Plagiatsaffäre
Wissenschaft distanziert sich von Koch-Mehrin

Die deutschen Wissenschaftsorganisationen machen mobil: Gemeinsam haben sie den Rückzug der FDP-Politikerin Silvana Koch-Mehrin aus dem Forschungsausschuss des EU-Parlaments verlangt.
  • 27

BerlinEine Bagatellisierung von Plagiaten in wissenschaftlichen Arbeiten beschädige die Reputation der deutschen Forschung, heißt es in einer Erklärung der Allianz der großen Wissenschaftsorganisationen in Deutschland am Samstag. „Plagiate in wissenschaftlichen Arbeiten sind alles andere als ein Kavaliersdelikt. Deshalb hält die Allianz es für nicht akzeptabel, wenn Frau Koch-Mehrin im Ausschuss für Industrie, Forschung und Energie des Europäischen Parlaments Deutschland vertritt“, erklärte der Sprecher der Allianz, Leibniz-Präsident Karl Ulrich Mayer.

Koch-Mehrin war von der Universität Heidelberg der Doktortitel wegen massiver Plagiate aberkannt worden. Nach Verlust ihres Doktortitels war die 40-Jährige dann überraschend Vollmitglied im Forschungs- und Industrieausschuss des EU-Parlaments geworden. Bisher war sie dort nur stellvertretendes Mitglied.

„Erfolgreiche Wissenschaft kann es ohne den sorgfältigen Umgang mit Quellen, ohne die unmissverständliche Unterscheidung fremden und eigenen Wissens, ohne Dokumentation und ohne die kritische Diskussion der eigenen Forschungsergebnisse durch die jeweiligen Fachkolleginnen und -kollegen nicht geben“, heißt es in der Erklärung weiter. „Die deutsche Wissenschaft und deren Qualitätssicherungssysteme sind auch im internationalen Vergleich hoch anerkannt. Diese Reputation darf nicht durch die Bagatellisierung wissenschaftlichen Fehlverhaltens beschädigt werden.“

Die Allianz der Wissenschaftsorganisationen ist der Zusammenschluss der größten deutschen Forschungsorganisationen. Zur Allianz gehören die Alexander von Humboldt-Stiftung, der Deutsche Akademische Austauschdienst, die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina, die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Fraunhofer-Gesellschaft, die Helmholtz-Gemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz, die Leibniz-Gemeinschaft, die Max-Planck-Gesellschaft und der Wissenschaftsrat.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Plagiatsaffäre: Wissenschaft distanziert sich von Koch-Mehrin"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Koch Mehrin, der Eiterpickel der Frauenemanzipation,
    man sollte Ihnen auch das Examen wegen Betruges in der Sache
    entziehen.
    Eine Juristin, die betrügt ist gleichzusetzen (nicht dasselbe) mit einem Fummelnden Bischof oder einem betrügerischem Arzt.

  • Und Rösler steht sprachlos mit offenem Mund daneben und schaut zu!

    Währenddessen reiben sich die Koalitionspartner ordentlich die Hände, denn bald gibt´s wieder eine neue Wende!

    Herr Rösler wachen Sie auf! Die Frau schadet der FDP, der Demokratie, dem Ansehen Deutschlands, solange sie im EU-Parlament weiter Deutschland repräsentieren darf!

    Schliessen Sie dieses traurige Kapitel endlich zu, indem Sie die Konsequenzen für diese Frau ziehen! Alleine wird sie es nicht schaffen!

  • Ich frage mich, warum wird die neu zu vergebene Stelle nicht ausgeschrieben? Es kann doch nicht sein, dass man den oder die Erstbeste nimmt, nur dass die Stelle wieder besetzt ist. Es gibt sicher hunderte Bewerber/innen, die in der Materie mehr auf dem Kasten haben und fleissiger sind, als Frau Koch-Mehrin.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%