Pläne der Großen Koalition
Staatsbankern droht Gehaltskürzung

Die regierungsinterne Arbeitsgruppe "Managergehälter" arbeitet an weitreichenden Beschränkungen für die Bezüge von Staatsbankern. "Bankvorstände, die in einem öffentlich-rechtlichen Kreditinstitut arbeiten, sollten dauerhauft nicht mehr als 500 000 Euro verdienen", sagte Otto Bernhardt (CDU), der die Verhandlungen zur Reform der Managergehälter für die Union führt, dem Handelsblatt.

BERLIN. SPD-Verhandlungsführer und Fraktionsvize Joachim Poß unterstützt den Vorschlag. "Ich bin offen für eine solche Begrenzung", sagte Poß dem Handelsblatt. Der SPD-Finanzexperte forderte die Union aber auf, möglichst bald einen abgestimmten und konkreten Maßnahmenkatalog zu den Mangergehältern vorzulegen.

Nach Ansicht des CDU-Finanzexperten Bernhardt müssten die Gehälter von Managern in öffentlich-rechtlichen Geldhäusern wie der KfW Bankengruppe, den Landesbanken und den Sparkassen deshalb nach oben begrenzt werden, weil diese im Krisenfall auf Staatshilfen zurückgreifen könnten. Eine Gehaltsgrenze von 500 000 Euro, wie sie auch für die Vorstände notleidender Banken vorgesehen ist, die auf das 500-Mrd.-Euro-Rettungspaket zurückgreifen, sei deshalb zwingend erforderlich, sagte Bernhardt weiter. Einen entsprechenden Vorschlag will die Union beim nächsten Treffen der koalitionsinternen Arbeitsgruppe am kommenden Donnerstag einbringen. Die Bezüge von Bankvorständen privater Geschäftsbanken soll nach dem Willen der Union dagegen nicht nach oben begrenzt werden. Allerdings sollten die Regeln für Boni und die Ausübung von Aktienoptionen verschärft werden.

Von einer Gehaltsgrenze für Staatsbanker wäre auch der neue KfW-Vorstandssprecher Ulrich Schröder betroffen, dessen Jahresgehalt bei 815 000 Euro liegt. Die KfW Bankengruppe gehört zu 80 Prozent dem Bund und zu 20 Prozent den Ländern. CDU-Finanzexperte Bernhardt fordert, dass die Regierung das Gehalt des KfW-Chefs möglichst bald überprüft. Einen solchen Schritt hält auch SPD-Fraktionsvize Poß für erforderlich, sagte er dem Handelsblatt.

Beim Treffen der Arbeitsgruppe Managergehälter in der nächsten Woche wollen die beiden Verhandlungsführer Bernhardt und Poß weiter an gemeinsamen Vorschlägen arbeiten, um Auswüchse bei der Entlohnung von Unternehmensvorständen zu unterbinden. Bis zum 23. November soll ein gemeinsames Papier vorliegen.

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%