Plagiatsaffäre Countdown für Doktor Schavan

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„Ihr Verbleib im Amt wäre ein Bärendienst“
Alles nur geklaut?
Guttenberg soll bei Doktorarbeit abgeschrieben haben
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Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wehrte sich vergeblich gegen Vorwürfe, er habe bei seiner Doktorarbeit bewusst getäuscht. Der akademische Titel wurde ihm aberkannt, Minister ist er auch nicht mehr. Nun will er mit seiner Familie für einige Jahre ins Ausland gehen. Auch andere Prominente sahen sich bereits mit dem Vorwurf des Diebstahls geistigen Eigentums konfrontiert.

BRITAIN'S PRIME MINISTER BLAIR AND US SECRETARY OF STATE POWELL IN DOWNING STREET
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Mit fremden Federn schmückte sich 2003 auch die seinerzeit amtierende britische Regierung um Tony Blair (vorne im Bild). Ein angebliches Geheimpapier des britischen Nachrichtendienstes sollte die Behauptungen der USA untermauern, der Irak besäße Massenvernichtungswaffen. Tatsächlich war das 19-seitige Dokument, aus dem der damalige US-Außenminister Colin Powell (links im Bild) vor dem UN-Sicherheitsrat zitierte, aus drei Artikeln zusammengeschustert, von denen einer von einem US-Studenten stammte. Alle Artikel waren darüber hinaus einige Monate oder sogar Jahre alt.

Tang Jun, New Huadu Industrial Group's CEO and China's highest paid employee...
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Wenn es um die Karriere geht, schrecken auch Wirtschaftsbosse nicht vor Fälschungen zurück: So auch der den Ex-China-Boss von Microsoft, Tang Jun. Der Manager soll sich laut Fang Zhouzi, einem bekannten chinesischen Blogger und selbsternannten Wissenschaftspolizist, unrechtmäßig einen Doktortitel zugelegt haben.

Michel Houellebecq gewinnt Prix GoncourtMichel Houellebecq
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Besonders häufig kommen Plagiatsvorwürfe unter Künstlern und Schriftstellern vor: So wurde der französische Skandal-Autor Michel Houellebecq 2010 vom französischen Online-Magazin "Slate.fr" beschuldigt, aus dem Internet abgeschrieben zu haben. Passagen und Zitate aus seinem neuen Roman "La carte et le territoire" sollen unter anderem von Wikipedia abgekupfert worden sein, ohne dass der Autor die Quellen nannte. Houellebecq bezeichnete die Vorwürfe als "lächerlich".



Jahresrückblick 2010 - Jungautorin Helena HegemannHelene Hegemann
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Auch in Deutschland gab es 2010 Plagiatsvorwürfe. "Axolotl Roadkill", der Debütroman von Jungautorin Helene Hegemann, sorgte 2010 für Furore. Vor allem deshalb, weil der Schriftstellerin nachgewiesen wurde, Ideen für Teile ihres Buches unter anderem von einem Berliner Blogger geklaut zu haben. Es dauerte bis zur vierten Auflage, bis dem Roman ein detailliertes Quellenverzeichnis angehängt wurde.

Prozess um "Sakrileg" - Brown weist Vorwürfe zurück
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Auch Bestseller-Autor Dan Brown wurde Ideenklau vorgeworfen: Nach der Veröffentlichung seines Verschwörungsromans "Sakrileg" ("The Da Vinci Code") verklagten die beiden Historiker Michael Baigent und Richard Leigh den Schriftsteller wegen der Verletzung von Urheberrechten. So waren laut den Geschichtswissenschaftlern zentrale Thesen aus ihrem Sachbuch "Der heilige Gral und seine Erben" in Browns Roman zu finden. Doch die Schadensersatzklage in Millionenhöhe scheiterte. Brown hatte die Nutzung der Quelle nie bestritten.

Die Harry-Potter-Saga - Joanne K. Rowling
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2002 sah sich "Harry Potter"-Autorin J.K. Rowling Plagiatsvorwürfen gegenüber: Die US-Kinderbuchautorin Nancy Stouffler verklagte die Britin, bei ihrer Geschichten-Serie "Larry Potter" abgekupfert zu haben. Das Gericht konnte allerdings nur minimale Ähnlichkeiten zwischen den Bestseller-Romanen Rowlings und den Büchern von Stoufler feststellen und sprach die Harry-Potter-Autorin vom Vorwurf des Plagiarismus und Betrugs frei.

Die Opposition hat sich jedenfalls schon einmal positioniert: Klar sei, dass bei einer Aberkennung des Doktortitels „Frau Schavan nicht Bundesministerin bleiben kann“, wird der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst Dieter Rossmann, in der „Welt“ zitiert. Das Ganze sei für die Ministerin in jedem Fall „hochpeinlich“. „Für den Fall, dass die Universität Frau Schavan den Doktorgrad entzieht, kann sie nicht Ministerin für Bildung und Forschung bleiben“, sagt auch die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Krista Sager.

