Deutschland

Countdown für Doktor Schavan

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„Ihr Verbleib im Amt wäre ein Bärendienst“

Promis und Plagiate Alles nur geklaut?

Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) wehrte sich vergeblich gegen Vorwürfe, er habe bei seiner Doktorarbeit bewusst getäuscht. Der akademische Titel wurde ihm aberkannt, Minister ist er auch nicht mehr. Nun will er mit seiner Familie für einige Jahre ins Ausland gehen. Auch andere Prominente sahen sich bereits mit dem Vorwurf des Diebstahls geistigen Eigentums konfrontiert.

Bild: dpa

Die Opposition hat sich jedenfalls schon einmal positioniert: Klar sei, dass bei einer Aberkennung des Doktortitels „Frau Schavan nicht Bundesministerin bleiben kann“, wird der bildungspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Ernst Dieter Rossmann, in der „Welt“ zitiert. Das Ganze sei für die Ministerin in jedem Fall „hochpeinlich“. „Für den Fall, dass die Universität Frau Schavan den Doktorgrad entzieht, kann sie nicht Ministerin für Bildung und Forschung bleiben“, sagt auch die wissenschaftspolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Krista Sager.

Schon zum Start des Verfahrens hatte Grünen-Fraktionschef Jürgen Trittin gesagt: „So lange das Verfahren läuft, gilt die Unschuldsvermutung.“ Sollte Schavan der Doktortitel allerdings aberkannt werden, wäre sie als Ministerin für Forschung nicht mehr tragbar. Und Parteichefin Claudia Roth bekräftigte damals: „Wenn Annette Schavan der Doktortitel aberkannt werden würde, wäre ihr Verbleib im Amt ein Bärendienst an der Wissenschaft.“

Rückendeckung erhält die Ministerin dagegen erneut aus der Koalition. „Ich habe stets betont, dass ich Annette Schavan uneingeschränkt vertraue, daran hat sich nichts geändert“, sagt CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe.

Plagiatsaffäre Schavan fordert externes Gutachten

Die Düsseldorfer Universität hat eine klare Aussage zum Fall Schavan vermieden, ein „ergebnisoffenes“ Plagiatsverfahren eingeleitet und damit die Ministerin herausgefordert. Am Ende könnten alle als Verlierer dastehen.

Für die Mehrheit der Deutschen wäre Schavan ohne Doktortitel als Ministerin nicht mehr tragbar: So sprechen sich 62 Prozent der Bundesbürger für einen Rücktritt der Bildungsministerin bei einer Aberkennung ihres Doktortitels aus. Das ergab eine repräsentative Emnid-Umfrage für den „Focus“. 34 Prozent der Befragten sind demnach der Meinung, die CDU-Politikerin kann auch dann im Amt bleiben, wenn sich die Vorwürfe wegen ihrer Doktorarbeit bestätigen sollten.

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  • 05.02.2013, 14:37 Uhrotto15

    Was ich nicht verstehen kann: 12 Semester, 3 Studiengänge, kein Abschluss, aber es hat sich ein Prof. gefunden, der eine Direktpromotion begleitete. Wo gibt es denn sowas? Wer kann mir das erläutern?

  • 05.02.2013, 14:48 UhrDer_Henker

    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

    Wenn hier Schavan betrogen hat ,dann aber sofort Rausschmiss vom politischen Acker .
    Diese Herrschaften siehe Guttenberg haben kein Verständnis verdient .

    Jeder Beamte wird aus dem Beamtendienst entfernt u. sein Ruhegehalt ist auch futsch.

    Wie es aussieht haben Politiker die große Narrenfreiheit .
    Diese Verarschung des Volkes schreit zum Himmel .

    ::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

  • 05.02.2013, 14:49 UhrAntje

    Meine Magisterarbeit habe ich auch noch mit einer Schreibmaschine schreiben müssen - da musste man höllisch aufpassen, und es passierten doch noch nach 20maligem Gegenlesen durch Kommilitonen am Ende TIPPfehler, aber DEFINITIV keine "Zitierfehler".
    Diese faule Ausrede, es sei ja alles soooo viel schwieriger als heute gewesen, ist ein Bummerang: gerade heute sind dank Computer wesentlich schneller Fehler möglich, nicht aber damals!

    Für wie dumm hält diese Dame die Bevölkerung eigentlich? Auf zahlreichen Blogs wie http://plagiatschavan.wordpress.com lachen sich die Leute schon über jede neue Ausrede kapputt. Das Amt ist bereits zum Gespött geworden, schon allein wegen der Parteinahme durch offensichtlich finanziell abhängige Organisationen und Forscher - von alten katholischen Weggefährten völlig abgesehen.
    Die Sache ist nur noch peinlich und gewissenlos.

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