Pläne der Koalitionsfraktionen
CDU-Wirtschaftsrat gegen Staats-Eingriffe bei Managergehältern

Der einflussreiche CDU-Wirtschaftsrat lehnt staatliche Eingriffe bei der Vergütung von Managern kategorisch ab. "Die Bewertung einer unternehmerischen Leistung darf nicht in politisches Ermessen gelegt werden. Sie gehört in die Hände der Eigentümer und kann dem Markt nicht entzogen werden", sagte Kurt Lauk, Präsident des CDU-Wirtschaftsrats dem Handelsblatt.

BERLIN. Nach Ansicht des CDU-Wirtschaftsrats ist eine willkürliche staatliche Begrenzung von Managergehältern nicht mit den Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft vereinbar. "Vielmehr bedarf es dringend einer Professionalisierung der Aufsichtsräte, um eine effektive Kontrolle und leistungsgerechte Gehaltsfindung zu gewährleisten", sagte Wirtschaftsrats-Präsident Lauk weiter. International im Wettbewerb stehende Unternehmen könnten nur erfolgreich sein, wenn sie auch entsprechend international wettbewerbsfähige Manager zu marktgerechten Vergütungen gewinnen könnten.

Der einflussreiche Wirtschaftsrat der CDU distanziert sich mit diesen Äußerungen deutlich von den Plänen der Koalitionsfraktionen. Union und SPD wollen Ende September ein gemeinsames Konzept zur Reform der Managergehälter in Deutschland erarbeiten. Ziel beider Parteien ist es, exzessive Gehaltsentwicklungen in den Führungsetagen deutscher Unternehmen zu verhindern.

Konkret schlägt der CDU-Wirtschaftsrat vor, dass ein Teil der Vorstandsvergütung in Unternehmens aktien investiert werden soll, die erst beim Ausscheiden aus dem Vorstands ausgezahlt werden. Aus Sicht des Wirtschaftsrats tragen mittelfristige Investitionen ins eigene Unternehmen zur Kopplung von Eigentümer- und Vorstandsinteressen bei. "Unternehmerischer Misserfolg hingegen darf nicht länger mit hohen Abfindungen honoriert werden. Nur wer Leistung erbringt, kann Anspruch auf eine entsprechende Vergütung erheben", sagte Lauk.

Darüber hinaus sitzt sich der Wirtschaftsrat dafür ein, Aufsichtsratsmitglieder künftig nach ihrer unternehmerischen Kompetenz auszuwählen und eine persönliche wie wirtschaftliche Unabhängigkeit zu garantieren. Reservierte Listenplätze für unternehmensferne Gewerkschaftsfunktionäre lehnt der Wirtschaftsrat ab. Statt dessen sollten Arbeitnehmervertreter durch eine Urwahl in den Aufsichtsrat entsendet werden. Zur Erhöhung der Entscheidungsfähigkeit und des Entscheidungstempos schlägt der Wirtschaftsrat vor, die Größe des Aufsichtsrats auf maximal zwölf Sitze zu beschränken.

Sven Afhüppe
Sven Afhüppe
Handelsblatt / Chefredakteur
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