterstützten die Karlsruher Richter die Krankenkassen im Streit mit den privaten Krankenversicherern. Das gesetzliche System brauche gut verdienende Angestellte. Quelle: dpa
Die Barette der Verfassungsrichter: Schon 2004 unterstützten die Karlsruher Richter die Krankenkassen im Streit mit den privaten Krankenversicherern. Das gesetzliche System brauche gut verdienende Angestellte. Quelle: dpa

BerlinDie privaten Versicherer würden gerne die Einkommensgrenzen in der Krankenversicherung senken, um mehr gut verdienende Angestellte in die PKV zu locken. Das hat der neue Chef des Verbandes der privaten Krankenversicherung (PKV), Uwe Laue, in einem Interview mit dem Handelsblatt gefordert.

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Dagegen leisten nicht nur Politiker und Krankenkassen großen Widerstand, schließlich würde das gesetzliche System besonders gut zahlende Kunden verlieren. Auch die Verfassungsrichter könnten ein Wörtchen mitreden. Darauf weist der führende deutsche Gesundheitsökonom Jürgen Wasem im Gespräch mit Handelsblatt Online hin.

Zur Versicherungspflichtgrenze habe das Bundesverfassungsgericht bereits 2004 ausgeführt: „Gemessen an den versicherten Risiken dürfte der Kreis der Schutzbedürftigen mit der Versicherungspflichtgrenze eher zu eng als zu weit gezogen sein.“ Damals lag die Versicherungspflichtgrenze bei gut 46.000 Euro Jahreseinkommen, heute liegt sie bei 52.200 Euro. Nur wer als Angestellter mehr im Jahr verdient, darf in die PKV.

Interview zum Download „Die Pflichtgrenze muss sinken“

Uwe Laue ist der Chef des Verbandes der Privaten Krankenversicherung. Er spricht über die mögliche Vergrößerung der Zielgruppe, den Wettbewerb mit den gesetzlichen Krankenkassen und die Risiken einer Bürgerversicherung.

Zum Wahlrecht zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung für besserverdienende Arbeitnehmer führten die Richter damals weiter aus: Die GKV benötige „zur Erfüllung ihrer Aufgaben auch diese besonders leistungsfähigen Versicherten“, die nämlich „wesentlich zu einem sozialen Ausgleich beitragen“.

Damit ist aus der Sicht des Gesundheitsökonomen Wasem alles Wesentliche gesagt: „Wenn sich der Gesetzgeber entscheidet, die soziale Absicherung im Krankheitsfall über die Etablierung einer GKV, die mit einkommensabhängigen Beiträgen finanziert wird, zu organisieren, dann muss er auch dafür sorgen, dass in dieser GKV hinreichend viele Versicherte mit höheren Einkommen versichert sind“, erklärte Wasem gegenüber Handelsblatt Online.

Eine Absenkung der Versicherungspflichtgrenze würde dazu führen, dass viele gesunde, kinderlose Versicherte, die in der GKV Nettozahler sind, in die PKV abwandern würden. „Das untergräbt das Finanzierungsprinzip der gesetzlichen Krankenversicherung“, warnt Wasem. Die Folge in der GKV seien steigende Beiträge oder Leistungskürzungen.

  • 20.09.2013, 11:47 UhrNicht-Dumm

    @Leser
    Ich kann schon verstehen, dass sie es bitter bereuen, in jungen Jahren billig in eine PKV gelockt worden zu sein und jetzt verzweifelt versuchen, ihren Bankrott im Alter zu verhindern. Besser ginge das aber, wenn ihre PKV aufgelöst werden würde und sie dadurch die Chance bekämen, zurück in den Schoss der GKV zu dürfen.

  • 20.09.2013, 11:46 UhrNicht-Dumm

    Der "Experte" ist vermutlich selber PKV versichert.

  • 30.08.2013, 13:12 UhrAntonique

    Bis zur Versicherungsgrenze gehören alle Bürger, auch Beamte, in das gesetzliche System! Wer darüberhinaus Sonderwünsche hat, kann sich dafür privat versichern. Nur das kann ein gesetzliches, faires und leistungsfähiges System erhalten. Alle Fummelei an diesem System ist nur schädlich! Wann endlich spielt die Politik mit offenen Karten für alle Bürger? Unter den Blockparteien ist es scheinbar nicht möglich, schon gar nicht mit einer Verantwortung durch die FDP. Gesundheit und Wirtschaft gehören nicht in die Verantwortung einer Klientelpartei wie die FDP!

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