Plagiatsvorwürfe
Doktorvater und Merkel verteidigen Guttenberg

Hat Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg bei seiner Doktorarbeit abgekupfert? Der Minister schließt kleine Fehler nicht aus - erhält aber prominente Rückendeckung.
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BerlinBundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat wegen der Plagiatsvorwürfe bei der Doktorarbeit von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) vor einer Vorverurteilung gewarnt. „Die Bundeskanzlerin hat davon wie der Rest der Republik auch gerade
erst erfahren, interessiert sich dafür und glaubt, dass es beim Ombudsmann der Universität Bayreuth in genau den richtigen Händen ist“, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Mittwoch in Berlin. Es sei jetzt sinnvoll, „das Verfahren abzuwarten“. Die Kanzlerin sehe, dass Guttenberg in seinem Amt vor vielen Herausforderungen stehe und ihnen gut gewachsen sei, sagte er mit Blick auf mehrere Bundeswehr-Affären.

Der Doktorvater von Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, Prof. Peter Häberle, hat den CSU-Politiker vor Plagiatsvorwürfen in Schutz genommen. „Der Vorwurf ist absurd, die Arbeit ist kein Plagiat“, sagte Häberle der „Bild“-Zeitung. „Sie wurde von mir in zahlreichen Beratungsgesprächen eingehend kontrolliert.“ Gleichzeitig betonte der inzwischen emeritierte Wissenschaftler: „Herr zu Guttenberg war einer meiner besten Seminaristen und Doktoranden.“

Der Berliner Verlag Duncker & Humblot, der die Dissertation von zu Guttenberg verlegt hat, will vorerst nicht auf die Vorwürfe gegen den Autoren reagieren. "Für uns ist die Prüfung der Uni Bayreuth die maßgebliche Instanz, nicht von außen angetragene Vorwürfe“, sagte Geschäftsführer Florian Simon. Der Verlag ist auf wissenschaftliche Bücher und Zeitschriften spezialisiert und hat seinen Sitz in Berlin.

„Eine Arbeit wird an einer renommierten Universität wie Bayreuth nicht zwei Mal mit „Summa cum laude“ bewertet, wenn Zweifel an der wissenschaftlichen Exzellenz bestehen“, sagte Simon mit Verweis auf Guttenbergs Dissertation. Grundsätzlich gelte die Unschuldsvermutung, bis das Gegenteil bewiesen sei. Im schlimmsten Fall könnte Guttenbergs Buch vom Markt genommen werden. Guttenbergs Dissertation ist einer Auflage von 400 Exemplaren erschienen - das sei bei wissenschaftlichen Schriftenreihen üblich,
erklärte der Verlag. Rund 250 Bücher sind nach Unternehmensangaben verkauft worden.

Zu Guttenberg soll bei seiner Doktorarbeit abgekupfert und Texte ohne Quellenhinweis kopiert haben. Die „Süddeutsche Zeitung“ schrieb, es gebe in Guttenbergs Doktorarbeit einige Passagen, die wörtlich mit Formulierungen anderer Autoren übereinstimmen - ohne
dass er dies gekennzeichnet hat. Guttenberg schließt einzelne Fehler beim Zitieren nicht aus. Die Doktorarbeit sei an mehreren Stellen „ein dreistes Plagiat“ und „eine Täuschung“, sagte der Bremer Juraprofessor Andreas Fischer-Lescano. „Die Textduplikate ziehen sich durch die gesamte Arbeit und durch alle inhaltlichen Teile.“

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  • Um die Debatte mal etwas zu versachlichen, haben wir hier die Diskussionsgrundlagen übersichtlich zusammengetragen:
    <a href="http://is.gd/ct16Pb">Grundlagen wissenschaftlichen Zitierens</a>

  • Entlarvend nicht nur für den Minister, entlarvend genauso die Fähigkeit, das Offensichtliche, das Aufklärung erfodert, mit dem Blick darauf zu leugnen, dass es nicht sein darf. Die Enttäuschung über Herrn Guttenberg wäre wohl für viele seiner Anhänger zu gross.. sie müssen sich also vor der Erkenntnis retten, dass Herr Guttenberg ein Blender ist, jedenfalls was seinen Doktortitel angeht. In Anbetracht der ungeklärten Hintergründe, die zu einer überdurchschnittlichen Bewertung geführt haben, mag man sich diesen Anhängern fast anschliessen. Allerdings ist das nicht so leicht, wenn man den Betrieb kennt..hier war entweder Absicht oder intellektuelles Mittelmaß am Werk. Es fällt schwer zu glauben, dass die Anfertigung des Werks den Minister 6 bis 7 Jahre gekostet haben soll.. Es fällt schwer, überhaupt etwas zu glauben. So hat der Minister nicht nur seine Unterstützer enttäuscht, er ist zu einer Belastung des Ansehens der Politik allgemein geworden. Das SPiel mit dem Bild des jungen Familienvaters, der in Abend- und Nachtarbeit an seiner Dissertation arbeitet, hat dem die Krone aufgesetzt

  • Wer sich die Mühe macht und den Namen "Andreas Fischer-Lescano" in einer Suchmaschine eingibt, wird schnell erfahren, welch Geistes Kind er ist. Das so etwas 1:1 in den Medien weitergegeben wird, zeugt davon, in welch armseligen Zustand sich die sog. "Qualitätsmedien" befinden.

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