Schon zum Start des Verfahrens hatte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin gesagt: „So lange das Verfahren läuft, gilt die Unschuldsvermutung.“ Sollte Schavan der Doktortitel allerdings aberkannt werden, wäre sie als Ministerin für Forschung nicht mehr tragbar. Und Parteichefin Claudia Roth bekräftigte damals: „Wenn Annette Schavan der Doktortitel aberkannt werden würde, wäre ihr Verbleib im Amt ein Bärendienst an der Wissenschaft.“

Rückendeckung erhält die Ministerin dagegen erneut aus der Koalition. „Ich habe stets betont, dass ich Annette Schavan uneingeschränkt vertraue, daran hat sich nichts geändert“, sagt CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

Für die Mehrheit der Deutschen wäre Schavan ohne Doktortitel als Ministerin nicht mehr tragbar: So sprechen sich 62 Prozent der Bundesbürger für einen Rücktritt der Bildungsministerin bei einer Aberkennung ihres Doktortitels aus. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage für den „Focus“. 34 Prozent der Befragten sind demnach der Meinung, die CDU-Politikerin kann auch dann im Amt bleiben, wenn sich die Vorwürfe wegen ihrer Doktorarbeit bestätigen sollten.

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12 Kommentare zu "Plagiatsaffäre: Countdown für Doktor Schavan"

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  • PisaPisa

    wann schmeißt das HB den PisaPisa endlich aus den Foren.
    Dieser Typ ist ein Klugscheißer u. Oberlehrer .
    Er ist der Wasserträger von Schavan u. wahrscheinlich ein politischer Schwätzer .

    Recht geht doch vor Unrecht ! Schavan ist den Doktortitel los .Die Unis sorgen eben für Gerechtigkeit .
    Bravo den Profs der Uni! Wo ist der nächste politische Blindgänger !

  • Sind sie besoffen oder so dämlich?

  • G4G, Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Doktorarbeit ist, dass man Texte nicht nur lesen kann, sondern sie auch versteht. Bevor Sie sich über die Qualität von Doktorarbeiten auslassen, sollten Sie sich erst mal das nötige Rüstzeug zulegen. Wo steht in obigem Artikel, dass Schavan mit 32 Seiten Doktor geworden ist? Zeigen Sie es mir, wo?

  • Sie meinen also ungefähr so, wie sich sich durch die Schreibweise "desavoiert" desavouieren?

  • Mit 32 Seiten ein "Doktor" ?! Ich glaube es nicht !!
    Das ist ja wohl ein schlechter Witz.
    Wer so scheinheilig wie Schavan rüberkommt und ewig die streng gläubige Frau Oberlehrerin spielt, darf sich nicht wundern wenn er (sie) jetzt über die selbe Klinge wie der charmante KT springen muss.
    Die eigene Unsportlichkeit dieses in der Lobby verankerten laufenden Meters, darf kein Hindernis für einen Rausschmiss 3.-er Klasse werden.

  • Sie greifen Schavan an, setzen aber selbst irgendwelche Behauptungen in den Raum, die zeigen, dass Sie wenig Ahnung von den Zusammenhängen haben. Erklären Sie uns doch mal, warum ein Beamter im Falle der Aberkennung seines Doktortitels entbeamtet werden würde. Wie würde dies Ihrer Meinung nach denn ablaufen? Wahrscheinlich wissen Sie gar nichts darüber, aber Sie traktieren uns hier mit Ihrem Halbwissen.

  • wenn Schavan durchkommt, werden alle jetzigen und zukünftigen Studenten, die ehrlich an ihrer Dissertation arbeiten, desavoiert.

  • Naja, Herr Brüdele hat mirt seinem Vorgehen bei der Sernreporterin aus Granit gebissen.

    Aber nicht jede Frau ist von Stern

  • Ich habe 1982 an der TU München in Ingenieurswissenschaften promoviert. Es war ein Qualitätsmerkmal, wenn man sich intensivst mit der entsprechenden Fachliteratur beschäftigt hat und diese zitiert hat. Dazu kam dann das eigenständig Erforschte. An sich kann ich die Beweggründe für die Plagiate deshalb nicht verstehen, es sei denn, es gibt nicht viel Eigenständiges in der Arbeit.
    Was Frau Schavan angeht stellt sich noch die Frage: Wer soll sich jetzt von Grund auf schämen ??

  • Meine Magisterarbeit habe ich auch noch mit einer Schreibmaschine schreiben müssen - da musste man höllisch aufpassen, und es passierten doch noch nach 20maligem Gegenlesen durch Kommilitonen am Ende TIPPfehler, aber DEFINITIV keine "Zitierfehler".
    Diese faule Ausrede, es sei ja alles soooo viel schwieriger als heute gewesen, ist ein Bummerang: gerade heute sind dank Computer wesentlich schneller Fehler möglich, nicht aber damals!

    Für wie dumm hält diese Dame die Bevölkerung eigentlich? Auf zahlreichen Blogs wie http://plagiatschavan.wordpress.com lachen sich die Leute schon über jede neue Ausrede kapputt. Das Amt ist bereits zum Gespött geworden, schon allein wegen der Parteinahme durch offensichtlich finanziell abhängige Organisationen und Forscher - von alten katholischen Weggefährten völlig abgesehen.
    Die Sache ist nur noch peinlich und gewissenlos.

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