Pkw-Maut beschlossen
Autofahrer, stellt Euch nicht so an!

Das Kabinett hat die Einführung der Pkw-Maut beschlossen. Doch die Diskussionen werden noch lange kein Ende nehmen. Warum Deutschland endlich auf Autobahnen und Bundesstraßen eine echte Maut einführen sollte.
  • 27

Wieder einmal scheint in Deutschland die Welt unterzugehen. Wieder ist eine Glaubensfrage entbrannt, in der es am Ende um Leben und Tod gehen könnte. Wieder einmal scheint unsere Demokratie in Gefahr, wenn die Politiker diese ungeheuerliche neue Abgabe tatsächlich einführen würden.

Worüber reden wir überhaupt? Ja, es ist dieses leidige Thema, die neue Pkw-Maut. Und worum geht es dabei? Es geht um diese ziemliche lächerliche Zusatzbelastung von 100 Euro pro Jahr, damit endlich auch die ausländischen Autofahrer zur Finanzierung der deutschen Straßen herangezogen werden können.

Wie viel sind 100 Euro, die die Maut voraussichtlich pro Jahr kosten wird? Wegen des massiven Ölpreisverfalls ist der Benzinpreis in den vergangenen zwei Jahren um ungefähr 30 Cent pro Liter gefallen, macht pro Tankfüllung durchschnittlich 20 Euro. Mit fünfmal Tanken ist das Geld für die neue Maut also schon wieder drin. Eine gewaltige Belastung sieht anders aus.

Eine andere Beispielrechnung: Die durchschnittliche Kilometerleistung eines Autos liegt in Deutschland bei etwa 15.000 Kilometern pro Jahr. Das Finanzamt erkennt als Aufwand für den gefahrenen Kilometer als Pauschale 30 Cent an. Die vollen Kosten dürften in Wahrheit eher bei 40 bis 50 Cent liegen, also im Jahr bei mindestens 6000 Euro. Was sind 100 Euro Zusatzaufwand in Relation dazu?

Kommentare zu " Pkw-Maut beschlossen: Autofahrer, stellt Euch nicht so an!"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Eine Kleinigkeit habe ich vermisst. Unser Finanzminister hat ganz heimlich, still und leise vor sich hin geräuspert und dabei erwähnt, dass Maut und KFZ-Steuer voneinander entkoppelt sind. In der Praxis bedeutet dies: Die größte Hürde, nämlich die Einführung der Maut, ist genommen. Lange wird sie auf dem Niveau nicht bleiben, was man am Beispiel der LKW-Maut sieht. Am Ende wird hier für jeden Autofahrer eine zusätzliche Belastung in ungeahnter Höhe entstehen, weil Erhöhungen dann nicht mehr mit der KFZ-Steuer verrechnet werden.

  • Glauben Sie wirklich, dass das Geld auch nur ansatzweise für das verwendet wird wofür es erhoben wird.

  • Ich schließe mich der Maut für alle an. Das Instrument Maut sollte auch für Kompensationszahlungen an die vom Verkehr betroffenen Regionen genutzt werden. Wenn deine Lebensqualität durch eine frequentierte Bundesstrasse sinkt, dann wird das in irgendeiner Form entschädigt. Zusätzliche Gelder für die öffentliche Infrastruktur bzw. Kita´s, Schulen, Sportvereine, Kultur und Denkmalpflege. Diese Kompensation durch Maut sollte es auch bei anderen die Lebensqualität beeinträchtigen Projekten geben, wie Stromtrassen und Windparks.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%