Plädoyer für längere Nutzung der Atomkraft
Saar-Regierungschef stellt Atomausstieg in Frage

Deutschland stehe vor der Grundsatzfrage, wie die die Energieversorgung künftig gesichert werden solle und gleichzeitig die ehrgeizigen Klimaschutzziele erreicht werden könnten.

dpa SAARBRÜCKEN. Der saarländische Ministerpräsident Peter Müller (CDU) wirbt angesichts der Debatte um die Energieversorgung für längere Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke. „Ich glaube, dass es ein Fehler ist, den Atomausstieg so beizubehalten, wie er vereinbart worden ist“.

Das sagte Müller in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Deutschland stehe vor der Grundsatzfrage, wie die die Energieversorgung künftig gesichert werden solle und gleichzeitig die ehrgeizigen Klimaschutzziele erreicht werden könnten.

„Wenn ich sehe, dass etwa von den Grünen gesagt wird: Atomkraft scheidet völlig aus, Kohlekraftwerke wollen wir nicht und sogar Photovoltaikanlagen werden bekämpft, dann ist das der Weg zurück in die energiepolitische Steinzeit“, sagte Müller. „Wir brauchen nach wie vor einen Energiemix.“ Das von der Regierung beschlossenen Klimaschutzpaket sei insgesamt ein Schritt in die richtige Richtung. Dennoch sei das Ziel, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien auf 20 Prozent zu steigern, außerordentlich anspruchsvoll. „Wir werden darüber hinaus für die restlichen 80 Prozent auf traditionelle Energieträger zurückgreifen müssen.“

„Wenn ich mir anschaue, mit welcher Selbstverständlichkeit der ehemalige Wirtschaftsminister (Werner Müller, SPD), der für den Atomausstieg verantwortlich war, heute die Verlängerung der Laufzeit der Kernkraftwerke vertritt, bin ich schon etwas verwundert.“ Er fühle sich aber zugleich in seiner Position bestärkt. Die Atomkraft werde wieder auf die Tagesordnung kommen. „Ich gehe einmal davon aus, dass bei diesem Thema das letzte Wort noch nicht gesprochen ist.“ Ob das in dieser Wahlperiode passieren werde, wisse er nicht. „Aber wir kommen irgendwann in eine Situation, wo klar sein wird, dass wir die CO2-Reduktionsziele bei Verzicht auf die Atomkraft nicht erreichen. Spätestens dann werden wir die Debatte führen müssen.“

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