Plagiatsvorwürfe: Die Affäre lässt Guttenberg nicht los

Plagiatsvorwürfe
Die Affäre lässt Guttenberg nicht los

Verzweifelt versucht die Union die Plagiatsaffäre um ihren ehemaligen Superstar Karl-Theodor zu Guttenberg zu verdrängen. Doch das kann nicht funktionieren. Jeder seiner Auftritte wird die Debatte neu anheizen.
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Berlin/DüsseldorfUnionsfraktionschef Volker Kauder verlangt ein Ende der Debatte über die Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Der Minister habe Fehler zugegeben und sich entschuldigt, sagte Kauder am Sonntagabend im ZDF. Zudem habe er die Konsequenzen gezogen, indem er auf seinen Doktortitel verzichtet habe. Damit müsse es gut sein, forderte der CDU-Politiker.

Doch das kann es eben nicht. Nicht nur, weil schon ein Blick auf den Terminkalender in dieser Woche verdeutlicht, dass die "Causa Guttenberg" ein höchstaktuelles Thema bleiben wird. Heute Abend stellen zwei FAZ-Redakteure in Berlin ihre neue Guttenberg-Biografie vor. Der Minister selbst erscheint nicht, CSU-Chef Horst Seehofer sollte stattdessen einige nette Worte zum Besten geben. Allerdings hat auch Seehofer in der vergangenen Woche sein Kommen abgesagt, um nicht erneut vor der versammelten Hauptstadtpresse Rede und Antwort stehen zu müssen.

Guttenberg selbst wird am Freitag erwartet, wenn Nikolaus Blome von der "Bild"-Zeitung sein Buch "Der kleine Wählerhasser. Was Politiker wirklich über die Bürger denken" vorstellt. Vor dem Hintergrund der Diskussionen um die vermeintliche Allianz zwischen Guttenberg und dem Springer-Blatt - das Nachrichtenmagazin "Spiegel" echauffiert sich darüber in seiner aktuellen Titelgeschichte - ein brisanter Termin.

Am Dienstag, Mittwoch und Donnerstag stehen in Guttenbergs Terminkalender Wahlkampfauftritte in Sachsen-Anhalt und Baden-Württemberg. Bislang galt Guttenberg als Lichtgestalt der Union, und jeder Wahlkämpfer hatte ihn gerne an seiner Seite. Das könnte jetzt anders aussehen. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU) hatte letzte Woche erklärt, er freue sich auf Guttenberg, denn dieser mache jeden Saal voll. Andererseits lenkt die Anwesenheit des Ministers derzeit von jedem anderen Thema ab. Ein deutlich angeschlagener Guttenberg hat viel von seinem Wert für die Partei verloren. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Wolfgang Böhmer (CDU) hat bereits öffentlich Zweifel am politischen Überleben Guttenbergs geäußert.

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  • Wenn die Drunken-Käßmann den Zivilcourage-Preis der Europäischen Kulturstiftung Pro Europa nicht entgegennimmt, dann sollte man ihn dem Lügenbaron geben, der ist doch geil auf Auszeichnungen.

  • Merkel profitiert von dem Endlos-Thema Guttenberg, weil:
    - die Opposition kriegt einfach kein anderes Thema platziert in der Presse in naher Zukunft
    - es geht indirekt um eine Grundwerte-Debatte, also gegen die Linken
    - der Fokus von Bevölkerung und Medien ist unablässig bei CDU/CSU
    Das ist ein grosser Vorteil, wenn dann Guttenberg kurz bor der nächsten Wahl etwas Asche auf sein Haupf streut, ist ein Wahlsieg für CDU/CSU maximiert - meine ich jedenfalls. Klever !

  • Volksverarschung HOCH DREI und die Kanzlerin macht mit!!!
    Unsere Wissenschaftsministerin, Frau Schavan ist wohl vor Scham ganz abgetaucht...oder?
    Mittäter ist die ganze Polit-Bande, die diese Gaunerei auch noch deckt, denn sie leistet
    Beihilfe an dieser Volksverarschung!!!
    Ein Betrüger und Hochstapler der sich hinstellt und vor laufenden Kameras das Volk derart verarscht und behauptet, nicht gewusst zu haben was er tat. Der muss doch unter Realitätsverlust leiden. Oder ist es schwachsinnige Inzucht?
    In welchen Fällen begreift er denn überhaupt was er tut???
    Jeder versteht, dass ohne einen verlässlichen Schutz des Eigentums keinerlei Motivation mehr besteht, dieses zu erarbeiten. Warum soll ich pflügen und säen, wenn danach jeder kommen und auf meinem Feld ernten darf. Dies rührt an die Grundfesten unseres Wirtschafts- und Gesellschaftssystems.
    Muss dieser Lügenbaron und Seriendieb nun bis an sein Lebensende aus Steuergeldern am kacken gehalten werden?
    Frau Dr. Merkel entsorgen sie diesen Blender, aber schnell.

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