Plutonium
Drei Mal mehr Atommüll in Asse als angenommen

Im maroden Atommüll-Lager Asse liegt nach Angaben des Bundesumweltministeriums dreimal so viel hoch giftiges Plutonium wie bislang angenommen. Das nutzt Umweltminister Sigmar Gabriel für den Anti-Atomkraft-Wahlkampf der SPD.

HB BERLIN. Statt neun Kilogramm lagerten dort 28 Kilogramm, teilte das Ministerium am Samstag in Berlin mit. Der ehemalige Asse-Betreiber, das Helmholtz Zentrum München, habe seine Angaben korrigiert, die offenbar auf einem Übertragungsfehler zwischen einer Abteilung des Forschungszentrums Karlsruhe und der damals zuständigen Gesellschaft für Strahlenforschung zurückgingen.

Umweltminister Sigmar Gabriel nannte es unglaublich, dass man sich bei einem so gefährlichen Stoff wie Plutonium in der Mengenangabe irre. "Diese Korrektur zeigt einmal mehr, dass man sich nicht auf die Angaben zum Inventar in der Asse verlassen kann", sagte der SPD-Minister. Umso wichtiger sei es, dass das Bundesamt für Strahlenschutz als neuer Betreiber das gesamte Inventar neu bewerte. Das sei für das Stilllegungskonzept des Lagers von großer Bedeutung.

In dem zum Endlager umfunktionierten früheren Salzbergwerk bei Wolfenbüttel lagern unter anderem rund 126 000 Fässer mit schwach- und mittelradioaktiven Abfällen aus den 1970er Jahren. Weil Wasser eindringt, ist das Bergwerk einsturzgefährdet.

Die Atomkraft ist mit den Pannen im Atomkraftwerk Krümmel, den immer neuen Lecks in Asse und den bekanntgewordenen unterschiedlichen Gutachten über die Tauglichkeit von Gorleben als Endlager zu einem wichtigen Wahlkampfthema geworden. Die SPD kämpft seit längerem gegen Pläne der Union, die Laufzeiten für ältere Reaktoren zu verlängern und damit den Atom-Ausstiegsbeschluss zu kippen. Am Samstag startete im Wendland eine einwöchige Trecker-Protestfahrt von Atomgegnern, die von Gorleben über Asse und Morsleben nach Berlin führen soll, wo am kommenden Samstag eine Großdemonstration gegen Atomkraft geplant ist.

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